Stress hast ja nicht wirklich

Stimmt - liegt jetzt allerdings nicht unbedingt daran, dass ich nichts tun würde - nichts desto trotz hat mich diese Aussage von vor fast nem Monat doch etwas betroffen gemacht. Weil es anscheinend Menschen in meinem Umfeld gibt, die glauben, ich würde die ganze Zeit nur im Liegestuhl hinterm Haus liegen - und mit der Seele baumeln.


Dem ist jetzt allerdings nicht wirklich so. Ja, ich wohne am Waldrand - ich habe ein traumhaftes Zuhause - und ich geniesse es auch immer wieder mal. Und ja, ich bin arbeitssuchend gemeldet - wobei - ich bin nicht nur gemeldet, ich suche mir auch immer wieder was, was Sinn macht, es zu tun.

Nein - ich bin nirgends angestellt - und ich bekomme auch nichts dafür bezahlt - trotzdem würde ich jetzt nicht behaupten, dass ich ne ruhige Kugel schiebe und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lasse ;-)

Ganz im Gegenteil - aber eins stimmt - ich stresse mich nicht - und ich lasse mich auch nicht stressen - was jetzt allerdings an mir liegt - und nicht an den äusseren Umständen.

Und ich habe jetzt weder Familie, die ich versorgen und ernähren muss - noch liege ich stundenlang vorm TV - wenn ich wach bin, tu ich was - von morgens bis nächtens - und wenns nur skypen ist zwecks Teamaufbau im Network Marketing.

Ich war lange Jahre selbständig - und ich habe lange ums Überleben "gekämpft" - und ich war nicht in die Selbständigkeit gegangen, weils mir so grossen Spaß gemacht hat, sondern weil ich damals mit 35 Jahren zu "alt" und "überqualifiziert" war, um noch einen gscheiten Bürojob zu bekommen.

Mittlerweile bin ich 55 - und gehe jetzt nicht davon aus, dass mich Firmen, denen ich damals zu alt war - jetzt mit offenenn Armen aufnehmen werden. Sorry, ich bin realistisch genug, dass ich weiß, dass ich absolutes Glück brauche, um in meinem Alter noch einen Bürojob zu bekommen.

Also habe ich vieles Anderes gemacht - nach meiner Scheidung - als ich mich entschlossen hatte, das Haus zu behalten. Es hat mir Spaß gemacht, als Coach zu arbeiten - der Druck der "Quote" hat mich allerdings krank gemacht.

Stress und Quotendruck ist nichts, was mich beflügelt - ganz im Gegenteil - ich arbeite gerne - ich helfe gerne - aber wenn wer glaubt, mir deshalb Druck und/oder Stress machen zu können - bin ich schneller weg als ich mit an Bord bin.

Nach meiner Tätigkeit als Coach habe ich mich arbeitssuchend gemeldet - und dafür auch den Großteil meiner damals selbständigen Tätigkeit aufgeben müssen - aber ich wollte endlich mal abschalten - und regenerieren können - spielte es allerdings nicht - ich habe weiter gekämpft - und letztendlich noch 2 Jahre als Trainerin im AMS-Kontext angehängt.

Ja - ich weiß, ich hätte sollen mit "BurnOut" in Krankenstand gehen - dann hätte ich mir viel erspart - aber auch viele Lernerfahrungen verwehrt. Hab ich nicht getan - ich doch nicht - ausserdem hatte mir mal meine damals "beste Freundin" erklärt, solange ich nicht wirklich nichts mehr kann, habe ich kein "BurnOut" - sie musste es ja wissen ;-(

Ich habe weiter gemacht - und ich mache auch jetzt weiter - und weiter - und weiter.

Und fallweise gönne ich mir mal nen Tag, an dem ich nichts tu - nichts, ausser hier Blogbeiträge schreiben und neue Konzepte zusammen stellen. Nach aussen hin wirke ich offensichtlich wie jemand, dem ganzen Tag fad im Kopf ist - und die nicht weiß, was sie mit der vielen schönen FreiZeit anfangen solle.

Schön für Alle, die diesen Eindruck haben - behaltet ihn - ich möchte euch auch gar nicht demotivieren und von den Entbehrungen schreiben, die ich - notgedrungen - auf mich nehme, damit ich überlebe mit dem, was ich bekomme.

Ja - es klingt vielleicht super - nichts zu tun - nur eine Bewerbung pro Woche schreiben - stimmt - das ist überhaupt kein Problem - das ist etwas, was wenige Minuten beansprucht.

Aber das bin nicht ich - ich will nicht nichts tun - ich brauche eine herausfordernde und befriedigende Arbeit - und wenn ich die nicht habe in einem unselbständigen Job, dann mache ich vieles nebenbei - kostenlos - damit ich meinem Leben selbst einen Sinn gebe.

Mal ganz ehrlich - Klartext - wenn andere nur die Hälfte von dem tun würden, was ich mache - unbezahlt - oftmals auch unbedankt - sie würden schon längst im "BurnOut" stecken - aber ich brauch das - für mich - für mein Wohlbefinden.

Mich macht es krank, wenn ich nichts zu tun habe - also nichts sinnvolles, was auch wirklich irgend jemanden etwas bringt - und wenn ich mir für eine Aufgabe Zeit nehme - mich drauf freue - und dann tagelang nicht loslegen kann - weil andere Menschen andere Einstellungen haben - dann frustet mich das.

Aber ich mach trotzdem weiter - weil ich einfach irre Spaß am Leben habe - und mir den auch nicht nehmen lasse - von Nichts - und Niemanden.

Und jetzt gestatte ich mir, mich am hellichten Tag in die Badewanne zu legen - und danach bis zum Abend NICHTS zu tun - ausser auf ein Begräbnis zu gehen - mich danach mit einem Freund zum Eis zu treffen - und zwischendurch den Kopf frei zu bekommen, um das neue Geschäftsprojekt reifen zu lassen.

Ja - ich tu heut nichts - aus meiner Sicht - aus Sicht manch anderer müsste ich den vollen Stress erzeugen - weil ich etwas plane, was ich noch nie gemacht habe - und ich werde es durchziehen - ob es Geld bringt oder nicht, steht in den Sternen - aber nicht tun wäre Feigheit.

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