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Sonntag, 23. November 2008

emotionale Achterbahn

Ich hab schon in meinem HDS-Blog dieses Thema kurz erwähnt, möchts aber hier jetzt irgendwie ausführlicher weiter "spinnen"

Jahrzehntelang hab ich das Leben sozusagen "von außen betrachtet" - war eher nur der stille Beobachter - aber nicht wirklich involviert - und im letzten Jahr hat sich mein Da-Sein komplett ver-ändert - ich steh wieder voll und mitten drinnen - in allen Schattierungen der Emotionalität, welche ich mir gar nie so zahlreich hätte vorstellen können.

Begonnen hatte es ja voriges Jahr durch meine Aufstellung, seit der ich endlich (wieder) "als Frau verfügbar" wäre, wenn es denn einen Mann gäbe, der damit klar käme :-) Naja, wird schon noch werden, bin ja noch jung (zumindest fühl ich mich manchmal so)

Und danach kamen eben die privaten Krisen, wo ich nach Jahrzehnten endlich versuchte, meine Befindlichkeiten auch wirklich zu kommunizieren, was natürlich voll daneben ging, weil mein Partner mit diesen an mir nicht gekannten Emotionen absolut nicht umgehen konnte.

Nach einigen Monaten der Hoffnung und unterschiedlichster Versuche, trotzdem irgendwie klar zu kommen, traf ich die EntScheidung, dass, wenn ich mit meinen Emotionen allein klar kommen muss, dies dann eben auch wirklich allein tun könnte.

Und es waren jetzt noch einige ziemlich heftige Wochen, die mich nachhaltig durch rüttelten - und es möglicherweise auch noch einige Zeit lang tun werden - aber es ist für mich trotzdem ein Zu-Stand, den ich wirklich voll und ganz auskosten möchte - und auch tue.

Wenn ich jetzt eben an die Nacht vor meinem 50er denke - da war ich echt versucht, mich von dem, was da alles hoch kam - ab zu lenken - und mich an meine Freunde oder Nachbarn zu wenden - doch ich ging trotzdem - mal wieder - alleine durch meine innere Hölle - und ich habe es nicht bereut, weil ich eben die unbeschreibliche Trauer, welche ich jahrzehntelang unterdrückt hatte - endlich be-freien konnte.

Ja - seither ist sie mein ständiger Begleiter - ist es ist auch im außen zur Zeit so, dass ich permanent von irgendwen oder irgendwas Abschied nehme - mich verabschiede von Menschen, die mir mal viel bedeutet hatten - damals - auf ihre Art - ohne mich damals wirklich in die Emotionen eingelassen zu haben - aber trotzdem gabs da eine Art von Verbindung, die jetzt bewusst getrennt werden muss.

Vorgestern war das Begräbnis des Mannes meiner besten Freundin - und gleichzeitig, an einem ganz anderen Ort, das Begräbnis eines jahrelangen lieben Bekannten, den ich immer gerne wieder gesehen hatte - und auch noch vor 2 Monaten hatte.

Damals war ich voll überrascht über eine seine Aussagen, die mir zeigte, dass sich auch er doch über mich und mein Wohlergehen Gedanken machte - und ich freute mich darauf, zukünftig wieder öfter mit ihm zu plaudern.

Und dann kam die Nachricht, dass er innerhalb von 4 Wochen gestorben sei. Noch dazu am gleichen Tag, als eben der Mann meiner Freundin starb - nach 7 Wochen im Krankenhaus. Und mein Stiefbruder starb ja Anfang des Jahres - auch nach knapp einem Monat nach seinem ersten Schlaganfall.

Das ist auch etwas, was mir heuer sehr nachhaltig auffällt, dass es eigentlich immer relativ schnell geht - auch von meiner großen Jugendliebe musste ich mich verabschieden. Es war schon sehr dicht heuer - und ich hoffe, dass es jetzt endlich reicht - und nicht noch mehr Abschiede anstehen.

Aber wie schon vor Jahren, als ein lieber Freund mit knapp über 50 an einem Schlaganfall verstarb - sind diese komprimierten Trauerfälle auch für mich wieder mal ein Anlass, mir zu überlegen, wie ich mein leben endlich wirklich intensiver genießen kann - und auf welche Art ich es möchte.

Damals wars klar - ich möchte endlich wieder geilen Sex - diesmal ist es eher eine ganz andere Ebene, die ich noch auskosten möchte - die seelische Verbindung mit einem anderen Menschen - oder auch Wesen.

Mit meinen Katzen ist da schon etwas, was mir sehr viel gibt - war auch Thema beim endgültigen Gespräch mit meinem Exmann - dass ich da viel mehr gebe kann, weil eben auch viel mehr zurück kommt - er hats nicht verstanden, war aber eh schon egal zu dem Zeitpunkt.

Doch sie spüren einfach, wenn ich Schmuseeinheiten brauche - und sie kommen und lassen sich beknuddeln und beschmusen - da muss ich keine Bittgesuche schreiben, um endlich mal wieder in den Arm genommen zu werden. Aber sie merken auch, wenn es mir "zu dicht" wird - und halten Abstand in Zeiten, wo ich dieser Schmuseeinheiten nicht bedarf.

Ich wills allerdings nicht wahr haben, dass ich dieses Gefühl nur mit meinen Katzen schaffe. Irgendwo auf dieser Mutter Erde wird es doch noch ein anderes - menschliches - Wesen geben, welches ähnlicher Empfindungen fähig ist, wie ich sie jetzt brauchen würde.

Meine aktuelle Sehnsucht geht nach menschlicher Nähe und Wärme, schließt jetzt Sex nicht wirklich kategorisch aus - aber das war auch eine Erkenntnis der letzten Tage - in Zukunft nicht mehr nur, weils eben "dazu gehört", sondern eben, weil es als Krönung einer emotionalen Vereinigung einfach nur schön ist.

Keine Ahnung, ob ich das jemals erleben werde - es klingt ja ganz schön in Kitschromane - aber da ich es noch nie erlebt habe, weiß ich auch nicht, ob es wirklich so etwas geben kann. Naja, mal sehen, ich träum la weiter davon, dass es sein kann und darf und wird.

Bis dahin geh ich halt doch mal wieder weiter arbeiten, Spiegelbilder für Kalender machen ist ja auch befriedigend - auf eine andere Weise - aber trotzdem :-)

Samstag, 8. November 2008

One-Night-Stand

In einem der Foren, wo ich mich immer wieder rum treibe wird grad über ONS diskutiert, bzw. generell darüber, ob Sex ohne Liebe überhaupt Spaß macht - also mir nicht ;-)

Nicht, dass ich noch nie nen ONS hatte - wobei es war eigentlich nur einer, bei dem ich in die betroffene Person nicht wirklich verliebt war - sondern es eher als "Mittel zum Zweck" ansah - und das ging voll daneben - war ein psychisches und physisches Desaster von dem ich mich lange danach noch nicht erholt hatte.

Was öfter vorkam war, dass ich mich in wen verliebt hatte - und nach der ersten Nacht - oder was auch immer - dann (meist nachhaltig) "geheilt" war :-) Und das konnte durchaus passieren, dass ich dieses "verliebt sein" über mehrere Monate erstreckte - und wenns dann passierte, wars auch schnell und schmerzfrei erledigt - auch das "verliebt sein".

Wobei das jetzt aber auch - in gewisser Weise - auf meine länger dauernden Beziehungen zutrifft - also unabhängig davon, dass ich einen 7-Jahres-Zyklus der Ver-Änderung habe. Sobald jetzt irgendwelche sexuellen Betätigungen nur mehr als "Pflichtübung" erscheinen, habe ich auch immer die Beziehung in Frage gestellt - und mehr oder weniger schnell beendet.

Bei mir ist es eher so, dass, wenn ich verliebt bin der Sex jetzt nicht wirklich das Wichtigste ist - sondern mehr die körperliche Anwesenheit - Berührungen - ganz ohne sexuellen Hintergedanken - das einfach kuscheln und quatschen können - ohne immer gleich im Bett zu landen.

Es ist schon passiert, dass ich durch einen gemeinsamen Spaziergang, bei dem nichts anderes passierte, als dass wir Händchen haltend durch den Sonnenschein wanderten und uns fallweise - eher "schüchtern" - küssten mehr Befriedigung erfuhr als beim geilsten Sex.

Für mich persönlich ist der emotionale Gleichklang wesentlich wichtiger, als ob "im Bett alles stimmt".

Freitag, 7. November 2008

Überdosis G´fühl

Ich hab ja vor einiger Zeit in meinem energetischen Blog auch einige romantische YouTube-Clips rein gestellt - und heute passt dieser ganz hervorragend:

http://www.youtube.com/watch?v=1H-mei98TCQ

Vorgeschichte - ich habe mich vor einiger Zeit verliebt - ohne damit zu rechnen, dass da mehr draus werden könnte wie eine Art Jungmädchenschwärmerei auf meine "alten Tage" - und seit einigen Tagen überlege ich ernsthaft, ob der "Mann meiner Träume" nicht vielleicht doch auch noch zum "Objekt meiner Begierde" werden könnte - und dann der heutige Nachmittag - und ich zerfließe förmlich vor Lust und Leidenschaft.

Begonnen hat das Ganze am Mittwoch, als ich ihn anrief, weil ich in Wien war - er war aber irgendwie relativ kurz angebunden. Eigentlich hatte ich mir erhofft, dass er mich spontan auf einen Kaffee einlädt - naja, Irrtum.

Wobei ich zugeben muss, dass ich nicht wirklich mit dem Schicksal haderte, sondern einfach irgendwie beschlossen hatte - mich nicht an die Hoffnung auf "mehr" zu klammern, sondern ihn einfach los zu lassen - und ihn auch in Zukunft wieder "nur" als lieben Freund zu betrachten.

Dann rief er am Donnerstag an - und die Schmetterlinge begannen schlagartig wieder zu fliegen - aber hallo. Doch eigentlich wars irgendwie trotzdem unverfänglich und eher "nur nett".

Heute hatte ich Termine - und irgendwie hoffte ich, dass er mich nochmals anruft - und war gleichzeitig auch davon überzeugt, dass es nicht passieren wird. Als ich dann einige Minuten im Lokal saß läutete das Telefon - und er meinte - gib Bescheid, wenn du Zeit zum telefonieren hast.

Ich konnte mich überhaupt nicht mehr auf mein Gespräch konzentrieren - und nahm auch einen etwas unerfreulichen Vorfall im Lokal selbst als Anlass, mich schnellstmöglich zu verkrümeln, um zu telefonieren.

Eigentlich begann alles ganz harmlos - ich gestehe, ich provozierte etwas - erzählte von meinem Treffen - erwähnte dann "beiläufig", dass ich halt einfach verliebt sei - und auf einmal kam die Antwort "Meinst, dass das wirklich gscheit ist, du kennst mich doch gar nicht."

Was mich dann allerdings absolut aus der Fassung brachte war die Meldung, dass er befürchtet, dass ich mir zu viel erhoffen würde - dass ich mich grämen könnte, wenn er mal keine Zeit für mich hätte - und dass er mich ganz sicher nicht regelmäßig anrufen könne.

Ich war irgendwie wie "vom Blitz getroffen" - seit 25 Jahren immer wieder mit Männern zusammen, die sich nicht mal ansatzweise drum kümmerten, wie es mir gehen könnte - gibt es da auf einmal jemanden, der sich tatsächlich um mein Seelenheil Gedanken macht.

Und ich habe auch nicht das Gefühl, dass ers nur deshalb tut, um mich "rum zu kriegen", denn dafür braucht er gar nix tun - und ich glaub, das hat er heute auch endgültig bestätigt bekommen. Das hat mich am meisten geschafft - dass ich bisher keinen Mann getroffen hatte, der sich, nachdem ihm klar wurde, dass er das bekommt, was er gerne möchte - wirklich noch um mich gesorgt hätte.

So etwas habe ich echt noch nie erlebt - schon - romantische Abendessen - oder Einladungen zum Frühstück - aber eben ziemlich deutlich erkennbar, dass es darum geht, mich zu verwöhnen, um mich ins Bett zu bekommen.

Stimmt schon, ich hatte mir genau so einen Mann "bestellt" - dem auch ich wichtig bin - der auf meine Gefühle Rücksicht nimmt - und mit dem ich auch über meine Bedürfnisse und Empfindungen reden kann.

Und wir haben heute sehr viel geredet - darüber, was ich mir erwarte - darüber, wie ich mir "mehr" vorstellen könnte - und darüber, dass er auch meine neu erwachten emotionalen Stimmungsschwankungen aushält - bzw. eben schon ausgehalten hat - und danach erst recht angerufen hat, obwohl ich eigentlich damit gerechnet hatte, nie wieder etwas von ihm zu hören.

So etwas kenne ich nicht - und musste ein halbes Jahrhundert vergeuden, bevor ich erfahren durfte, wie sich das anfühlt, nicht nur als Mutterersatz oder Putzfrau oder als "Mitel zum Zweck" gesehen zu werden. Und es war auch energetisch und mental eine ziemlich intensive Sache.

Allein seine Stimme brachte meinen Körper zum vibrieren, als er meinte - "ich würde dich jetzt gerne real umarmen" - ich spürte es förmlich - und wenn ich die Augen schließe und an ihn denke, spüre ich seine Anwesenheit, obwohl wir zahlreiche Kilometer von einander entfernt sind.

Eigentlich wollte ich mich nach dem Telefonat einfach niederlegen und von ihm träumen, aber meine Gefühle tanzten Polka und ich musste einfach raus - hatte das unbändige Bedürfnis nach einer "Zigarette danach" und bin einfach zu einem lieben Freund gefahren und hab mir nen Kaffee und eine Kastanientorte gegönnt - und ihm ne reale Zigarette abgeschnorrt ;-)

Und ich brauchte eine reale Umarmung - sonst wär ich ausgezuckt - allerdings genügte das auch - eine Umarmung - Küsschen links und rechts - und ich kam wieder auf den Boden runter. Klar hat ers mit bekommen, dass ich grad emotional durch den Wind bin - aber er hats mit Fassung getragen.

Es war einfach ein unglaublich intensiver Nachmittag, obwohl eigentlich nix war ;-)

Achja, das war eben dann noch die Krönung - komm ins Lokal, schnorre mir eine Zigarette - bestelle mir den Kaffee - und auf einmal spielt es genau dieses Lied im Radio - ich bin einfach weg geschmolzen - und es ging eine Stunde lang so - lauter "alte Songs" genau auf dieser Welle.

*scheeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee*

Und jetzt bin ich mal neugierig, ob wir jetzt auch wirklich irgendwann ein reales Treffen arrangieren können - und wollen - wobei das dann sicher ganz anders verläuft als ich mir noch vor einer Woche erträumt hatte ;-)

Da gibts übrigens noch mehr von dem, wonach mir heute ist

Dienstag, 4. November 2008

"gesehen" werden

Letzte Nacht kam dieses Thema wieder hoch - ohne Chance, mich dagegen zu wehren - und heute geht es volle Pulle weiter damit. Ja, war schon immer mein Thema - man übersieht mich - drum musste ich auch im Laufe der Jahrzehnte so viel Gewicht zulegen, um endlich auch - zumindest manchmal - doch gesehen zu werden.

Ich hatte ja lange Zeit vermutet, dass das Gewicht als Schutz dient - aber da ich sowieso masochistisch veranlagt bin - und es auch nicht schwand, nachdem ich mich dem Thema Abgrenzung zugewandt hatte - war ich jetzt noch weiter auf der Suche nach möglichen Ursachen - und auf einmal ist sie wieder da - und passt voll.

Mann sieht mich nicht - nicht als menschliches Wesen - nimmt mich zwar als nützliches Inventar wahr - aber das wars auch schon - und dieses Muster zieht sich schon seit Jahrzehnten sowohl durch das berufliche - als auch durch das private Umfeld.

Noch weiß ich nicht, wie ichs auflösen werde - aber ich habs zumindest mal erkannt - und gebe daher auch meinem Freund KU die Chance, mir die Lösung zu präsentieren - und wenn ichs nicht allein schaffe, frag ich einfach mal wieder meinen Masseur, ob er mir auch dabei helfen kann - schliesslich war er maßgeblich dran beteiligt, die ersten Nachwehen meines Kindheitstraumas auf zu lösen.

Und das kommt sicher auch aus dieser Quelle - weil es ging um Mißbrauch - jetzt nicht in Form von Geschlechtsverkehr - aber ähnliche Geschichten - und irgendwann dürfte ich damals beschlossen haben, von Männern nicht als mögliches "Objekt ihrer Begierde" wahrgenommen werden zu wollen.

Ich hatte ja bis zu meinem 25. Lebensjahr an die 50 kg - und seither hat sich das verdoppelt - in den nächsten 25 Jahren - weils jetzt grad auch so schön zu meinem heutigen 50er paßt.

Ich kann mich noch gut an einige meiner Chefs erinnern, die mich eben nicht als Frau wahr nahmen sondern als bessere Dienstmagd - und ich hatte letzte Nacht genau dieses Aha-Erlebnis, dass auch genau das das Thema war, welches meine letzte Ehe zum Scheitern bracht.

Mir wurde vor etwas mehr als einem Jahr bewusst, dass ich nicht als Partnerin gesehen werde - bzw. dass ich dann, wenn ich persönlich Probleme habe, mit diesen allein auf weiter Flur stand.

Es gab dann schon auch Männer, die mir zur Seite standen - aber mit denen war ich nie verheiratet - und die stehen mir jetzt noch genauso zur Seite - das waren eben mein Masseur und mein Coach - und auch mein bester Freund, mit dem ich vor fast 4 Jahrzehnten schon die Schulbank gedrückt hatte.

Die alle kann ich jederzeit anrufen, "wenns brennt" - konnte ich in Zeiten meiner ehe genauso, wie ich es auch jetzt kann - sie sind für mich da - meine Partner waren es eigentlich nie - zumindest nie dann, wenn es mir persönlich wirklich schlecht ging.

Und genau das wäre für mich eine optimale Partnerschaft - wenn ich nicht im außen das suchen müsste, was ich mir eigentlich im Inneren erhoffen würde. Als mein Bruder starb hätte ich jemanden gebraucht, der mich in den Arm nimmt - aber zu Hause gabs nur eine Wand - im Gegenteil, mein Mann drehte sich weg und setzte sich vor den TV.

Als Entschuldigung kam dann, er könne mit Emotionen nicht umgehen. Aber hallo. Als ich dann wirklich nicht mehr konnte, wurde allerdings von mir erwartet, dass ich ihn in den Arm nehme und festhalte. Sorry, irgendwann kann auch ich nicht mehr.

Doch ich komme vom eigentlichen Thema zu weit weg - wobei - hat eben schon auch damit zu tun - ich war immer "die Starke" - und dadurch fühlten sich meine Partner eben oft sozusagen "in Sicherheit" - so nach der Art "die Mama wirds schon richten".

Und letzte Nacht kam mal wieder diese Sehnsucht ganz nachhaltig in mir hoch - einen wirklichen Partner an meiner Seite zu haben - einen Menschen, der sich nicht abwendet, wenn ich eine emotionale Krise habe - sondern einen, der mich einfach fest hält und wartet, bis ich mich beruhigt habe - oder der mich erst gar nicht so weit kommen lässt, meine Nerven weg zu schmeißen.

Es kam dann eben auch die Idee, dass mich meine bisherigen Partner eben gar nicht als Frau wahr genommen hatten, sondern eben entweder als Mamaersatz oder einfach als notwendiges Übel, um das zu bekommen, was mann halt braucht.

Mir ist schon klar, dass es für "den Nächsten" schwer sein wird, mich davon zu überzeugen, dass es auch eine andere Art von Männer gibt - nämlich welche, denen das Wohlergehen der Frau auch am Herzen liegt.

Ich bin ja schon seit Jahrzehnten nicht mehr so vermessen, zu hoffen, dass jemanden mein Wohlergehen mehr am Herzen liegen könnte, wie das eigene - obwohl ich es immer so praktiziert hatte - bis ich dann eben nicht mehr konnte.

Und es ist sicher auch nicht leicht für einen potentiellen Partner, mich davon zu überzeugen, dass er Dinge nicht nur deswegen tut, um das von mir zu bekommen, was er möchte - sondern dass es wirklich um ein "uns" und "wir" gehen könnte.

Naja, mal sehen.

Achja, wie dieses Thema jetzt wieder so richtig hoch gekommen ist, möcht ich auch noch kurz erzählen. Xing - Businessplattform im Internet gibt es eine ganz liebe Freundin und Moderatorin einer Gruppe, die am Samstag einen Thread eröffnet hatte "4.11. - ChrisTina's großer Tag" - und sich entschuldigt hat, weil sie diese Woche nicht on ist - aber mir einen eigenen Thread widmen möchte zu meinem "Runden".

Und eine ihrer Mitmoderatorinnen hat ihn umbenannt und auch für das zweite heutige Geburtstagskind mit verwenden wollen - und dann hat sie der einen eigenen Thread gewidmet - und ich hab weiterhin den mit beiden Namen - und das war wieder sowas von bezeichnend - einmal freu ich mich über etwas, was nur mir gehört - und wer anderer verstümmelt und verschandelt es.

Die andere hat jetzt "ihren" Thread - und in meinem kennt sich niemand wirklich aus, für wen der jetzt wirklich ist. Ist ne absolute Kleinigkeit, aber genau in meiner aktuellen Stimmung hat auch das wieder mal mein Fass zum überlaufen gebracht - und ich hab jetzt ganzen Tag schon nicht mehr reinschauen wollen, weils mir einfach auf den Geist geht.

Ist jetzt nicht nur "gesehen werden", sondern schwingt auch was mit "meins" mit - wenn ich was schaffe, will ich es auch dem entsprechend ersichtlich haben, dass es wirklich von und aus mir entstand.

War sicher auch immer wieder mein Fehler in meinen Partnerschaften, dass ich mich automatisch zurück genommen habe,sobald ich mit einem Mann zusammen lebte - ich wollte ihn nie "übertrumpfen" - und hab auch da immer wieder in mich hinein gefressen, dass ich eigentlich die Arbeit mache - schon immer machte - und er aber im Rampenlicht stand.

Aber irgendwann lern ich auch das - ok - wenn ich mich bewusst zurück nehme, bin ich selbst schuld - aber dieses Muster wird mir ja auch dann gespiegelt, wenn ich es endlich mal richtig genießen möchte, im Rampenlicht zu stehen. Keine Ahnung, wie ich das jetzt wieder auf-lösen kann.

Montag, 3. November 2008

Melancholie

Seit 24 Jahren der erste Vorabend eines meiner Geburtstage allein zu Haus - und noch dazu vorm 50er. Schon irgendwie komisch - anders - teilweise bedrückend - teilweise auch frei, mich meiner Melancholie zu widmen - mich hinein fallen zu lassen - um durch tauchen zu können - und morgen dann wieder erfrischt und erholt aus dem Tief wieder auf zu tauchen.

Eigentlich begann der Abend ganz angenehm - dann kam ein Mail von einem langjährigen Freund:

und so fühle ich mich manchmal einsam und hab Sehnsucht nach was weiß ich was :-)


Das brachte mich nachhaltig zum Nachdenken - und brachte mich auch in eine relativ stark melancholische Stimmung - meine antwort auf diese Feststellung war dann

naja, möglicherweise nach einem anderen Menschen, der genauso tief empfinden könnte wie man selbst – wenns nicht so abgedroschen klingen würde, würd ich fast sagen wollen – nach einem/r Seelenverwandten, mit dem/der man/frau stundenlang quatschen kann und einfach für einander da sein – ohne irgend welche Hintergedanken – einfach so sein dürfen – und können – wie man/frau ist.


Und genau das ist auch mein Thema zur Zeit - ich war jehrzehntelang einsam, obwohl ich nicht allein war - und ich hatte durch meine letzte Trennung eine klare Trennung vollzogen - aber die Sehnsucht nach diesem einen Menschen, bei dem ich ich sein - und bleiben - kann - auch von meiner Seite aus mich nicht glaube, anpassen und zurück stehen zu müssen - diese Sehnsucht bleibt.

Keine Ahnung, ob es so einen Menschen geben könnte - ich geb die Hoffnung jetzt einfach nicht auf ;-)

Ich erinnerte mich auch auf unsere Diskussion vorigen Freitag beim Xing-Frühstück, wo es auch um ähnliche Themen ging - darum, ob es überhaupt möglich sein könnte, dass alles, was Herz und Körper und Seele begehrt wirklich in einer einzigen Person zu finden sein kann.

Oder ob es sich wirklich in die Richtung ent-wickelt, für Körper und Geist und Seele jeweils unterschiedliche Partner zu haben. Dies alles in einer Person wäre ja schlichtweg schon zu perfekt, um wahr sein zu können. Anderersetis gibt es auch nur die Grenzen, die wir uns selbst setzen - und von daher heißt es vielleicht einfach, die Grenzen wieder mal neu zu definieren.

Ich hab mir ja jetzt auch das Buch "Die Sehnsucht der starken Frau nach dem starken Mann" gekauft und fast in einem Stück aus gelesen - und ich stimme vielem zu, was dort steht - allerdings mit der Einschränkung, dass ich mir nicht vorstellen kann, wirklich alles mit dem selben Partner ausleben zu können - bzw. ist mir bisher noch kein Mann begegnet, der wirklich all das in sich vereinigen könnte, was ich benötigen würde, um rundum zufrieden zu sein.

Meine bisherigen Erfahrungen waren, dass sich Männer sehr wohl und gerne anhimmeln und bewundern lassen - wenn sie dann aber mit der Powerfrau konfrontiert werden wirds schon etwas schwieriger - und gleichzeitig "das Weib" ausleben - und dann wieder mal die "bewundernde Anbetende" - das packen viele einfach nicht.

Vielleicht ist mein persönliches Problem einfach auch, dass ich zu lange jetzt mit relativ emotionsfreien Partnern zusammen war - und mir ja schon grundsätzlich fast nicht vorstellen kann, dass es Männer gibt, die auch wirklich ihre Gefühle zeigen und zulassen könne - bzw. überhaupt welche haben, welche sich nicht ausschließlich auf sich selbst beziehen.

Naja, Morgen ist ein neuer Tag - die Grenze zum halben Jahrhundert ist in etwas mehr als 2 Stunden auch endgültig überschritten - und dann beginnt einfach mein ureigenstes neues Leben - wie auch immer - mit oder wen auch immer.