Was der Pauer nicht kennt, frisst er nicht

Naja, eigentlich heissts Bauer, aber war der Standardspruch meines Vaters - und seine Lebenseinstellung. Er war zwar auf allen Kontinenten ausser Australien - und hat dort auch alles Zeugs gegessen, was er bekam - teilweise auf monatelangen Expeditionen - aber Pizza war zB ein absolutes NoGo.

Diesen Itakaerfrass verschmähte er Zeit seines doch recht langen Lebens. Eigentlich waren auch Senf und Creme Fraiche ein absolutes NoGo - theoretisch - weil wenn meine Mutter die Rindsrouladen ohne Senf machte, schmeckten sie ihm nicht wirklich.


Und dann war da die Einladung meines LetztEx - wo es Geschnetzeltes gab - und ich im Vorfeld nicht dran dachte, dass wir ja ne Eßküche hatten - und ins Geschnetzelte Creme Fraiche rein kam - und das dann eben auch mein Vater sah - aber er zwang sich ein paar Bissen zu Essen - und bat dann um einen zweiten Teller, weil das schmeckte voll super :-)

Oder auch das ganze neumodische Zeugs - er war ja Fotograf - hatte da einige Fernstudien gemacht und alle stundenlang mit seinen Einstellungen gequält - und er hatte zig Fotoapparate - darunter ganz teure Stücke - und eines Tages kamm ich mit meinem SchleppDepp und zeigte ihm ein paar Fotos und er sass da und meinte - mit welchen Filtern und Stativen ich arbeiten würde.

Und ich nahm meine 70 Euro DigiCam aus der Handtasche und meinte - ist alles mit dem Ding gemacht - naja, er hat sich nicht bekreuzigt ob des Hexenzeugs :-)

Aber war eben der Spruch, der mich Zeit meines Lebens nicht nur begleitete, sondern manchmal förmlich verfolgte - und auch lange Zeit in meiner EntWicklung bremste, weil ich doch milieugeschädigt war - und mir auch nichts Neues ausprobieren traute.

Erst als sich das änderte, begann ich, mein Leben zu geniessen - freier zu werden - im Denken und im Handeln - und mittlerweile ist es die schönste Herausforderung, wenn ich neue Welten erforschen kann und darf - nicht so wie er - real Kontinente erforschen - meine Welt ist das Internet und Computersysteme - da lebe ich auf, da bin ich daheim.

Mein Zweitwohnsitz ist das Internet - ich habe auch keine Angst davor - ich weiß, dass alles, was ich dort veröffentliche - auf Dauer gespeichert bleibt - und ich poste zB in Facebook alles öffentlich - nein, ich poste nicht alles - aber das, was ich poste, ist öffentlich - dann brauch ich auch nicht nachdenken, ob das, was ich tue, von jemanden gesehen werden kann, ders nicht sehen sollte.

Nein, ich verstell mich auch nicht - ich steh zu dem, was ich tue - und wem das nicht recht ist - auch gut - in manchen Fällen isses eh besser, wenn ich mich von etwas trenne oder distanziere, was mir letztendlich nicht gut tut - und wenns nur virtuell ist - in anderen Fällen ist es schön zu erleben, dass Menschen mir so weit vertrauen, dass ich auch virtuell ihre Fahnen hochhalten kann und darf :-)

In Zukunft gilt meine ungeteilte virtuelle Präsenz wieder nur mehr meiner (un)heimlichen Leidenschaft:


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