Kind sein

Ich nenns jetzt einfach mal so - und es passt ja auch mal wieder perfekt zum heutigen Live in unserer Selbstliebe Challenge - die Begegnung mit uns selbst - mit dem kleinen Kind, welches sich nach irgendwas sehnte - und/oder - vor irgendwas fürchtete.



Mir wars schon vorige Woche bewusst - bzw. begann es bald mal, mir bewusst zu werden - was eines der HauptThemen in meinem Leben ist - welches ich bisher noch nicht zugelassen hatte - und wo es mir auch noch schwer fällt, es zu zu lassen.

Mir fehlt ja die Erinnerung an einen Großteil meiner Pflichtschulzeit - also bis so 13 oder 14 Jahre. Lange Zeit hatte ich es mit dem Tod meines Bruders in Verbindung gebracht, der ja starb, als ich 13 war - ich dachte, ich hätte daher etwas verdrängt - vielleicht die schöne Zeit mit ihm.

Später wurde mir dann bewusst, dass es ein anderes Thema ist, welches mich diese Jahre vergessen hat lassen. Während meiner NLP Ausbildung kamen einzelne Situationen hoch - aber sehr vereinzelt - und es waren eben auch gezielte Situationen.

Heute nun eine geführte Meditation zur Begegnung mit dem Ich als kleines Kind - mit dem ersten - neuerlichen - KennenLernen und Vertrauen aufbauen. Auch so eine Übung hatte ich schon mal gemacht - damals - bei der IntensivWoche zu Beginn meiner NLP Ausbildung.

Damals hatte ich mich mehr auf meine Nachbarin konzentriert, weil die zu weinen begann - und sich niemand um sie kümmerte - aber heute gings wirklich nur um mich - um uns - mich und meine jüngere Version.

Spannend - irgendwo sah ich mal ein Bild von mir von dem Tag, wo ich mit Schule begann - und genau das war eine der traumatischen Situationen in meinem Leben. Zumindst war das eben auch eine der Erkenntnisse eines NLP Prozesses.

Ich war am 4.11.1958 geboren - sprich, ich wurde am 4.11.1964 erst 6 Jahre - und die Grenze, um 1964 in die Schule gehen zu können war irgendwo September oder so - keine Ahnung.

Auf jeden Fall kam bei dem einen Prozess damals hoch, dass ich extreme Panik schob damals, weil meine Eltern drauf bestanden, dass ich früher anfangen kann und darf. Ab dann hatte ich Stress, die Erwartungshaltung derer zu befriedigen, die mir wichtig sind.

Was ich auch - wieder - fühlte, war der zusätzliche Stress, weil ich auch zart war und der Hausarzt damals meinte, er befürworte das nur, wenn ich mindestens 20 kg haben würde bis zum Schulanfang.

Wie auch immer - sie schafften es - ich durfte schon mit 5 Jahren in die Schule gehen - und alle waren happy - ausser mir - ich bekam auch alle Kinderkrankheiten - in der ersten Klasse - fehlte in Summe die halbe Zeit - und bekam auch kein Zeugnis mit Noten - sondern nur - teilgenommen.

Heutzutage würde man ein solches Kind einfach diese erste Klasse wiederholen lassen - oder hätte mans schon bei der 2. Krankheit wieder raus genommen und ein Jahr später nochmals versucht - damals war das keine Option - du gehst jetzt in die Schule - du ziehst das durch.

Irgendwann dann starb meine Großmutter, bei der ich sozusagen aufwuschs - dann heiratete mein grosser Bruder, mit dem meine Mutter ab da dann fast 40 Jahre keinen Kontakt hatte, obwohl wir im selben Ort wohnten - meine Eltern hatten einen schweren Autounfall, der eigentlich nochmals alles veränderte.

Keine ganz unbeschwerte Kindheit - und Jugend - und dann gabs da wohl noch ein Thema - eben genau das, weswegen ich dann auch alles verdrängte und blockierte.

Woran ich mich auch noch erinnern kann ist einerseits das Begräbnis des jüngeren meiner beiden Stiefbrüder aus 1. Ehe meiner Mutter - dieses Militärbegräbnis mit - ich hatte einen Kameraden - gespielt von der Militärkapelle - das kam wieder hoch beim Begräbnis meines Cousins, bei dem es die Feuerwehrkapelle spielte - ich schrieb darüber.

Und auch noch, dass mein Vater trotzdem auf seine Expedition flog, obwohl meine Mutter schwerkrank im Spital lag - und dann zwar heim kam - aber irgendwie hat sie sich davon nie erholt - und es war ab da immer eben auch - sei still, Mama gehts nicht gut- du bist schon groß, du musst jetzt dies oder jenes.

ICH MUSSTE .... damals mit 6 oder 8 - und ab damals immer - ich war ja schon groß - ich durfte mir keine Emotionen mehr erlauben - meiner Mutter ging es ja um so vieles schlechter - zuerst der Unfall - dann der Tod ihres Sohnes - sie war ja so arm.

Ich war nur das kleine - unerwünschte - Mädchen, dass beizeiten lernen musste, dass sich Frau unter zu ordnen hat - und gefälligst das zu tun, was Mann will - sollte sie die grosse Ehre haben, jemals einen ab zu bekommen.

Ich kann mich an meine Kindheit nicht erinnern - aber ich glaub auch nicht, dass ich jemals wirklich "Kind" war. Auf Fotos mit meinen beiden Brüdern sehe ich glücklich aus - und auch wie ein zufriedenes Kind - aber irgendwie fehlt das - und das schon seit längerer Zeit.

Und das ist auch genau mein Problem - dass mir Menschen immer wieder mal im Aussen spiegeln, dass sie eben noch immer "Kind" sind - dass sie die Unbeschwertheit mit genommen haben - diese Unbeschwertheit, die ich nicht kenne.

Das war jetzt eben die 3. Erkenntnis bei dem Vorfall mit Nachbars Hund und meinem Müll - diese seine Selbstverständlichkeit, dass es eben nur ein Hund ist, der spielen will.

Nein - ich weiß es nicht, wie es ist, wenn man einfach spielen will - wenn man sich nichts dabei denkt, einfach zu tun, wonach einem grad ist - sich selbst aus zu leben. Ich kenne es nicht - und ich kann es auch nicht nachvollziehen, wie es sein könnte.

Kinder sind natürlich - verspielt - grübeln nicht ständig, wie sie was tun sollten - und könnten - und müssten - sie tun, was ihnen Spaß macht. Mich hatte 49 Jahre lang niemand gefragt, was ich will - ich hatte zu funktionieren - das war mir von klein auf eingetrichtert worden.

Ich hatte in der Vorwoche beschlossen, dass ich dieses "Kind sein" einfach mal ausprobieren sollte - und heute dann diese Übung - na dann, schaun ma mal, was da noch draus wird.


Bild von suju auf Pixabay

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