Flucht aus dem Elternhaus durch absichtlich herbei geführte Schwangerschaft
Ich hatte es hier im Blog sicher schon mal erwähnt, dass ich mit einer verdeckt narzisstisch agierenden Mutter groß geworden bin. Und ich habe im Laufe der Jahre schon vieles über mich erfahren, von dem ich keine Ahnung hatte. Aber das heute - naja, eigentlich gestern, aber da ich nicht schlafen kann, schreib ich mal wieder nächtens drauf los - setzte dem Ganzen die Krone auf.
Wieder mal zu Besuch bei lieben Freunden, kam auch irgendwie das Thema - meine erste Ehe - zur Sprache und meine Gesprächspartnerin meinte so nebenbei - "sei ehrlich, deine erste Ehe war eine Flucht aus dem Elternhaus" - und ich so - "ja, sicher war ich froh, dass ich dort weg kam."
Und dann kams - "Deine Mutter hat uns mehrfach erzählt, dass ihrs getrieben habt wie die Karnickel, immer, wenn sie Nachmittagschicht hatte - damit du schwanger wirst und von zu Hause weg kommst."
Ich saß da wie vom Blitz getroffen.
Also ich weiß ja schon länger, dass sie allen - inklusive meiner Tochter - immer wieder erzählte, dass ich ja abtreiben wollte - dass ich eben diese meine Tochter nie wollte.
Und offensichtlich erzählte sie gleichzeitig aber auch, dass ich absichtlich schwanger geworden war, um weg zu kommen. Für mich ist das irgendwie ein Widerspruch in sich, weil wenn ich absichtlich schwanger geworden wäre, warum hätte ich dann abtreiben sollen?
Passt nicht wirklich zusammen.
Wobei - und jetzt kommt der Clou an der echten Geschichte. Ich war 18 - ich war absolut naiv - unaufgeklärt - und ich bekam von Beginn an meine Periode unregelmäßig. Also drängte mich, schon bevor ich meinen 1.Ex kennen lernte, meine Mutter dazu, dass ich mit ihr zum Frauenarzt fuhr, damit mir der die Pille verschreibt.
Tat ich. Obwohls mir voll peinlich war - also nicht so sehr die Untersuchung, als die Tatsache, dass außerhalb dieser Untersuchung ständig meine Mutter dazwischen quatschte. Wie auch immer - ich bekam meine Rezept - ich nahm "die Pille" nach Vorschrift - und dachte mir nichts weiter dabei - hatte ja eh alles meine Mutter ausgehandelt.
Aber sie hatte "vergessen", mir zu sagen, dass ich nicht "die Pille" nahm, sondern nur ein Hormonpräparat, damit ich meine Periode regelmäßig bekam. Stimmt, ich hätte den Beipacktext komplett lesen müssen - und nicht nur die Einnahmevorschriften - aber - wie schon erwähnt - absolut naiv - und damals noch an den Zusammenhalt der Familie glaubend.
Ok - nachdem wir 2 Monate "zusammen" waren, musste ich eine Pause machen - und wir hatten 3 Wochen lang absolut keinen Sex - damit ich ja nicht schwanger werde - und dann kam die Periode aber nicht mehr.
Bei der ersten Untersuchung bei meinem damaligen Frauenarzt meinte der nur, sind eben meine hormonelle Schwankungen - und das wird schon - nachdem es 2 Wochen noch nicht anders war, wechselte ich den Frauenarzt - einen bekanntermaßen absoluten Abtreibungsgegner.
Der meinte dann 1. ich sei im 2. Monat - und 2. ich sei noch viel zu jung, um das Kind zu bekommen - und solle doch bitte darüber nachdenken, es weg zu machen.
Ich hatte es zwar nicht absichtlich arrangiert - aber wenn schon, denn schon. Allerdings wußte ich echt nicht, was ich tun sollte - stand damals kurz vor der Matura - ohne Job - ohne irgend welche Aussichten für irgend eine Art von Zukunft mit einem Kind.
Also erzählte ich meiner Mutter von diesem Vorschlag des Arztes - ihre Antwort darauf war - "Wenn du alt genug bist, um schwanger zu werden, bist du auch alt genug, selbst zu wissen, was du tun sollst." War mir jetzt keine wirkliche Hilfe - aber da mein dieser letztendlich 1. ExEheMann abends heim kam und meinte - "Wir könnten ja heiraten" - war das Thema für mich vom Tisch.
Noch ein Detail am Rande - ich sagte damals zum neuen Frauenarzt, dass der von ihm errechnete Geburtstermin nicht stimmen konnte - weil zu der Zeit hatten wir eben gar keinen Sex - eben deshalb, weil ich nicht schwanger werden wollte.
Und letztendlich bewies der echte Geburtstermin genau das - weil man hat mir die Geburt eingeleitet, weil ich angeblich schon über 2 Wochen "drüber" war - und mir auch die Ärzte nicht glaubten, dass der errechnete Geburtstemin nicht stimmen konnte.
Ok - in der Welt meiner Mutter wurden diese Tatsachen zu - der Vater meines Kindes und ich haben es absichtlich getrieben wie die Karnickel, damit ich schwanger werde - und gleichzeitig - ich hatte das Kind ja wegmachen wollen.
Noch ein kleiner FunFakt am Rande - irgenwann meinte mein 2.Ex in einem Gespräch - "damals warst du noch nicht mal ein geiler Gedanke" (ich bin 10 Jahre jünger als er) - hielt dann kurz inne - und ergänzte - "wobei ich nicht glaube, dass deine Mutter jemals etwas wie einen geilen Gedanken hatte"
Von daher relativiert sich das "treiben wie die Karnickel" nicht nur - sondern könnte auch irgendwie auf Neid und Mißgunst hin weisen. Noch ein FunFakt - der ältere meiner beiden Halbbrüder war angeblich eine Frühgeburt - er kam 6 Monate nach ihrer 1. Eheschließung auf die Welt.
Und bezüglich Abtreibung und das Kind nicht bekommen wollen, könnte sie auch eher von sich auf mich geschlossen haben - wobei ich das nicht beweisen kann - aber durch zahlreiche Aufstellungen und Coaching davon überzeugt bin, dass sie mich hat abtreiben wollen - dabei aber "nur" meinen Zwilling tötete.
Noch dazu war dann das, was übrig blieb, "nur" ich = eine Tochter - was sowieso ein absolutes NoGo war, weil sie doch aus 1. Ehe 2 Söhne hatte - und ihr 2. Mann auch unbedingt einen Sohn wollte - aber letztendlich mit mir vorlieb nehmen musste.
Rückblickend betrachtet das volle Muster von narzisstisch veranlagten Menschen - man nehme ein Körnchen Wahrheit - umhülle es mit mehreren Lagen von bewussten und vorsätzlichen Lügen - und stelle damit das eigentliche Opfer als miesen Täter dar.
Und zum - treiben wie die Karnickel - noch etwas - angeblich war mein Vater nicht zu Hause (weiß ich nicht mehr, aber kann durchaus sein) - und sie war arbeiten - und immer dann trieben wirs - jetzt frage ich mich allerdings auch - wer hatte es ihr erzählt? Wenn doch außer mir keiner zu Hause war?
Ich habe übrigens auch kurz das Thema Narzissmus angesprochen bei dem Gespräch gestern - und die Frage in den Raum gestellt - "wer, glaubt ihr, war das ungeliebte Kind - und wer das Goldkind?" Und beide nannten meinen Bruder, der verstarb als ich 13 war als "den" Goldjungen - nachem der ältere damals schon mit unserer Mutter gebrochen hatte, blieb also nur mehr ich als das ungeliebte - in meinem Fall vielleicht sogar - von Seiten meiner Mutter - gehasste - Kind übrig.

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