Jobsuche

Manchmal frage ich mich, ob Menschen, die angeblich einen Job suchen, auch wirklich einen Job suchen. Naja, ich war ja seit 1998 immer wieder in unterschiedlichsten AMS Maßnahmen tätig, von daher bin ich sicher auch milieugeschädigt ;-)



Ja, klar, die Menschen, die in derartige Maßnahmen kommen - kommen selten freiwillig - und die meisten sehen es als Schikane, was es manchmal sicher auch ist - aber Fakt ist, Menschen, die wirklich arbeiten wollen - kommen selten bis nie in derartige Maßnahmen - oder bleiben nicht lange - weil sie nur einen kleinen Schubs in die richtige Richtung brauchen.

Jene, die wiederholt in derartige Maßnahmen kommen, haben irgend ein Thema, welches noch nicht geklärt ist - sonst hätten sie schon eine Arbeit.

Ja, ich war selbst 2x in derartigen Maßnahmen - beide Male nach meiner letzten Scheidung - zu einer Zeit, wo ich ne Auszeit gebraucht hatte - und mir diese auch bewusst gegönnt habe. Nach 15jähriger Selbständigkeit war ich ausgepowert und hielt den täüglichen Kampf ums Überleben nicht mehr aus.

Aber ich kam auch nicht auf die Idee, mich einfach arbeitssuchend zu melden und Mindestsicherung zu beantragen - sondern ich suchte mir einen neuen unselbständigen Job, um wieder Anspruch auf Arbietslosenentgelt zu bekommen - und dann regenerierte ich mich ausgiebig, bevor ich neu durch startete.

Die erste der Maßnahmen, in die ich in der Zeit geschickt wurde, dauerte 5 Wochen - war immer Montags und Dienstags Vormittags und dann entweder Donnerstag oder Freitag am Nachmittag.

War also recht wenig Zeit, die ich dort verbrachte - und es war irgendwie zwar theoretisch tragisch - für mich - weil ich die 15 Jahre zuvor genau in solchen Maßnahmen unterrichtet hatte - aber praktisch wars irgendwie auch ganz lustig.

Die zweite Maßnahme war etwas mühsamer, weil sie nicht in unmittelbarer Umgebung war - sondern in Wiener Neustadt - was täglich mit Parkplatzsuche verbunden war. Und dort begann es mich dann auch nach ca. 5 Wochen derart zu nerven, dass ich beschoss, in der nächsten Maßnahme stehe ich wieder auf der anderen Seite.

Ich hab mich also flächendeckend beworben - und letztendlich habe ich dann auch bald wieder einen neuen Job gefunden gehabt - und das mit 50+ - ich war mir allerdings auch nicht zu schade, einen Job anzunehmen, bei dem ich nicht viel mehr Geld verdiente, als wenn ich weiter arbeitssuchend gemeldet gewesen wäre.

Das ist oftmals einer der Hauptgründe, warum keine neuen Jobs gefunden werden - weil manche einfach derart überzogene Forderungen stellen, dass es von Beginn an klar war und ist, dass es nichts werden wird.

Ein weiterer Grund ist es, dass manche einfach für das, was sie glauben, machen zu können - einfach nicht geeignet sind - auf unterschiedlichste Art und Weise. Was jetzt aber nicht wirklich tragisch wäre, wenn dies nicht auch mit Sturheit und Ignoranz verbunden wäre.

Wie auch immer - ich brauche keinen Job mehr - daher bin ich auch aus Facebook aus vielen Gruppen ausgestiegen - ich ertrag die Dummheit mancher einfach nicht mehr. Wer nicht mal ein Jobangebot lesen und verstehen kann - oder will - sollte vielleicht einfach mal überlegen, etwaige Einschränkungen feststellen zu lassen.

Und zu der Aussage eines unserer österreichischen Plitiker, dass die armen Kiddys in der Schule sitzen während ihre langzeitarbeitslosen Eltern noch im Bett kuscheln - Irrtum - die Kiddys einiger der langzeitarbeitslosen Eltern sitzen nicht brav in der Schule, weil die gammeln auch irgendwo rum und werfen Alk oder Drogen ein - oder klauen sich durch die Gegend.

Woher auch?

Ist doch klar, dass auch heutzutage noch die Eltern eine gewisse Vorbildwirkung haben - und wenn Kiddys bereits in 3. Generation arbeitssuchend gemeldet sind - oder zu Hause lernen, dass man sich mit - "nicht verstehen" - vortrefflich über die Runden rettet - woher sollten sie auch nur ansatzweise so etwas wie Arbeitsmoral oder Freude am Arbeiten bekommen?

Wenn Eltern von 16-jährigen hilflos zuschauen, wie ihre Kiddys in irgendwelche Süchte abstürzen - und hilflos dagegen sind - dann bin ich froh, dass ich schon in Pension bin, weil, ob sich der Sozialstaat das in 10 oder 20 Jahren überhaupt noch leisten kann, wage ich zu bezweifeln.

Da ist schon viel früher etwas schief gelaufen - da kann dann auch in der Jugend niemand mehr retten, was in der Kindheit verbockt worden ist. Oftmals sind es alleinstehende Mütter mit Söhnen, die immer alles für ihren Liebling getan haben - und dann im fortgeschrittenen Alter merken, dass fallweise Grenzen vielleicht förderlich gewesen wären - damals - in der Kindheit.

Ich erinnere mich aber auch noch gut an eine Teilnehmerin einer derartigen Maßnahme - sie erzählte mir mal, dass sie gerne Menschen helfen möchte - für sie kochen - sie unterstützen - auch, einfach mit ihnen reden und für sie da zu sein - aber derartige Jobs gibt es nicht wirklich am freien Arbeitsmarkt.

Auch sie hat ihre Erfüllung gefunden - und sie gibt ihren Kindern ein Vorbild, welches nicht auf Ausbeutung und Sozialschmarotzen abzielt, sondern auf gewissenhaftes Tun für ein gemeinsames Miteinander.

Ja, sie ist noch immer arbeitssuchend gemeldet - aber sie hilft quasi Vollzeit in einem sozialen Verein. Ihr Engagement bewundere ich ehrlich. So etwas finde ich wesentlich sozialer - in Hinblick auf ein gemeinsames Miteinander - als Menschen einfach in irgendwelche Maßnahmen zu stecken, wo sie nur für ständigen Mißmut und Unfrieden sorgen.

Klar läuft einiges falsch in unserem Sozialstaat - aber solange es nur darum geht, schön dazustehen - sich zu profilieren - sich auf Kosten anderer zu bereichern - solange von PolitikerInnen - und auch jeglicher Art von LehrerInnen - nicht verlangt wird, mal wirklich ernsthaft in einem richtigen Job zu arbeiten, bevor man sich auf seinen Lorbeeren ausruhen darf - wird kein generelles Umdenken stattfinden - nicht stattfinden können.

20 Jahre in dem Bereich reichen vollkommen - mir ;-)

In diesem Sinne - meine Tochter hat einen Job - mein ehemaliger Kollege beginnt diese Woche in seinem neuen Job - und sonst gibt es niemanden mehr, für die oder den es für mich wichtig wäre, sie/ihn bei der Jobsuche zu unterstützen.

Ja, ich war gut in dem, was ich tat - und ich werde auch gut in dem sein, was ich in Zukunft machen werde - das hat dann aber nichts mehr mit Jobsuche zu tun - auch nicht damit, einen zu finden.


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