was mich krank machte

Ich hatte letztens geschrieben, mein Job hat mich in letzter Zeit krank gemacht. Das stimmt so nicht. Es war nicht wirklich der Job - es waren die Begleiterscheinungen - und daher war es mir auch wichtig, die letzten Beiträge zu schreiben.

Schreiben ist mein Leben - egal, ob es Bücher sind - egal, ob gedruckt oder als eBook - oder meine Blogs - zu unterschiedlichen Thematiken. Der Blog hier sind meine Gedanken - ist der Platz, wo ich über alles schreiben kann - und jetzt auch wieder darf.

Ich brauch keine Rücksicht mehr auf die Befindlichkeiten von irgendwen nehmen, weil es hat auch nie jemand auf meine Rücksicht genommen - und ich nehme mir jetzt die Freiheit, sehr wohl auch über die Dinge zu schreiben, die mich in den letzten Jahren belastet haben.

Aber keine Angst - jene, die mich nachhaltig daran gehindert hatten, mich weiterhin hier ausleben zu können/dürfen - ich werde nicht alles hier schreiben. Eure Drohungen  und Verwarnungen tangieren mich zwar nicht mal mehr peripher - aber ich werde in Zukunft brisantes Material unter einem Pseudonym veröffentlichen.

Ihr könnt also alle beruhigt schlafen, ihr werdet hier nichts mehr lesen müssen, was euch den Schlaf rauben könnte. Die, die mich und meinen Schreibstil kennen, werden trotzdem wissen, was von mir ist - und die anderen .....

Wie schon erwähnt, war ich über 20 Jahre im AMS Kontext tätig, ich hatte also ständig mit Langzeitarbeitslosen zu tun, die in irgendwelche Maßnahmen geschickt wurden - egal, ob es auch nur ansatzweise Sinn machte - oder auch nicht.

Die meisten waren gefrustet - in all den Jahren - durchgängig.

Durch meine offenen Zentren - entsprechend der Human Design Matrix - habe ich diesen Frust nicht nur gespürt, sondern fallweise auch übernommen - und nach Hause getragen.

Nein, es lag nicht an einem bestimmten Institut - es war überall gleich - der Großteil der TeilnehmerInnen sah es als Schikane und war deshalb entsprechend widerwillig.

Und - ganz im Ernst - wozu muss ein 60jähriger Handwerker lernen, wie er Bewerbungen schreibt - wenn er schon den Termin für seinen Pensionsantritt weiß? Oder ein 61 jähriger Handelsvertreter lernen, wie man verkauft - nachdem er über 30 Jahre in dieser Branche gearbeitet hatte?

Oder ich - warum musste ich mit über 50 lernen, wie man Bewerbungen und Lebenslauf schreibt - wenn ich das unmittelbar zuvor für 15 Jahre - für genau die Einrichtung - und genau das - unterrichtet hatte - also die, die mich dann auf diesen Kurs schickten?

Ich meine, ich hatte ja Glück, dass mein letzter unselbständiger Job nur 1 Monat vor Pensionsantritt endete - weil dadurch brauchte ich nicht mal persönlich auf mein zuständiges AMS gehen, sondern konnte alles elektronisch erledigen.

Doch es war nicht nur das.

Was mich immer wieder betroffen machte war die Unzuverlässigkeit und die Weigerung, selbst Verantwortung zu übernehmen. Nein, bei den TeilnehmerInnen nicht, da war klar, dass es eben jeweils gewisse Themen gab - sonst wären sie nicht in den Maßnahmen gesessen, sondern hätten einen Job gehabt.

Ich habe aus einer diese Maßnahmen einen lieben Bekannten, mit dem ich mich fallweise zum Frühstücken oder im Sommer auf ein Eis treffe. Er kennt mich jetzt schon seit über einem Jahrzehnt und letztens meinte er - kannst du das überhaupt? Also nichts tun?

In diesem Moment wurde es mir schlagartig bewusst - er hört mir zwar zu - und versteht teilweise auch, was ich sage - aber letztendlich stülpt auch er immer wieder "seins" drüber - ignoriert er einzelne Aussagen, weil sie nicht in sein Bild von mir passen.

Ich hatte schon länger kommuniziert, dass ich nach Pensionsantritt mal nichts machen werde - mich erholen, mirs gut gehen lassen - und jetzt sind auf einmal so viele Menschen überrascht, weil ichs tu. Leute, ich habs immer und immer wieder gesagt - und manchmal auch geschrieben.

Ja - es ist mein Thema - ich höre zu - ich versuche, mein Gegenüber zu verstehen - manchmal auch durch wiederholtes Nachfragen, bis ichs für mich wirklich verstehe - und ich merke mir Dinge, die besprochen wurden - wenn mir die Person wichtig ist - wenn nicht, kann sie plappern, was sie will.

Und bei mir wars mit meinen Jobs immer so wie mit meinen Ehemännern - solange ich sie geliebt habe, konnten sie Alles von mir haben - aber nach meiner "inneren Kündigung" schaute ich nur mehr, wie ich schnell weg komme.

Die Beziehungen mit meinen Exen dauerten 3, 16 und 8 Jahre - meine Jobs eigentlich nie länger als 4 Jahre. Weil ich auch einfach die Fähigkeit - oder auch das Problem - habe, manche Menschen besser zu kennen als sie es selbst tun.

Nein, ist jetzt keine größenwahnwitzige Überschätzung meiner selbst, sondern etwas, was mir schon mehrfach kommuniziert wurde. Wenn ich jemanden liebe, bekommt er ein rosa Mascherl und ich schaue nicht allzu genau, wer und was und wie er ist.

Sobald eben dieser Knick kommt - was im Berufsleben als innere Kündigung bezeichnet wird - dann schau ich genauer hin - dann analysiere ich auch einen ehemals geliebten Menschen - rücksichts- und vorbehaltlos.

Ich hatte in den letzten Jahren mehrere derartiger Knicks - Erkenntnisse, dass ich mich in Menschen getäuscht hatte - oder mich hatte - teilweise viel zulange - täuschen lassen. Aber trotzdem war da noch meine Harmonisucht, die es mir nicht möglich machte, diese ganzen aufgestauten Emotionen endlich wirklich raus zu lassen.

Jetzt mache ich seit Wochen Winterschlaf - schaue nur auf mich - tue, falls überhaupt, nur mehr, was ich wirklich will - und arbeite auch all das auf, was ich in den letzten Jahr(zehnt)en immer wieder in mich reingefressen habe.

Ich komme langsam aber sicher endlich wirklich bei mir an.

Oder - wie es meine Kartenlegerin so schön formulierte - "Jetzt ist es mal Zeit, dass du dich um deine Seele und ihre Bedürfnisse kümmerst - dass du zurück kommst in deine Mitte."

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