Sensibelchen

Es lässt mich nicht los - es kommt immer und immer wieder hoch - und macht mich zornig - ich bin wütend, weil es einen Menschen gibt, der mir das unterstellt - ein Mensch, von dem ich jahrelang gedacht hatte, dass er mich wirklich kennen könnte - und in Wirklichkeit hatte er nicht die geringste Ahnung von meinem wahren Wesen.

Natürlich hats auch mit

Ent.Täuschung

zu tun - mit dem Ende (m)einer Täuschung. Ja, es ist mir bewusst, dass auch ich mich getäuscht hatte - es nicht sehen wollte und konnte, wie falsch er mich einschätzt - wie wenig er doch wirklich von mir wusste - wie wenig er überhaupt wissen wollte.


Er war immer da, wenn es mir schlecht ging - ich konnte ihn jederzeit anrufen - und er redete stundenlang mit mir - am Telefon und auch real - für mich war er über Jahre meine Bezugsperson - mein bester Freund - mein Vertrauter - und dann komm ich drauf, dass er nicht mal die geringste Ahnung von mir und meinen Bedürfnissen und Befindlichkeiten hat.

Klar - es hat ihn nie wirklich interessiert, wer oder was sein Gegenüber ist - für ihn zählte immer nur seine Meinung - und seine Überzeugung - er nahm eigentlich selten bis nie Rücksicht auf die Befindlichkeit seines Gegenübers - so nach dem Motto:

"Wenn ich dir nicht gut tu, ist das dein Problem - du hast mich in irgend einer Form in dein Leben gerufen - und jetzt bin ich da und du musst damit leben, dass ich so bin, wie ich bin" - ohne Rücksicht auf Verluste - im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Erkenntnis tut weh - aber sie ist aus zu halten - gibt akutell genug Menschen in meinem Umfeld, denen ich ähnlich wichtig bin, wie er es mir war - und das ist einfach etwas, was ich nicht mehr missen möchte - weils einfach nur schön ist und gut tut.

Ich hatte gestern eine Diskussion auf Facebook, dass ich ent.täuscht sei, weil ich ihm offensichtlich doch auch genauso wenig wichtig war wie alle anderen - tja - warum auch hätte ich was "Anderes" oder "Besseres" sein sollen? Warum hätte ich eine andere Rolle in seinem Leben spielen sollen wie alle anderen - die er gegen die Wand laufen läßt, wenn sie nicht so re.agieren wie er es vorsieht?

Nur, weil er mir mal sagte, ich würde ihn besser kennen als jeder andere Mensch? Nur, weil er mir ganz selbstverständlich die Zigarette anrauchte - von Beginn an - warum sollte ich da auf die bescheuerte Idee kommen, dass ich wichtiger sein könnte als jede andere "Tussi" in seinem Leben?

Nur, weil er innerhalb kürzester Zeit bei mir war als mir der Bub ins Auto lief - oder mir 2 Monate später eine ältere Dame mein Auto schrottete? Nur, weil er mir in letzter Zeit immer wieder und öfter sagte, wie sehr er mich bewundere, weil ich grad voll in meine Kraft komme?

Tja - warum sollte ich irgend eine Form von Wichtigkeit haben? Ich, das kleine bescheuerte Sensibelchen, dass man(n) mit nichts belasten darf, damit ich ja nicht das Handtuch schmeisse und aufgebe.

Ich? Sensibelchen?

3x geschieden - das Haus und den Kredit und mich selbst damit übernommen? Mich selbst wieder aus der Sch..... geholt? So wie damals, als ich die Wahl hatte zwischen absoluten Absturz oder ein neues Leben beginnen - vor weit mehr als 30 Jahren - so ein Sensibelchen wie mich kann man(n) doch nicht belasten.

Sorry, aber ich packs einfach nicht - ich war jetzt einige Tage irgendwie schaumgebremst - und in mir war eine absolute Leere - ich habe mich auch energetisch von ihm getrennt - mit Hilfe einiger lieber Menschen - und jetzt füllt sich diese Leere grad mit ...... ja, mit was eigentlich?

Mit Zorn auf mich selbst, weil ich mich hab blenden lassen? Mit Wut, weil ich viel Energie in Projekte gesteckt hatte, die letztendlich immer zum Scheitern verurteilt waren? Mit stundenlangen Gesprächen, die sich letztendlich auch nur im Kreis drehten?

Hatte ich mir wirklich erhofft, dass ich eine andere BeDeutung für ihn haben könnte? Jemals haben würde? Nachdem er mir schon vor über 4 Jahren gesagt hatte, dass er mich zwar "als göttliches Wesen" schätzen würde - aber ansonsten seine Finger sicher von mir lassen würde.

Was hatte ich gedacht? Dass er mich als das wahrnimmt, was ich bin? Wie hätte er es tun können? Hatte ich ihn doch auch ganz anders wahrgenommen als er war - ich hätte lange Zeit die Hände für ihn ins Feuer gelegt - ich war immer hinter ihm gestanden - auch, wenn ich wusste, dass er grad mal wieder nachhaltig Sch.... baut.

Ich wäre auch immer für ihn da gewesen - wenn er jemals das Bedürfnis gehabt hätte, sein Herz aus zu schütten - oder sein wahres Selbst zu zeigen - ich hätte mich gefreut, wenn er irgendwann mal so viel Vertrauen zu mir aufgebaut hätte, dass ich ein kleines Stückchen seines wahren Wesen erblicken hätte können.

Ja - ich war echt so größenwahnsinnig, an ein Wunder zu glauben. Naja, vorbei ist vorbei - ich bin aufgewacht - aus einem schönen Traum, der letztendlich eigentlich ein jahrelanger Albtraum war - gefangen in einer Liebe, die nie und nimmer auf Ressonanz gestossen war.

Immer und immer wieder verschwand er - um einige Zeit später wieder vor mir zu stehen - als ob nichts gewesen wäre - und ich ließ mich jedes Mal wieder drauf ein - worauf auch immer - weil er ließ eh nie Zweifel daran bestehen, dass er kein persönliches Interesse an mir zeigen würde - und auch nicht zulassen würde, dass sich dieser Zustand ändert.

Tja - die Hoffnung stirbt zuletzt - aber wenn sie tot ist - ist sie es - in meiner Welt - in meinem Leben.

Ich hatte schon öfter gedacht, dass ich "drüber hinweg bin" - dass ich die ganze Geschichte hinter mir hätte - aber immer wieder hoffte ich drauf, dass er wieder käme - und immer wieder tat ers.

Gemäß der Human Design Matrix habe ich einen definierten Kanal der nennt sich "zyklische EntWicklung" - das bedeutet, unter anderem, dass ich eine Geschichte - ein Thema - immer nur dann abschliessen kann, wenn es für mich passt.

Solange er verschwand - und irgendwann wieder autauchte - wars für mich anscheinend noch nie wirklich so weit, dass diese meine EntWicklung, dieser mein Zyklus, wirklich abgeschlossen war - diesmal kam so viel zusammen, dass die EntScheidung von mir aus fiel - und daher kann ich sie jetzt wirklich vollziehen.

Es hat mich viel Kraft und Energie gekostet - teilweise auch Geld - aber ich war so geblendet von der Idee, an der Seite eines (für mich tollen und faszinierenden) Mannes zu stehen - zumindest manchmal - dass ich es frei.willig in Kauf nahm. Er tat mir unendlich gut - und er wusste es auch.


Nein, ich gebe ihm keine Schuld - ich gab jetzt einige Zeit mir die Schuld, weil ich mich so reingesteigert hatte - also aus meiner Sicht - gibt sicher Frauen, die sich noch viel ärger in solche Geschichten rein hängen - aber ich hatte ja schon mal erwähnt - ich hab da ja eine eher männliche Sichtweise - von daher isses nicht wirklich "extrem".

Aber ich ärger(t)e mich trotzdem über mich, dass ich so viel Ressourcen verschwendet hatte in den letzten Jahren - wobei - die hatte ich auch für andere Menschen vergeudet - verschenkt - ohne Dank und/oder Wertschätzung - von daher - bei ihm hatte ich wenigstens das gute Gefühl, das mir seine Nähe bereitete.

Ok - viel hat sich ver.ändert - ich habe mich ver.ändert - ich bin mir selbst wichtiger wie noch vor einem halben Jahr - ich habe jetzt Menschen in meinem Umfeld, die mich so nehmen, wie ich bin - die mich nicht auf den "Weg der Kaiserin" bringen wollen, damit ich ihren Vorstellungen dessen, was sie (manchmal) an ihrer Seite haben wollen - entspreche.

Und ich hatte in den letzten Wochen und Monaten mit ganz anderen Menschen lange Gespräche geführt - speziell mit einem Menschen - der mir immer wieder mal Sachen gesagt hatte - direkt und unverblümt, die mich schon zum Nachdenken veranlasst hatten - er hat viel bewirkt in meinem Leben - und vielelicht auch ich in seinem - obwohl sich unsere Wege anscheinend auch wieder getrennt haben.

Mir ist einiges bewusst geworden - ich habe für mich EntScheidungen getroffen - habe die Thematik gefunden, für die ich mich ernsthaft begeistern kann - habe eine Möglichkeit gefunden, wo ich all das, was mir wichtig ist, ausleben kann - wollte aber wieder mal nicht von diesem einen Menschen los lassen - und hätte ihn beinah noch näher an mich ran gelassen wie vorher.

Gottseidank hat das Schicksal es gut mit mir gemeint - und mir mit genau jenen Mitteln, die mich wachrütteln, klar gemacht, dass es für mich andere Pläne gibt - ich bin nicht dazu geboren, auf die Freundschaft und Zuneigung eines Mannes zu hoffen, dem ich eigentlich genauso egal bin wie der Rest der Welt.

Ja - es tat weh - und es tut weh - aber wie heisst es so schön - Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Ich hab jetzt noch einige Tage um das eigentliche Thema rum gegrübelt und auch drum herum geschrieben - aber es nutzt alles nix - wie sagte ein ehemaliger Freund immer so schön - ich war da reingekippt - voll und nachhaltig - viereinhalb Jahre lang.

Es bedurfte mehrer Erkenntnisse, um mich auf zu wecken - und alle hatten sich dazu verschworen - genau jetzt in meinem Leben auf zu treten - und mich wach zu rütteln. Also bleibt mir nur mehr eins zu sagen.

Es war manchmal sehr schön - es hat mich sehr gefreut - aber es hat halt nicht sein sollen - oder, um es mit den Worten aus familienaufstellungstechnischer Sicht zu sagen - SCHADE.

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