von Alkis und sonstigen Süchten

Ich hatte ja schon öfter kommuniziert, dass ich keine Menschen mehr in meinem Umfeld haben möchte, die dem Alkohol oder Drogen verfallen sind. Naja, eigentlich hatte ich damit schon immer ein Problem, aber ich hatte es noch nie so deutlich kommuniziert wie jetzt, seit ich in Pension bin.



Ja, ich gestehe jedem Menschen zu, dass er sich mal in einer Sucht verliert - aber ich bewundere jede und jeden Einzelnen von denen, die da wieder raus kommen. Aber ich mag mich nicht mehr mit jenen umgeben, die drin stecken und auch gar keine Ambitionen haben, aus ihrer Scheinwelt wieder auftauchen zu wollen.

Denn nichts anderes ist es - eine Flucht vor der Realtiät - jegliche Sucht - meiner Meinung und Erfahrung nach. Mein grosses Problem ist, dass ich immer wieder feststellen musste, dass ich Menschen, die in einer Sucht verhaftet sind, nicht trauen kann.

Und da Vertrauen etwas ist, was mir in jeglicher Art von Beziehungen und Partnerschaften eins der wichtigsten Dinge ist - ist es mir meist auch nicht möglich, noch jemanden zu vertrauen, der dieses mein Vertrauen mißbraucht hat - sei es bewusst oder unbewusst (ausgelöst durch die Sucht).

Mir ist vor Kurzem so richtig bewusst geworden, dass ich mit Süchten aufgewachsen bin - nicht mit Alkohol oder Drogen - aber trotzdem.
 
Mein Vater ist immer wieder in seine Scheinwelt der Freiheit geflohen, indem er wochen- oder sogar monatelang an Expeditionen teilnahm - und sich dann eben auf irgendwelchen Gipfeln stehend - endlich frei fühlte - um dann wieder runter zu kommen und sein - in seinen Augen - erbärmliches Leben - weiter zu führen wie vorher.

Bei meiner Mutter gab es eigentlich nur eine Sucht - meinen Vater - und ihm alles so zu richten, dass er sich endlich wohlfühlen möge - in dieser Ehe - in dieser Familie - meine Mutter, die ihm seine jeweilige Flucht finanzierte - und geduldig zu Hause wartete, ob und wann er zurück kommt.

Ja, es ist mir auch bewusst, dass mein Vater von einer Todessehnsucht getrieben war - er erzählte es oftmals, dass er durch steile Wände barfuß kletterte - alle bewunderten ihn dafür - aber es war schlichtweg verantwortungslos - und ich unterstelle, sein Leben war ihm nicht wirklich was wert - ausser, er stand auf einem Berggipfel und genoss "seine" (zeitlich beschränkte) Freiheit.

Ok - meine Brüder lassen wir mal beiseite - der eine starb in jungen Jahren - der andere hatte letztendlich einen Pensionsschock, der ihn dahin raffte. Kommen wir zu anderen Männern in meinem Leben, die mir nahe standen. Also meine Exen lasse ich auch mal aussen vor, sie wären zu leicht zu identifizieren ;-)

Aber es gibt einige Lover - und auch jene, die es nie werden wollten - wo es nicht so einfach nachvollziehbar ist, von wem ich jetzt schreibe - also schon, die, die mir wirklich nahe stehen, wissen sehr wohl, um wem es geht - aber es ist irgendwie trotzdem wie ein roter Faden, dass ich immer wieder mit Süchten konfrontiert wurde.

Wobei ich auch noch eins sagen muss - ich war jahr(zehnt)elang oftmals einfach zu naiv, ums zu bemerken, dass jemand dem Alkohol - oder Drogen - verfallen war. Ich war zu leichtgläubig, um davon aus zu gehen, dass erwachsene Menschen nicht mit der Realtiät klar kommen.

Ja, auch in meinem Leben gab es mal ne Situation, in der ich vor der Wahl stand, mich weiter "gehen" zu lassen - oder einfach einen Schlußstrich zu ziehen und neu zu beginnen - ich habe mich damals für den Neubeginn entschieden - und es seither nie bereut.

Stimmt nicht ganz - irgendwann später hab ich dann von dieser Todessehnsucht gekostet - in der Früh aufzustehen und zu schauen, ob mein Auto zu Hause steht und zu wissen, dass ich selbst nach Hause gefahren war - die Überlegungen, auf schneeglatter Fahrbahn weiter aufs Gas zu steigen und den nächsten Baum zu umarmen.

Aber es gab letztendlich immer wieder einen Grund, weiter leben zu wollen - und so stellte ich mich meinen Dämonen - immer und immer wieder - ohne Alk - ohne Drogen - ohne sonstige bewusstseinserweiternden Mittelchen. Ich weiß, es geht auch ohne ;-)

Wahrscheinlich ist aber auch grad das der Grund, warum ich mich nicht mehr mit Menschen abgeben möchte, die nicht wieder raus kamen und kommen - die sich selbst in ihren Süchten verlieren - und auch gar keine Ambitionen zeigen, da wieder raus zu kommen.

Da gab es den Mann in meinem Leben, der mir den geilsten Sex bescherte, den ich jemals hatte - aber irgendwas stimmte nicht - manchmal schlief er ganz einfach ein - ein anderes Mal rebellierte mein Körper - bis ich dann drauf kam, dass er Alkoholiker war - schon seit Jahren.

Er hatte auch immer wieder "Ausfälle" - also er war fallweise 2 bis 3 Tage "verschwunden" - und  wenn er wieder auftauchte, wars von seiner Seite, als ob nichts gewesen wäre - er ignorierte jegliche Fragen nach dem "was war?"

Ich schlug ihm noch einen Deal vor - er kann tun und lassen, was er will - aber wenn er mit mir unterwegs ist, hat er halbwegs nüchtern zu sein. Er hatte es noch genau 3 Wochen geschafft, durch zu halten - dann eskalierte die Situation - und es war aus - end.gültig.

Dann gabs da noch den anderen, der davon ausging, dass ich unsterblich in ihn verliebt sei - zumindest kommunizierte er mir das - als Grund, als er mir die Freundschaft kündigte.

Er hatte es nicht gecheckt - unabhängig, was vorher war - ab dem Zeitpunkt, an dem ich  - von ihm selbst - erfahren habe, dass er zwar angeblich kein ernsthaftes Problem hat, aber ohne seine Joints am Nachmittag würde er das Leben nicht aushalten - ab dem Zeitpunkt wäre er keine Option mehr gewesen - auch nicht, wenn er der einzige Mann auf diesem Planeten gewesen wäre.

Für mich zählen da auch die Mamasöhnchens dazu - die, die noch mit 50 zur Mama fahren, damit sie ihnen die Wäsche wäscht und das Essen kocht. Oder die, die der Mama Rechenschaft ablegen müssen, was sie mit den € 20,-- getan haben, die sie von ihr zusätzlich bekommen haben.

Achja - und natürlich auch jene, die vor lauter Pornoschauen keinen mehr hoch bekommen und glauben, sich einer Frau sonst wie bedienen zu können, um ihre Phantasien doch noch irgendwie auf die Reihe zu bekommen.

Ich gestehe, ich habs so satt - und nicht nur die Männer, die nicht lebensfähig sind - auch die Frauen, die man nie ohne Prosecco antrifft. Was ich aber immer öfter immer früher wahrnehme ist, wenn jemand ein nachhaltiges Problem hat - dies zu erkennen - und mich dann einfach zurück zu ziehen.

Ja - ich weiß - möglicherweise bin ich zu anspruchsvoll für die Männerwelt - aber ich gebs mir einfach nicht mehr - ich weiß, dass ich gut bin - in allem, was ich tue - aber ich bins mir einfach zu schade, für irgendwelche Typen als ......... zu dienen.

In diesem Sinne - bevor ich mir irgendwas von dem, was ich schon erlebt habe - nochmal gebe - bleibe ich für den Rest meines Lebens lieber allein - und geniesse mein Himmelreich, welches ich sukzessive in einen Zustand bringe, der mir echte Freude macht.


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