Rückendeckung und Streß

Heute mal eine anderer Sicht auf Einiges in meinem Leben - vielleicht können dir meine Gedanken ja auch ein paar zusätzliche Denkanstösse geben - und du kannst auch etwas in deinem Leben ver.ändern.



Ich hatte es schon mal geschrieben, weil ich eben damals, als ich vom Frauenarzt heim kam und meiner Mutter sagte, dass ich schwanger sei - als Antwort nur bekam - "wenn du alt genug bist, um schwanger zu werden, bist du auch alt genug, zu wissen, was du jetzt tust."

Ja - klar - nur ich kann ent.scheiden, was ich tue - aber wenn ich um Input und Hilfe bitte - und dann derart abgefertigt werde, dann ist das nicht das, was ich in der Situation gebraucht hätte.

Aber auch das war ein jahrzentelanges Muster in meinem Leben - ich war eigentlich immer auf mich selbst angewiesen - weil (fast) immer, wenn ich jemand um Hilfe bat - landete ich letztendlich wieder dort, dass ich keine Hilfe bekam.

Wobei - eigentlich begann es bereits beim Schuleintritt - ich hab am 4.11. Geburtstag - Geburtsjahr 1958 - d.h. ich hätte erst 1965 in die Schule gehen dürfen - wenn nicht meine Eltern alles dran gesetzt hätten, dass ich schon mit 5 Jahren in die Schule gehen "durfte".

Meine Mutter hat mir wiederholt erzählt, dass der Hausarzt damals meinte, er befürworte den früheren Schulstart nur, wenn ich bis zu einem gewissen Zeitpunkt 20 Kilo hätte - ja, ich war eher schmächtig - damals.

Irgendwie schafften sie es, mich hoch zu füttern - und so "durfte" ich also bereits mit 5 Jahren in die Schule gehen. Ich hatte dann zwar im 1. Schuljahr alle Kinderkrankheiten - fiel über ein halbes Jahr aus - bekam ein Zeugnis mit - "teilgenommen" - aber es wurde seitens meiner Eltern nicht mal nachgedacht, mich zurück zu stellen und diese 1. Klasse wiederholen zu lassen.

Möglicherweise gabs früher schon stressige Situationen - aber diese ist auch belegbar ;-)

Als ich dann in die HAK ging, bekam ich irgendwie Angst vor meiner Mutter, weil sie immer alles von mir wusste - bis ich mal nicht schlafen konnte - und drauf kam, dass sie, wenn sie von der Nachmittagsschicht heim kam, mich immer im Zimmer besuchte und mich ausfragte, weil sie wußte, dass ich im Schlaf wahrheitsgemäß antwortete.

Aber es waren nicht nur meine Eltern, auf die ich mich eigentlich nie verlassen konnte - weil immer, wenn ich sie wirklich brauchte, bewiesen sie mir, dass ich auf mich allein gestellt war.

Stimmt nicht ganz - als ich mich das erste Mal scheiden ließ, durfte ich mit meiner Tochter wieder zu ihnen zurück kommen. Wobei ich rückblickend nicht mit Sicherheit behaupten würde, dass es deshalb war, um uns zu helfen - oder aus puren Eigennutz, um noch mehr Märtyrertum aufbauen zu können.

Ein Beispiel - ich arbeitete zeitversetzt - deshalb ließ ich meine Tochter dann auch bei meinen Eltern, als ich eine eigene Wohnung bekam - wir waren zu Fuß nicht mal 5 Minuten von einander entfernt - d.h. ich verbrachte den Großteil meiner Freizeit bei meiner Tochter und meinen Eltern.

Wenn ich dann mal länger arbeitete - oder früher anfing - wegen Monatsende oder so - kam von Seiten meiner Mutter immer - mach nur, ist eh alles ok - und meiner Tochter erzählte sie dann, dass ich ja ständig nur mit meinen Freunden rumhänge und mich nie um meine Tochter kümmere - erfuhr ich aber auch erst viel später.

Doch es waren nicht nur meine Eltern - zusätzlich zur fehlenden Rückendeckung - waren auch meine Nerven immer irgendwie angeschlagen - schon seit frühester Jugend.

Und dann gabs 1995 eine berufliche Situation, in der ich einen Nervenzusammenbruch hatte - mein damaliger Mann und mein Vater waren bei mir als die Ärztin kam - erklärten ihr den Ernst der Lage - und die meinte dann nur - "seien sie nicht so hysterisch" - und schickte mich am nächsten Tag wieder in die Arbeit.

Oder auch einer meiner Partner, wo ich auch mal beruflichen Stress hatte - und ihn um Rat fragte - und er daraufhin meinte - "ist dein Leben, musst du ent.scheiden".  Oder LetztEx, der sich umdrehte und sich vor den Fernseher plazierte, als ich mal wieder meine Nerven weg schmiss.

Nur so als ein paar kleine Beispiele :-)

Im Laufe der Zeit habe ich mir in solchen Fällen immer professionelle externe Hilfe geholt - und die haben mir auch immer weiter geholfen.

Es ging mir nie darum, dass wer statt mir EntScheidungen trifft - aber ich hatte immer gehofft, jemanden an meiner Seite zu haben, die/der mir Rückendeckung gibt - und im Falle des Falles eben auch hilft, zu meinen EntScheidungen zu kommen.

Seit meiner letzten Scheidung 2008 lebe ich nun allein - hole mir exterene Hilfe, falls ich mal welche brauche - aber eigentlich brauche ich immer weniger Unterstützung - meine Nerven und mein Gemütszustand sind stabil - für Haus und Garten hab ich (m)ein LeihHeinzelMännchen.


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