in memorian

Samhain - nein, ich feiere nicht Halloween - wenn, dann Samhain - vorbereitend auf Allerheiligen und Allerseelen - wobei mir persönlich sehr wohl der Unterschied zwischen Heiligen und Seelen bewusst ist, d.h. ich weiß auch, dass es heute um die kirchlichen Heiligen geht - und erst morgen um jene Seelen, die uns aktuell nicht als menschliches Wesen auf unserem Weg begleiten - wollt ich nur mal gesagt haben :-)



Bei Samhain gehts nicht nur um den 31.10., sondern auch um die Tage drum herum - von daher habe ich das verlängerte Wochenende ins Zeichen derer gestellt, die für mich wichtig waren - und möglicherweise auch immer sein werden.

Gestern war ein Mann sehr präsent in meinen Gedanken - und ihm möchte ich diesen Beitrag widmen - diese Erinnerung - dieses mein Andenken an ihm - und an uns - wobei es ein richtiges - uns - nie gab :-(



Ich war noch ein junges Mädchen, als mein Vater seinen neuen Arbeitskollegen zu uns nach Hause einlud. Mir war von der ersten Sekunde an bewusst, dass dies der Mann meiner Träume war - aber uns trennten Welten - und - aus damaliger Sicht - Jahrzehnte.

Ich war fasziniert - von ihm - von seiner Art - von seiner Ausstrahlung - und dies änderte sich auch im Laufe der nächsten Jahre nicht. Wir trafen uns ab und zu - zufällig - irgendwo - wechselten ein paar Worte - und jedes Mal klopfte mein Herz ganz gewaltig.

Irgendwann - viel später - traf ich ihn dann wieder - als Arbeitskollegen und Freund meines damals aktuellen Ehemannes - doch das Herzklopfen hatte sich nicht verändert - im Gegenteil - es war noch stärker als damals als junges Mädchen - ich fühlte mich voll zu ihm hingezogen.

Uns trennte zwar noch immer mehr als ein Jahrzehnt, aber ich war auch 2x mit Männern verheiratet, die jeweils 10 Jahre älter waren, d.h. ich verbrachte mehrere Jahrzehnte an der Seite von fast so alten Männern, wie er einer war - aber er war trotzdem etwas Besonderes.

Und es geschah, wie es geschehen musste - bei irgend einem Ball passierte es, dass er mich in die Schnapsbude einlud - seine Hand um meine Hüften - sein tiefer Blicke - seine Stimme - all das brachte meine Nerven zum vibrieren.

Wenn er mich zum Tanz aufforderte - meine Hand nahm - seinen Arm um mich legte - mich an sich drückte - diese Nähe - diese Intimität - ich genoss jede Sekunde davon - aber es waren eben nur Bälle, wo man sich zu fortgeschrittener Stunde eben in der Bar näher kam.

Es dauerte weitere Jahre, bis wir uns dann auch mal ausserhalb von Tanzverastaltungen berührten - eigentlich war es eine berufliche Begegnung - aber wir waren allein - abends - in einem unbewohnten Haus - und es war genauso, wie in leicht angeheiterter Stimmung - beide völlig nüchtern - und trotzdem berauscht von den Emotionen.

Nach einem langen und intensiven Kuss erklärte er mir, dass er nichts lieber täte, als jetzt weiter zu machen, doch er könne es nicht - er sah meinen Ehemann als seinen besten Freund - und er könne und wolle ihm das nicht antun.

Alle weiteren Treffen waren geprägt von der Erinnerung an diesen Kuss - an das, was da noch hätte sein können - aber er zog es durch - es kam noch zu einigen liebevollen und intensiven Berührungen und Küssen - aber er ging nie "aufs Ganze".

Nach meiner Scheidung besuchte ich ihn nochmals in seinem Job - und er konnte es sich nicht verkneiffen, mir zu sagen, dass er schon lange überlegen würde, ob es nicht doch ein Fehler war, nie weiter zu machen.

Er hätte meine Ehe nicht ruiniert - sie war es zu diesem Zeitpunkt sowieso schon - aber zumindest brauchte er deshalb auch nie ein schlechtes Gewissen zu haben - was blieb, war sein Bedauern, "es" nie getan zu haben.

Danach sah ich ihn noch einmal - bei einer Geburtstagsfeier - die Anziehung war weiterhin da - zumindest spürbar auf meiner Seite - er war damals schon sehr krank und lebte auch nicht mehr lange. Aber in meinem Herzen wird er auf ewig seinen Platz haben.

Das Faszinierende an - und mit ihm - war, dass er all meine Sinne ansprach, die wichtig sind, um mich einem anderen Menchen öffnen zu können - es ist die Stimme - die Berührungen - die Art, wie er mich behandelt - bei ihm war immer eine Art von Respekt und Wertschätzung zu finden.

Möglicherweise hätten wir weiter gehen sollen - vielleicht wäre danach auch der Zauber verschwunden gewesen - so blieb und bleibt dieser bestehen - und ich blicke immer wieder gerne zurück auf die wenigen intimen und berührenden Momente, die wir gemeinsam hatten.


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