Reflux

Vor Jahren hatte ich eine heftige Krise - und auf einmal konnte ich nicht schlucken - es war kein Kloß im Hals - es fühlte sich an wie ein Ventil in die falsche Richtung. Also so, als wenn es im oberen Teil der Speiseröhre eine Art Überlaufventil gäbe, damit keine Magensäure hoch kommt.



Also von unten rauf das Überlaufventil. Wenn dann von oben was runter will, dann verschließt es und lässt nichts durch. Ich hatte damals echte Panik - das Problem bestand fast 3 Wochen - also so richtig - und der Arzt diagnostizierte Reflux - und es war nicht die erste Fehldiagnose - aber eine der letzten.

Ich habs von Anfang an nicht geglaubt, weil Reflux ist einfach ne Art Sodbrennen - aber das wars nicht - es war eben dieses Ventil. Irgendwann fand ich dann (m)eine Lösung - wenn ich was essen wollte und dabei Erstickungsanfälle bekam, einfach viel trinken, damit die Sperre weg geschwemmt wird.

Seitdem hatte ich das ab und zu - immer in Zeiten, wo es auch sehr hektisch war - wo ich mich auch über irgend etwas ärgerte. Ja, es hing auch immer mit Reflux und/oder Brechdurchfall zusammen - also bei mir alles Anzeichen von heftigem Stress.

Und das mein Zwerchfell nicht richtig schließt weiß ich seit Jahren - darum esse und trinke ich auch vorm Schlafengehen nichts, damit eben die Magensäure nicht hochkommt, sobald ich mich nieder lege - und ich hab immer einen zweiten Polster in der Nähe - falls doch was ist, dass ich höher liegen - und schlafen - kann ;-)

Vorige Woche fing es wieder an - ich dachte, es ist, weil ich nach 2 Wochen Urlaub wieder arbeiten gehen musste, obwohl ich schon reif für die Rente bin - und so überhaupt nicht mehr wirklich mag - also ent.spannte ich mich abends - machte mir schöne Gedanken - und es wurde jeden Tag ärger.

Am Wochenende wars besser - obwohl ich Freitag Abend etwas gegessen hatte, was nicht unbedingt meinen Zustand fördert, wenn ich Reflux habe - aber trotzdem war es eben weniger tragisch als unter der Woche - vorige Woche.

Montag Nachmittag warf ich dann gleich wieder eine der Pillen ein, die ich nehmen kann und soll, wenn das Sodbrennen so richtig unangenehm wird - und am Donnerstag kam wieder dieses Ventil, das mich am Essen hindert.

Wie klug doch mein Körper ist ;-)

Vielleicht sollte ich noch dazu schreiben, dass "unser" Koch erst seit Freitag wieder vom Urlaub zurück ist, d.h. wir hatten eine Vertretung, dessen Kochkünste von einigen in den Himmel gelobt wurden.

Also ich war weder begeistert - er kochte genau jene Speisen, wo ich weiß, dass ich sie nicht vertrage - noch schmeckte es mir besonders gut - aber es gab jeden Tag Suppe - also begnügte ich mich mit Suppe und fallweise der Nachspeise - von daher kam ich auch gar nicht auf die Idee, dass es am Essen liegen könnte - weil ich aß fast nichts.

Stimmt nicht - 2x war ich essen - abends - in meinen quasi Stammlokalen - bei denen ich das Essen schon immer vertragen habe - und an beiden Abenden hatte ich weit weniger Probleme als tagsüber.

Ich kaufte mir auch Baquette, weil ich die einfach ohne nichts drauf essen kann - und dadurch das Sodbrennen besser wird - also bei mir zumindest. Meist hilft mir auch Milch am Abend, um das Sodbrennen in den Griff zu bekommen.

Wobei - diesmal leider nicht. Witzigerweise hatte ich Freitag Vormittag zwar auch noch diesen Verschluss im Hals - aber ich spülte den Testgugelhupf mit Kaffee einfach runter - und das wars dann.

Zu Mittag aß ich ganz normal - als ich heim kam, machte ich ein Nickerchen - und blieb beschwerdefrei. Es war übrigens der erste Kaffee seit dem Urlaub - und Kaffee kann fallweise auch zu Sodbrennen führen - aber nichts.

Die Lösung meines Problems hatte ich aber schon am Donnerstag erkannt - was ich nämlich auch nicht vertrage, sind die ganzen Packerlsuppen und Menüs. Früher lebte ich nur von diesen Dingen, aber seit ich ins Alter komme, vertrag ich sie einfach nicht mehr.

Stutzig wurde ich, als ich beim Kassazettel vom Einkauf am Montag zufällig zwei Sackerl mit fertiger Pfeffersauce entdeckte - und sie dann auch in der Küche fand - und nachdem meine Speiseröhre nach dem 3. Biß von den Schweinsmedaillons in Pfeffersauce wieder dicht machte, wars eigentlich klar - es lag mal wieder an den Geschmacksverstärkern - der ganzen Chemie, die in Packerlzeugs drinnen ist.

Und das erklärte mir dann auch, warum jene, die von FastFood leben, gar so begeistert waren - weil es schmeckte - wie Packerlsuppen und all die Fertiggerichte. Als ich dann am Freitag auch noch erfuhr, dass mehr als die Hälfte der vorm Urlaub neugekauften Dose mit dem Geschmacksverstärkerzeugs fehlte, war dann auch klar, dass ich genau das immer gegessen hatte, was ich nicht vertragen hab - Suppen.

Nein - es nutzt nichts, wenn man(n) frisches Gemüse kocht - und dann Glutamatzeugs drüber haut - da ist mir lieber, das Gemüse kommt aus dem Tiefkühlschrank und schmeckt so, wies eben schmeckt - und nicht rein nach Chemie.

Wie auch immer - die nächsten beiden Wochen werde ich noch das gute und für mich gesundheitlich unbedenkliche Essen geniessen - und mich freuen, dass ich mich nie wieder von einem "Profi" bekochen lassen "muss".

Ich steh auf Männer, die kochen können - wenn sie es denn wirklich tun - und nicht tonnenweise Geschmacksverstärker brauchen, um etwas zustande zu bringen. Ja - stimmt - könnte man auch metaphorisch auf andere Bereiche übertragen :-)


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