Heimat

Unser Konzertbesuch hatte noch andere spannende Aspekte - wir kehrten in unsere alte Heimat zurück - gingen nach Jahr(zehnt)en wieder mal "aus" - zusammen - in unserer alten Heimat - meine Tochter und ich.



Und ich habs zum Anlass genommen, mal wieder drüber nach zu denken. 42 Jahre meines Lebens hab ich mir nicht vorstellen können, jemals dort weg zu ziehen - es war meine Heimat - ich fühlte mich wohl - ich wollte nie wo anders hin ziehen.

Doch - ich hab einige Zeit in der Bezirkshauptstadt gelebt - aber ich hatte mich dort nie so wohl gefühlt, nicht wie eben "zu Hause". Dann zog ich mal für ein paar Monate nach Wien - das war für mich der blanke Horror.

Auch ein Jahr in Neunkirchen war nicht das NonPlusUltra in Bezug auf Wohlfühlen und Heimat. Dann beschlossen wir, ein Haus zu kaufen - ursprünglich schauten wir uns das eine Haus mit Bachzugang in Sieding an - welches so gar nicht entsprach.

Dann verschleppte uns die Maklerin noch nach Göttschach - am Ortsende von Grafenbach meinte ich - "das wars dann wohl" - dann fuhren wir die S-Kurve durch den Wald - kamen in den Ortsteil Göttschach - dann war auch das aus - es ging über die S6 - dann durch Felder ganz nach oben.

Als wir vorm Haus stehen blieben meinten wir - "aber der Ausblick ist fantastisch":


Beim Besichtigen des Hauses war ich von Beginn an begeistert - sowohl vom grossen Raum im Eingangsbereich, als auch von der Badewanne und dem Cerankochfeld in der Küche. Und als wir dann im waldreichen Garten standen war uns beiden klar:

"Wenn wir da nicht zugreifen, worauf sollten wir noch warten?"


Das war der Blick von der Gartentüre Richtung Wald im Jahr 2002 als Panoramabild ;-)

Das Haus war voll möbliert - wir konnten sofort einziehen - einfach unsere Sachen in der alten Wohnung rausnehmen und ins neue Haus rein tun. Und so kauften wirs und lebten glücklich - nicht bis ans Ende unserer Tage.

Wobei mir dann kurz vor der Scheidung auch bewusst wurde, dass es einfach "mein" Haus ist - und auch bleiben soll. Stimmt nicht ganz - mein Ex meinte, ich solle schauen, ob ich das Haus behalten kann - und ich schaffte es - mein Haus.

Irgendwann wurde mir dann bewusst, warum ich mich hier sofort wohlgefühlt hatte. Ich liebte meine Heimat, konnte mir 42 Jahre lang nicht vorstellen, dort weg zu ziehen - aber es war ein Tal - und ich lebte mitten drinnen - irgendwie fühlte ich mich immer irgendwie eingekesselt und beeng.

Jetzt wohne ich auf ca. 580 m Seehöhe - oben - und ich hab den (Über)Blick - über das ganze Schwarzatal. Es ist wirklich kein Vergleich - obwohl von der Größe der Gemeinde und von vielen anderen Dingen her ist sie meiner alten Heimat ähnlich - aber dieses Gefühl der Freiheit ist etwas ganz besonderes ;-)

Es ist eine ganz andere Lebensqualität - befreit und nicht mehr eingeengt. Ja, es gibt jetzt andere Herausforderungen - aber denen stelle ich mich gerne - und langsam nimmmt mein Garten wieder Formen an, die mir gefallen ;-)



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