eine weitere Ära geht zu Ende

Gestern war es so weit - mein ehemaliger Chef und letztendlich beruflicher großer Bruder feierte seinen Abschied. Es war berührend - es stmmte mich zeitweilig traurig - aber so ist es eben - das Leben geht weiter - anders - aber nicht weniger schön.



Aber eine gute Zeit, Resumée zu ziehen.

Ab 1996 hatte ich einen eigenen Seminarraum in Bad Fischau Brunn gemietet - gleich gegenüber vom Schloß - in den umgebauten Stallungen des Schlosses. Dort, wo ehemals die Schweine hausten, hielt ich meine EDV-Seminare ab.

Ich unterrichtete teilweise Privatpersonen, meist in den Grundlagen der EDV - Fensterln für Anfänger - aber auch Arbeitnehmer einiger der größeren Firmen im Piestingtal - wo ich in zwei von denen auch lange gearbeitet hatte - die also mein Können und meine Arbeitsweise zu schätzen wussten.

Als dann die Förderungen für beriebliche Weiterbildung gestrichen wurden, suchte ich nach Nebenverdiensten und bewarb mich 1998 flächendeckend sowohl bei bfi, als auch beim WIFI in Wien + NÖ + Burgenland.

Ich startete noch im gleichen Jahr im bfi in Wien und weitete 1999 dann aufs Burgenland aus - von Güssing bis Neusiedl am See - EDV und Bewerbungstrainings. Ende 1999 kam dann der Anruf vom WIFI NÖ, dass ich gleich zu Beginn des Jahres zu einem Vorstellungsgespräch nach St. Pölten kommen sollte, was ich dann auch tat - und auch gleich zugebucht wurde.

Ende des vorigen Jahrtausends hätte ich meine PCs n meinem Seminarraum wieder aufrüsten müssen und es gab auch einen Vorfall mit dem Vermieter, welches mich beides dann dazu veranlasste, den eigenen Seminarraum wieder zu schliessen und nur mehr für Institute zu unterrichten.

Ich begann also Anfang 2000 im WIFI NÖ - vorerst sowohl in Schwechat und Neunkirchen - je einmal auch in St. Pölten (im Sommer mit den Kiddys) - und einmal in Mödling. Letztendlich blieb ich dann nach meiner Übersieldung nach Neinkirchen eigentlich fast fix ebendort.

Damals gab es 2 Ansprechpersonen in der Zweigstelle - den Zweigstellenleiter und seine Sekretärin. Beide im selben Jahr geboren wie ich, wuchsen wir relativ schnell zusammen. Ich hatte nie Probleme mit ihnen - und ich unterstelle mal, sie auch nicht mit mir.

2006 gab es dann ein grösseres AMS-Projekt, in welche ich fix eingesetzt war - und 2007 übernahm ich auch dessen Leitung. Ich wage zu behaupten, wir waren ein eingespieltes Team - vor allem, da meine Vorstellung von Organisation auch ihren Richtlinien entsprach.

Da dieses Projekt nicht verlängert wurde und ich 2008 meine Scheidung hatte, wurde ich auf der Suche nach einem fixen unselbständigen Job in Eisenstadt fündig, daher beschränkte ich meine Tätigkeit für das WIFI NK auf Abendkurse.

Diese meine Tätigkeit endete nach Ablauf der einjährigen Befristung und ich gestatte mir eine Auszeit, indem ich meine Gewerbescheine zurücklegte und begann, mich zu regenerieren. Nach dem 2. Kurs, den ich als Teilnehmerin absolvieren durfte, beschloss ich, bim nächsten wieder fix auf der anderen Seite zu stehen.

2012 und 2013 war ich dann immer wieder befristet für ein anderes Schulungsistitut tätig, hatte mich aber bei allen grösseren in ganz NÖ beworben. Ende 2013 endete wieder ein Projekt und irgendwie lief es ab dann nicht wirklich gut.

Als ich im September 2014 meinen quartalsmäßigen AMS-Termin wahr nahm begrüßte mich meine Betreuerin mit - "ich hab was für sie." Einerseits freute es mich - aber andererseits - als sozialpädagogische Betreuerin für Jugendliche zwischen 15 und 25 - aus schwierigen sozialen Verhältnissen - das konnte ich mir gar nicht vorstellen.

Ich erinnerte mich an die erste Maßnahme - damals 2000 - mit Jugendlichen - in der ich nach 2 oder 3 Wochen einen Stich in der Brust bekam - und von gleich auf jetzt keine Luft bekam. Der EDV-Profi war zufällig grad anwesen und meinte - ich sei grau im Gesicht - sofort Rettung - ich verweigerte - aber versprach, gleich zum Arzt zu fahren.

Es war zwar kein Herzinfarkt oder ähnlich trgisches - aber ich hatte mich in der Höhe des Herzens einen Nerv eingeklemmt - für mich ein Zeichen, in dieser Maßnahme auf zu hören. Schon damals war ich nicht mehr jung genug, um mich täglich mit pubertierenden Kiddys auseinander zu setzen.

Daher klang die jetzt ausgeschriebene Stelle wenig bis gar nicht verlockend - und ich kommunizierte das auch, das ich aus Erfahrung weiß, dass ich das nicht aushalte. Da kam - "Moment, es kam heute noch was rein, das muss ich suchen." Was sie dann auch tat.

Gleiches Projekt - aber Stndortkoordination 15 Stunden - und Sekretariat für 15 Stunden - ich meinte - das wärs - beide zusammen - und fuhr sofort zu meinen bis dahin eigentlich Chef, um ihn zu frragen, ob er glaubt, dass es auch möglich sei, diese beiden Stellen zusammen zu legen.

Er telefonierte mit den Verantwortlichen - machte für mich für den kommenden Montag ein Vorstellungsgespräch aus - und ich schrieb dann sofort meine Bewerbung - für beide Stellen. Letztendlich kamen dann noch 10 Stunden sozialpädagogische Betreuung dazu - und es entsprach genau dem, was meine unterschiedlichsten Fähigkeiten und Interessen abdeckte.

Koordinatorin für 4 WerkstättenleiterInnen und mit mir 3 sozialpädagogische BetreuerInnen - und bis zu 32 Jugendliche, die in den Werkstätten tun konnten und sollten, um sie auf ein entsprechendes Berufsleben vorzubereiten.

Ursprünglich auf 3 Jahre konzipiert, wurde die Maßnahme dann noch um ein Jahr verlängert und bescherte mir eine Vollzeitbeschäftigung fast bis zur Pension - es war letztendlich nur ein Monat, in welchem ich mich nochmal arbeitssuchend meldete.

Ab dem Antritt dieses Jobs war nicht mehr der Zweigstellenleiter des WIFI Neunkirchen mein Chef sondern die Jugendreferenten in St. Pölten - er wurde als vom Chef zu - ich habs dann einfach so genannt - zu meinem beruflichen großen Bruder.

Er in der Zweigstelle in Neunkirchen - ich in der Jobwerkstatt in Ternitz. Egal, was ich brauchte - er war immer für mich da - hatte ein offenes Ohr - und fallweise auch aufbauende Worte. Ursprünglich dann mal nen Kaffee und n paar Ziggis nach Diensschluss - im Laufe der Zeit haben wir beide zu rauchen aufgehört ;-)

Per Ende Oktober 2018 endete mein Dienstverhältnis - mit 1.12.2018 ging ich in Pension - er hätte noch bis nächstes Jahr gehabt - aber dann beschloss er kurzfristig, die Möglichkeit von Altersteilzeit wahr zu nehmen - also feierte er gestern seinen Abschied.

Wie schon vorweg erwähnt - es war berührend - es war lustig - aber es war eben ein Abschied. Es wird nie wieder so sein wie früher - seine Sekretärin ging ja schon vor einigen Jahren - und darüber freute ich mich gestern auch sehr, sie endlich mal wieder zu sehen.

Lieber Josef,

es war eine spannende Zeit, es war eine abwechslungsreiche Zeit, es war für mich eine lehrreiche Zeit. Du warst nie wirklich Chef, Du warst mir ein beruflicher Begleiter für fast 19 Jahre. Ich werde Dich vermissen.Geniesse Deine Pension, wie auch ich meine genieße ;-)

Auch an dieser Stelle nochmals:
Alles Liebe Dir und Deiner Familie.



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