Drogen und Alk

Da gab es in letzter Zeit 2 Artikel auf Facebook, die mich sehr angesprochen hatten:


Sofort kamen die Gegenstimmen - wurde die Problematik herunter gespielt - und das Kiffen als harmlos hingestellt.



Ja - ist es - wenn erwachsene Menschen ab und zu nen Joint rauchen ist das sicher kein nachhaltiges Problem. Was aber, wenn diese erwachsenen Menschen täglich mindestens 3 bis 5 Joints brauchen, weil sie es sonst nicht aushalten in dieser Welt?

Oder, wenn das nicht erwachsene Menschen, sondern 14 und 15-jährige tun?

Du glaubst nicht, dass es so etwas gibt?

Doch - das ist der Alltag - wars zumindest meiner in den letzten Jahren - ja, Jahrzehnten. Ich war Trainerin im AMS Bereich, wo in den Maßnahmen ja keine Drogensüchtigen sein sollten - aber immer welche waren.

Weil - und das ist das faszinierende an der Geschichte - Menschen, die im Suchtprogramm sind - also die Ersatzdrogen bekommen - von denen sie genaus gaga sind wie von den echten - die sind offiziell nicht süchtig - aber mt denen ist genauso wenig anzufangen - jetzt arbeitstechnisch - als mit jenen, die noch auf den echten Drogen sind.

Und ich schliesse Alkohol nicht aus bei der Drogenproblematik.

Ich habe 20jährige erlebt, die keinen geraden Satz raus brachten - nicht, weil sie irgend eine Behinderung gehabt hätten - sondern weil sie einfach zugekifft waren - oder von irgend welchem künstlichen synthetischen chemischen Zeugs aus irgendwelchen Versandquellen schon fast jenseits waren.

Ich habe erlebt, dass 18jährige an ner Überdosis krepieren - deren Freunde den Drogen abschwören - und 2 Wochen später selbst im Koma liegen. Woher sollten sie wissen, wann es genug ist? Sie haben in jungen Jahren schon keinen Bezug mehr zur Realtität - und genau darum geht es ihnen auch.

Da gabs mal vor mehr als 10 Jahren einen Teilnehmer, der damals neu eingestellt wurde mit seinen Ersatzdrogen - und der dann mitten in der Stunde mit Brechdurchfall zu kämpfen hatte - Leute, ich sags euch, ist nicht wirklich das, was ich mir als Lebensqualitt vorstelle.

Jahre später traf ich ihn wieder - noch immer arbeitssuchend gemeldet - noch immer im Drogenersatzprogramm - noch immer nebenbei kiffend - und er meinte auch auf die Frage - was würdest du tun, wenn du 5 Millionen Euros geschenkt bekämst - "Kiffen, bis ich hin bin."

Ich hab ich lange mit ihm unterhalten - weils mich einfach faszinierte, dass es in seinem Leben nichts anderes als Lebensziel geben sollte, als sich zu Tode zu kiffen - und er hat mich überzeugt, dass es wirklich so ist - für ihn gibts nur eins - kiffen - kiffen - kiffen.

Kiffen ist harmlos - er würde nie Alk trinken und nie wieder zu härteren Drogen greifen - er kifft eben - ist ja nicht so schlimm - und ist eben das Einzige, was wirklich wichtig ist in seine Leben - aber deshalb ist er doch nicht abhängig davon.

Es gäbe noch viele Beispiele - zB unser Nachbar damals - Spitzname Muschi - dem sehr viele drogensüchtige Freunde besuchten und der immer ein Geschenk für sie hatte - nachdem sie ihm das gegeben hatten, was er dafür wollte.

Als er an einer Überdosis starb unterhielt ich mich mit einem seiner Freunde - weil ich einige Zeit davon ausgegangen war, dass die beiden ein Verhältnis hatten - nein, war einfach ein Geschäft - Muschi bekam Sex - der andere Typ Drogen - Deal ist Deal.

Nein, da ging es nicht mehr um nen Joint - da ging es dann schon um irgendwas - oftmals undefiniertes - Hauptsache, es wirkte rasch und so lang wie möglich. Aber alle hatten eins gemeinsa - begonnen hatte es mit ab und zu nen Joint - und dann mehr - und dann stärkeres Zeugs -.......

Selbst die kleinen 16ährigen Buberl und Mäderl, die in den letzten Jahren meinen Weg kreuzten - gaben unumwunden zu, gelegentlich nen Joint zu rauchen - und oftmals bestätigten das dann auch die Eltern - naja, ab und zu nen Joint ist ja nicht tragisch.

Aber ich frage mal - speziell dich - was glaubst du, was ein Kind lernt, wenn die Eltern schon um 8 Uhr früh bekifft oder besoffen vor der Glotze rumlümeln und sich vom Amt oder der Sozialhilfe das Leben finanzieren lassen?

Wie soll ein Kind, welches nichts anderes sieht als lebensunfähige Eltern(teile) zu einem lebensfähigen Erwachsenen werden? Wie soll ein Kind, dass mit Alk und/oder Drogen aufwächst, eine Chance bekommen, sein Leben ohne Süchte zu gestalten?

Oder die alleinerziehenden - meist Mütter - die ihr Bubi noch mit 35 aufs Töpfchen heben und danach den Popo auswischen - wie soll so ein Typ jemals ein eigenes Leben führen?

Nein - "schuld" sind nicht die Kiddys - schuld sind die Eltern - bei den heutigen Kiddys meist sogar schon die Großeltern - weil die schon nicht lebensfähig waren - und das schon an ihre Kiddys weiter gegeben hatten.

Da war die eine Familie - Sohnemann + Mama + Oma - und ja, es gb mehrere Gespräche mit allen, in denen es immer darum ging, dass das Burli zu mehr Selbstverantwortung erzogen werde müsste - nicht ständig Geld von der Omi zugesteckt bekommen.

Bei denen hab ich damals aufgegeben, als wir uns nach stundenlangen Diskussionen und Pläne schmieden trennten - und die Omi dem Bubi einen Zwanziger zusteckte, als sie bei der Tür raus gingen. Was soll irgendwer machen, wenn die Erziehungsberechtigten dagegen arbeiten?

Das ist das Hauptproblem - Süchte werden verharmlost - Kinder von Süchtigen sehen nichts anderes - werden dadruch meist in die Sucht mit rein gezogen - finde ähnlich gestrickte PartnerInnen - und erzeugen neue Süchtige - ein Perpetuum Mobile - leider.

Ich kann mir das durchaus vorstellen, dass Cannabis im Jugendlichenalter zu nachhaltigen Schäden führt - auch, wenns nicht von den Eltern kommt - sondern die Kiddys im Freundeskreis dazu verführt werden, mit zu machen.

Was immer wieder spanend war - die meisten, die nie damit begonnen haben - haben mal nen Joint geraucht und ab dann nie wieder einen. Das waren auch die, die nur einenkleinen Schubs brauchten, um ihr Lben endlich selbst in die Hand zu nehmen.

Die, die schon länger und nachhaltig auf Drogen oder Alk waren, bekam wenig bis nichts auf die Reihe - und sahen ihr Problem meist auch gar nicht - für sie war alles easy und toll - sie drehten sich nach langen Gesprächen um und rauchten in der Pause den nächsten Joint.

Eines wurde mir in den letzten Jahrzehnten bewusst - Drogenersatzprogramme ändern nicht wirklich was - weil die Sucht wird nur verlagert - ausser, dass sie die dann auf Rezept bekommen.


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