NEIN = NEIN

Was genau an NEIN ist unklar?
Das erste N?
Das zweite N?
Oder das EI dazwischen?

Ja - ich bin eine Frau - aber wenn ich NEIN sage, dann meine ich genau das ==> NEIN

Wenn ich VIELLEICHT meine, dann sage ich ==> VIELLEICHT
Wenn ich JA meine, dann sage ich ==> JA
Und wenn ich über irgendwas nachdenke, dann sage ich, dass ich noch darüber nachdenken muss.

Mich fasziniert das ja, wenn Männern dauernd erklärt wird, dass Frauen, wenn sie NEIN sagen, eigentlich immer VIELLEICHT meinen - und wenn sie VIELLEICHT sagen eigentlich JA meinen - nur, bei mir persönlich spielts das nicht - und bei vielen anderen Frauen auch nicht.


Da gabs den Mann in meinem Leben, dem ich erklärt hatte, ich möchte keine Beziehung mit ihm - und er ging davon aus, dass er nur lange genug warten müsse, damit ich mirs anders überlege - weil jede Frau möchte versorgt und umsorgt werden - da könne doch auch ich keine Ausnahme sein.

Und als ich erklärte, ich möchte eigentlich gar nichts mehr von und mit ihm - er offensichtlich weiterhin davon ausgeht, dass ich jetzt halt einfach ne Zeit lang "rumzicke" und demnächst reumütig zurück kehre. Irgendwie kam mein NEIN nicht an - obwohl ich ihn mittlerweile auch aus meiner Freundesliste von facebook entfernt habe.

Es kann und darf nicht sein, was er nicht wahrhaben möchte.

Ich gestehe, so etwas regt mich mehr auf als begriffsstutzige Kursteilnehmer, denen eigentlich alles egal ist - Hauptsache sie bekommen ihre Notstandsunterstützung und können sich ein ruhiges Leben damit machen.

Wenn ein Mensch mir erklärt - ich liebe dich - also nicht, dass er mich lieb hat oder mich mag - sondern allen Ernstes behauptet - ich liebe dich - und dann nicht mal kapiert hat, dass ich sage, was ich meine - und meine, was ich sage - und wenn ich NEIN sage, dies auch NEIN bedeutet, dann frage ich mich doch ernsthaft - was an mir liebt der Typ - was von mir kennt dieser Typ?

Ich hatte das ja schon mal Anfang des Jahres erlebt - der hatte mir das schon nach dem ersten Rendezvous erklärt - und mir mit roten Rosen und Schokoherzen ganz romantisch auch "bewiesen" hatte, dass er eben dieses tun würde.

Auf der anderen Seite wusste er nicht mal, was ich beruflich mache - und was mich auch nur ansatzweise interessieren könnte. Und jetzt nochmals - von daher - es ist (m)ein Thema, auf das ich nochmals intensiv hinschauen sollte - was ist Liebe?

Ich hatte ja letztens schon nen ausführlichen Beitrag dazu geschrieben - aber ich glaub, es hat eben auch was damit zu tun, was man(n) eben immer wieder gesagt bekommen hat im Laufe seines bisherigen Lebens, was Frauen unter "LIEBE" verstehen könnten.

Weil geiler Sex ist geiler Sex - und Liebe muss - in meiner Welt - nicht zwangsläufig was mit Sex zu tun haben. Ich persönlich hab noch selten einen Mann gesagt, dass ich ihn liebe - weils nie wirklich gepasst hätte - nicht aus meiner Sicht - und nicht in meiner Definition dieser Begrifflichkeit.

Ich habe überhaupt erst 2x in meinem Leben überlegt, ob ich den jeweiligen Mann lieben könnte - aber ich habs beiden eigentlich nie in der Form gesagt - weil der eine vorher schon abblockte, als ich ihm erklärte, ich könnte mir mehr als nur Freundschaft vorstellen - und der andere war und ist auch nach Jahren noch in einer Beziehung.

Interessanterweise kam auch heute im Kurs dieses Thema wieder auf - und ich bat die TeilnehmerInnen, ihre Assoziationen zu dem Begriff "Liebe" auf zu schreiben - war danach eine echt spannende Diskussion, die letztendlich weit über das Thema "Liebe" hinaus ging.

Vielleicht gehört da aber noch eins zu diesem meinem "Thema", dass man(n) mich eben nicht "ernst nimmt" - ich würd mal so sagen - ich bin friedfertig und gutmütig - und manche verwechseln das möglicherweise einfach mit "blöd".

Nur, weil ich lange nichts sage - und mein Gegenüber in seinem "so.sein.wie.es.ist" belasse und akzeptiere - gehen einige - oder auch viele - davon aus, dass ich das, was sie tun, auch gut heiße. Nein - nur, weil ich niemanden ver.ändern will, heißt das nicht, dass ich mirs antun möchte - und nur, weil ich nett bin, heißt das auch nicht, dass ich bescheuert bin.

Es gab heute auch den Begriff der "bedingungslosen Liebe" - also für mich bedeutet das, dass ich für jemanden da bin, ohne eine Gegenleistung zu erwarten / verlangen - ich liebe - ohne das auch von meinem gegenüber zu erwarten. Ja - klar gibt es so etwas - in meiner Welt schon.

Für mich hat "bedingungslose Liebe" auch etwas damit zu tun, diese Menschen dabei zu unterstützen, sich in ihrer vollen Pracht zu ent.wickeln - und möglicherweise auch über ihre bisherigen Grenzen hinaus zu wachsen.

Für mich hat das Lächeln in den Augen eines Coachingklienten, oder einer Coachingklientin, oftmals mehr mit Liebe und bedingungslos zu tun als geiler Sex mit einem Partner.

Klar, auch hierbei ist es gut, wenn man sich auf den Anderen einstellen kann - wenn das Vertrauen da ist, dass man sich fallen lassen kann - dass man gibt, ohne eine Gegenleistung zu verlangen - wobei es durchaus passieren kann, dass diese dann ja gerne gewährt wird.

Für mich wird immer bewusster, dass mir Intimität viel wichtiger ist als alles andere - die Intimität, in die Seele eines anderen Menschen blicken zu dürfen - das Vertrauen zu spüren, wenn jemand eben die Tore ihrer/seiner Seele öffnet und auch bereit ist, sich ganz fallen zu lassen.

Ups - da kommt mir ja gleich noch ein ganz anderer Gedanke - fallen lassen - aufgefangen werden  sich sicher sein zu können, dass man aufgefangen wird. Auch das war heut Vormittag Thema - von Übungen, wo man sich einfach umfallen lässt - und ich meinte noch, ich würde bei sowas nicht mitmachen.

Ich muss das relativieren - ich würde mich nie in einer Gruppe echt und real "fallen lassen" - ich kann es bei einzelnen (sehr wenigen) Personen - aber nicht in einer ganzen Gruppe. Und ich arbeite auch lieber im Einzel.Coaching, weil ich da mit einer Person "arbeite" - weil ich mich auf diese Person konzentrieren und einstellen kann.

Dabei funktioniert - für mich - auch das "fallen lassen" - also das - sich ganz auf das Gegenüber einlassen können - vertrauen und aufgefangen fühlen. Das könnte ich nie in einer ganzen Gruppe - und ich könnte/möchte dieses Vertrauen auch nicht aufbauen, dass sich eine ganze Gruppe öffnet - ich würde es auch nicht wollen, weil es mir zu viel Verantwortung wäre, mich dabei eben nicht auf jede.n Einzelne.n konzentrieren zu können.

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