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Mittwoch, 5. Dezember 2012

Man kann nicht entscheiden, in wen man sich verliebt ....

.... lautete grad der Beginn eines Bildes auf Facebook - und veranlasst mich mal wieder zu der Feststellung - doch - kann man - naja, zumindest frau - bzw. kenn ich ausser mir noch mindestens eine Person, die das kann.

Drauf gekommen war ich in meiner vor Kurzem beendeten Kurzzeitbeziehung, als eine Freundin bei uns war, die u.a. meinte, dass sie "bewusst entscheidet, ob sie sich in einen Mann verliebt". Ich dachte mir nichts dabei, weil ich das auch von mir kenne - aber als sie gegangen war, musste mein damaliger Freund dies eben kommentieren - ziemlich genau wie auf dem Bild in Facebook:

So ein Schwachsinn, man kann nicht entscheiden, in wem man sich verliebt.


Also ich hab das eigentlich immer getan - aber zu diesem Zeitpunkt war mir dann auch klar, warum ich noch lange nicht so weit war, mich in ihn zu verlieben - und er mir aber schon mehrfach seine Liebe "gestanden" hatte.

Ich weiß bis heute nicht, was er jetzt konkret unter "ich liebe dich" meinte - meist kams während des Sex - was für mich dann aber nicht unbedingt was mit Liebe zu tun haben muss - oder es kam nach einer Massage, was ja auch ganz angenehm ist.

Wir hatten keine gemeinsamen Interessen - ausser Sex - und das war mir persönlich viel zu wenig, um es zu zu lassen, dass ich mich (mehr als) verliebe. Ja - ich habe den Zustand als angenehm empfunden - aber meine körpereigene Intuition hat mich von der ersten Sekunde an davon abgehalten, mich auch nur annähernd sowas wie "Hals über Kopf in ihn zu verlieben".

Also ich kann sowas überhaupt nicht von einer Sekunde auf die andere - ja, ich kann mich verlieben - ich kann es zulassen, mit jemanden einiges meiner Freizeit verbringen zu wollen - aber ich lass mich nicht unkontrolliert in irgendwas reinfallen, was manche möglicherweise als "Liebe" bezeichnen.

Vielleicht "kann" ich das auch nur deswegen - oder behindere ich mich dadurch ja auch in irgend einer Form - weil ich von klein auf gelernt habe, meine Gefühle zu kontrollieren - mich immer irgendwie im Griff zu haben - ich habe jetzt erst "gelernt", wenigstens fallweise die Kontrolle über meine Handlungen ab zu stellen - aber wenn mir wer verbieten würde zu denken, würd ich auszucken.

Ja - ich kann das Denken für einige Zeit "auf Eis legen" - wenn ich zB geilen Sex geniessen möchte - konnte ich die ersten 53 Jahre meines Lebens auch nicht - aber ich möchte nicht mein Leben damit zubringen, zwischen diesen Momenten auch nicht Denken zu dürfen.

Vielleicht war das ja auch der ausschlaggebende Grund, warums letztendlich "nicht geklappt hat" - ich brauche Action - Herausforderungen fürs Gehirn - zB die Arbeit mit der Human Design Matrix - ihm reichte es, tagelang mit nem Bier vorm TV zu liegen und nebenbei Computerspiele zu spielen - sowas würd mich schlichtweg irre machen - also nicht unbedingt Computerspiele, die brauch ich zwischendurch auch zum abschalten vom Job - aber TV und Bier sind Dinge, die mir eher zuwider sind.

Möglicherweise ist es auch, weil ich "oben ohne" bin - gemäß der Human Design Matrix - d.h. ich bin im Denken und Verstehen flexibel - passe mich da aber auch meinem jeweiligen Gegenüber an - und wenn ich mit wem zusammen bin, passe ich mein Denken an dessen eventuell definierte Form des Denkens und/oder Verstehens an - aber meine körpereigene Intuition weiß trotzdem, wenn es mir letztendlich auf Dauer nicht gut tut.

Ich finds einfach grenz.genial - letztendlich ist alles mit und durch die Auswertungen aus der Human Design Matrix zu erklären - und auch nach zu vollziehen, warum Dinge so laufen, wie sie es tun.

Ja - ich habe vom ersten Moment an mit angezogener Handbremse agiert - was das "mich verlieben" betrifft - irgendwas tief drinnen in mir hat mich davon abgehalten, es zu zu lassen, mich heftig und ernsthaft zu verlieben - und trotzdem hab ich weit genug aufmachen können, um Dinge zu erleben, die ich nur vom Hörensagen kannte - und die real weit angenehmer sind als ichs mir hätte vorstellen können.

Aber zum verlieben brauche ich mehr als Sex - oder sagen wir so - was anderes als Sex - so pervers das jetzt auch klingen mag - ich verlieb mich eher, wenn unsere Herzen - oder unsere Seelen - im Gleichklang schwingen - wenn da ne ganz spezielle Spannung zwischen uns herrscht - das Knistern - die Schmetterlinge im Bauch.

Jetzt, wo ich das schreibe, fällt mir auch ein, dass mich mehrere Freundinnen gefragt hatten, ob ich "Schmetterlinge" hätte - nein, ich hatte keine - da war nie dieses Knistern des "mich verliebens" - es war eher rational und sexbetont - grenz.geniale Erkenntnis :-)

Und ja - ich kann mich noch immer verlieben - und ich kanns auch zulassen - aber da muss einiges mehr stimmen - da muss eben eine Ressonanz - oder auch eine Synchronizität - da sein - das sich verstehen von der ersten Sekunde an - eine unheimliche und knisternde Spannung - die Freude, den anderen wieder zu sehen.

Bei meiner letzten Kurzzeitbeziehung war das nicht - er hat mich so mit Beschlag belegt, dass ich dauernd immer nur geflüchtet bin vor dieser erdrückenden Enge - und teilweise auch Kontrolle. Ich habe den Sex genossen - mir hat es geschmeckt, wenn und wie er mich bekochte - ich hab mich gefreut, wenn er mir im Garten geholfen - oder das Bad ausgemalt hat.

Aber er hatte mir nie die Chance gelassen, mich in ihn zu verlieben - er war einfach von der ersten Sekunde an viel zu präsent und fordernd in meinem Leben - ich bin von Beginn an fortgelaufen - und nach drei Monaten dann auch real.