mag nimma warten

... und vor allem - worauf sollte ich - noch - warten - wollen?

Ist mir gestern mal wieder so richtig bewusst geworden. Ich schreib ja grad mal wieder an (m)einem Buch - und da kam letztens eine Anfrage über ein Basis Rading gemäß der Human Design Matrix. Ich schickte die Rechnung, das Geld war prompt am nächsten Tag am Konto.



Daher bestellte ich die ausführliche Anleitung - weil die kaufe ich selbst zu - schickte sie dem Kunden, damit er vorher schon Unterlagen hat, worin er seine Anmerkungen schreiben kann. Auf mein ursprüngliches Angebot mit ZoomCall und Aufzeichnung re.agirete er nicht sehr begeistert, sondern tendierte eher zu Telefon.

Er hatte dann noch eine Zusatzfrage, für die ich noch zusätzlich etwas ausarbeitete - und danach wollten wir telefonieren. Naja, dann gab es noch eine Frage, die ich auch beantwortete - noch immer alles per Mail - und dann wartete ich auf einen Termin, wann wir jetzt telefonierren können - oder vielleicht doch Zoom?

Irgendwie schmiss mir das am Mittwoch meinen Plan durcheinander. Ich schaffte keine inzige Zeile in meinem Buch - ich war irgendwie paralysiert. Da gabs noch was Zweites. Mittwoch abend ist immer ein ZoomCall mit jemanden, wo ich eigentlich fast immer live in Zoom dabei bin - zumindest in letzter Zeit - allerdings nur mit Standbild.

Diesmal war ich sowieso gscheit angezogen - wegen dem anderen - also wollte ich diesmal auch erstmalig live gehen - und dann kam ich nicht rein - irgendwie war ein Knopf in der Leitung. Allerdings nicht nur bei mir.

Wir schrieben in Facebook, aber der Veranstalter sah es erst, als das Meeting zu Ende war - ziemlich früh zu Ende war, weil ja keiner da war, der Fragen stellte ;-) Und dann kam - probiers jetzt nochmal - tat ich - kam wieder nicht rein.

Also ging ich davon aus, wir probieren es eben so lange, bis es klappt, damit es nächste Woche klappt - wäre zumindest mein Ansatz gewesen - da nichts mehr kam, schrieb ich dann im Messenger - und da kam dann - "heut nicht mehr".

Ist eigentlcih alles ganz harmlos, wenn es mir nicht eines meiner Muster bewusst gemacht hätte - dieses Ausharren der Maus vor der Schlange - das Warten auf bessere Zeiten - so lange, bis ich eine EntScheidung treffe - und danach alles wieder in geordneteren Bahnen läuft.

Am Mittwoch kippte ich wieder rein - zuerst das Warten auf den Gesprächstermin - dann darauf, dass ich in den abendlichen ZoomCall rein kommen worde - und danach noch, dass wirs gleich "reparieren".

Solche Sachen waren das, was mich bei meinem LetztExLover auch immer nervten - wo ich fallweise quasi auszuckte - wenn es hieß - ich skype dich morgen an - und dann härte ich mal wieder eine Woche nichts.

Wobei - erinnert mich auch grad an meinem langjährigen besten Freund damals, als wir uns am Freitag abend verabschiedeten - und er meinte - ich meld mich morgen - und dann war Funkstille - und er ging nicht ans Telefon - und ich wusste nicht, wie ich ihn erreichen könnte - ohne extra nach Wien zu fahren und auf gut Glück zu schauen, ob er zu Hause sei.

Am Dienstag oder Mittwoch der nächsten Woche rief er dann gutgelaunt und ent.spannt an - weil es war so ein ruhiges Wochenende - bis er am Montag (Feiertag) merkte, dass sie ihm sein Handy abgedreht hatten - und er sich dann am Dienstag ein neues besorgen konnte.

Auf meinen Einwand, dass ich mir Sorgen gemacht hatte - meinte er dann nur - "Wenn mir etwas passiert wäre, hätten dich eh meine Eltern angerufen" - naja, das Problem dabei, ICH wusste das nicht :-(

Ja - und woher kommts?

Eigentlich eh klar, da brauchte ich auch gar nicht lange suchen.

Im Prinzip gibts 2 Situationen, die mich geprägt haben. Die erste waren die zahlreichen Expeditionen meines Vaters - wo es immer vorher einen Abschied gab, der auch für immer hätte sein können. Damals gabs noch keine Handys, ja nicht mal Telefon - schon gar nicht über die Kontinente hinweg.

damals gab es im besten Fall Briefe - und die nur alle heiligen Zeiten - immer dann, wenn eben dort am Berg wer in ein Lager kam und die mit ins Tal runter mitnahm - und auch weg schickte - d.h. die ersten Wochen wusste niemand nix, ob sie gut angekommen waren - ob alles ok ist - was auch immer.

Mein Vater meldete sich zwar immer brav, sobald sie angekommen waren - aber die Briefe brauchten trotzdem Wochen, bis wir sie in der Hand hatten - und er war immer mindestens 2 bis 8 Monate weg - das war ein ständiges Bangen.

Wobei meine Mutter - in ihrer unverwechselbaren Art - auch nicht dazu beitrug, dass ich mir keine Sorgen machte. So wuchs ich auf im Wechselbad der Gefühle - Hoffen und Bangen - vor Sorgen zerplatzend - und dann wieder glücklich, wenn mein Vater wieder zu Hause war.

Und dann die Geschichte mit meinem Stiefbruder - der - wie immer - zum Grundwehrdienst in die Milak fuhr - und nicht mehr zurück kam. Der an dem Tag, wo er heim kommen sollte, um den Geburtstag meines Vaters zu feiern - von einem PKW erfaßt wurde und in der gleichen Nacht an den Verletzungen starb.

Das war offensichtlich die Einzementierung dieses meines Musters - und ev. auch die Ausweitung - also nicht mehr nur das Warten auf die Rückkehr eines geliebten Menschen - sondern das Genervt sein von jeglichem auf irgendwas oder irgendwen warten müssen - ohne Chance, die Person zu erreichen.

Ja - klar, bei meinem Freund damals hätte ich auch die Eltern fragen können - aber zu dem Zeitpunkt kannte ich sie noch nicht und wusste auch nicht, wo sie wohnten - von daher fand ich zwar wem mit dem Familiennamen in der Ortschaft im Telefonbuch, aber ich wusste nicht, ob sie es sind - also wartete ich eben.

Und beim LetztExLover hätte ich seine Frau fragen können - was dann auch nicht so lustig gewesen wäre, schon gar nicht, wenn ich mir um ihn Sorgen machte - und sie nicht ;-)

Wie auch immer - Muster erkannt - mich bei meinem UnBewussten bedankt für die bisher gute Arbeit - aber jetzt ist es nicht mehr nötig - wenn ich wissen möchte, wie es meinen Liebsten geht - auch in Zeiten der Krise - schau ich auf Facebook - oder WhatsApp - und wenn da keine Meldungen zu finden sind, ruf ich einfach an ;-)



Beitragsbild von Gerhard Gellinger auf Pixabay

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Gottes Mühlen mahlen langsam

rund und xund

Shopping Marathon

mein AdventKalender 2020