das Warten hat ein Ende

Das letzte Monat war durchwachsen - mein Körper meinte täglich - tus dir nicht länger an - mein Verstand meinte - das eine Jahr schaffst du auch noch - und dann haben wir sowieso unsere himmlische Ruhe - und mein Pflichtbewusstsein wollte eben auch niemanden im Stich lassen.



Montag war mir gar nicht gut - aber es gab neue TeilnehmerInnen - also stand ich auf, um ihnen gleich das Wichtigste näher zu bringen - und eh ichs mich versah, war der Tag um. Ich war ab Mittag irgendwie schwindelig und als ich heim kam stellte ich fest ==> 38,6 °C Fieber. Also gönnte ich mir Neo Citran und gleich mal ab ins Bett.

Dienstag war echt die Überlegung - wenn ich zum Arzt will wegen Krankschreibung, muss ich sowieso aufstehen - also fahr ich mal ins Büro und schau, was ansteht - und dann eben Krankmelden - für einen Tag, weil Mittwoch gabs nen Workshop, wo ich unbedingt dabei sein wollte.

Naja, nachdem die Beschreibungen für die Videos fällig waren, nahm ich mein Headset von zu Hause mit und erntete wieder mal nen absolut unangebrachten Kommentar einer Kollegin. Ihr Einfühlungsvermögen ist mittlerweile gegen Null entschwunden - aber sie tangiert mich eigentlich nur mehr peripher - weil, würde ich sie noch ernst nehmen, würde ich auf jeden Fall aufgehört haben.

Auf jeden Fall war dann Mittwoch der Workshop, der sich wieder mal auszahlte, dabei gewesen zu sein - Süchte und Co-Abhängigkeiten und erste Denkanstösse, da wieder raus zu kommen, inkl. der Möglichkeiten des entsprechenden Entzugs.

Donnerstag hatte sich unser Chef angesagt - und ich hoffte, dass wir jetzt endlich die neuen Verträge bekämen, weil die Ereignisse der letzten Tagen waren dazu angetan, einfach nächste Woche Montag nicht mehr zu kommen.

Wir erhielten gestern die Verlängerungen - die neuen Stundeneinteilungen - und nächtens hab ich dann einfach los gelassen - all das, was in den letzten 3 Jahren passiert ist - all die bewusst initiierten Intrigen und die unbewusst initiieren, die letztendlich noch viel tragischer für mich waren, weil sei mir beinah den Job gekostet hatten - zu einer Zeit, wo er mir noch wichtig war.

Aber wie meinte die bessere Hälfte meines Schnuckelchens letztens? Was machts ihr beide euch für einen Stress - ja, ihr habt Spaß - es ist euch wichtig - aber - es ist NUR EIN JOB. Und ja, genau das ist es - und genau das wird es in dem folgenden Jahr auch sein - sein müssen - damit ich mich nicht länger selbst krank mache.

Mir waren meine KollegInnen wichtig - also die jüngeren - weil ich ihnen gerne noch viel mitgegeben hätte für ihr weiteres berufliches Leben - und die, die es annehmen können und wollen, werden auch von meinem letzten Jahr noch profitieren - die, die sich als unfehlbar und wichtig empfinden - werden auch diese letzte Chance vorüber ziehen lassen.

Ja - ich weiß, dass ich gut bin - ich brauchs nicht täglich mehrfach betonen - und mir die entsprechenden Bestätigungen einfordern - egal, ob ich wirklich gut war oder nicht - ich werde nicht dafür bezahlt, dass ich mich selbst beweihräuchere - sondern, dass ich den Laden weiter auf Vordermann bringe - und dann in einem glänzenden und strahlenden Zustand übergebe.

Nein - nicht mich - dieses Kapitel habe ich letzte Nacht erledigt - ich wurde kurz vor Mitternacht mit einem Hustenanfall aufgewacht - und kam grad noch auf die Toilette, bevor ich mich dann mal wieder nachhaltig übergab.

Viel geschlafen hatte ich letzte Nacht nicht - und heute war der Monatsletzte - und ich musste bis 9 Uhr mit Buchen fertig sein - und ich konnte einfach nicht liegen bleiben, weil meine Vertretung eben auch grad heute Zeitausgleich hatte.

Aber auch das war das letzte Mal, dass ich mich aufraffte, obwohl mir ganz und gar nicht danach war - am Montag beginnt die Einschulung der anderen - langsam aber sicher - damit sie in einem Jahr notfalls allein über die Runden kommen - sollte es nochmals weiter gehen.

Das ist das nächste Thema - mir kanns nicht nur gleich.gültig, sondern schlichtweg egal sein, ob es weitergeht - und falls, ob es gut weiter geht - weil ich geh am 1.12.2018 in Rente - also ich verlängere sicher nicht mehr - und ich fühle mich aber seit geraumer Zeit als einzige, die wirklich alles tut, damit es ev. nochmals weiter geht.

Stimmt nicht, ich hab nen Kollegen, der eben genauso bescheuert ist wie ich - siehe vorstehend - von wegen - ES IST NUR EIN JOB. Und wir lernen mit einander, dass wir uns nicht länger so reinhängen, wie wir es in den letzten Jahren getan haben.

Ja - vieles, was läuft - war für mich frustrierend - manchmal verzweifelte ich fast am Unwillen anderer Menschen - aber ich hatte mich dazu entschieden, noch einmal weiter zu machen - und seit gestern gibt es auch kein Zurück mehr - und ich werde es durchziehen.

Aber ich werde auch mein Ziel erreichen - meine Rente in Gesundheit und Wohlstand geniessen - daher schalte ich hiermit mindestens einen Gang zurück - ich mache meine Arbeit - ich delegiere alles, was zu delegieren ist - und vor allem eins - ich mach sicher nie wieder die Arbeit von anderen, damit die mir danach dann auch noch einen Strick daraus drehen, weil ich so gutmütig war.

Es ist der Ruf seit Monaten laut nach einer - richtigen Chefin - und ich stehe jetzt an dem Punkt, wo ich sage - sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen.

Weil eins ist klar - wenn ich den Schwenk vollziehe - von der mütterlichen Glucke, die ihre Kücken beschützt und ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht - und fallweise dann eben auch was selbst macht, damits getan ist - zur echten Chefin, die auf Recht und Ordnung bedacht ist - dann gehts nur - für ALLE.

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