sich kümmern oder verkrampft festhalten?

Nachdem ich gestern wieder nen Anruf der etwas anderen Art bekommen hab, sah ich mich gezwungen, nochmals über diese Thematik nach zu denken - und dann auch gleich schreibend - damits dann wirklich und end.gültig erledigt sein darf.

Ich hatte da ja für 3 Monate ne Art "Beziehung" - naja, eigentlich wars - mir - nach 3 Wochen schon bewusst, dass ich für sowas, wie das angefangen hat - auf Dauer weder Zeit noch Nerven habe, sowas wirklich ausleben zu wollen.


Doch fangen wir von Beginn an - die ersten 3 Wochen waren intensiv und heftig - wir verbrachten jede feie Minute zusammen - es raubte mir schlichtweg den Atem - und ich hatte keine Zeit für die wirklich wichtigen Dinge in meinem Leben - für das, was mir über Jahrzehnte hinweg Spaß und Freude gemacht hatte - und was einfach Teil meines Lebens war und ist.

Nach 3 Wochen kommunizierte ich, dass ich ne Auszeit brauche - es war das erste Mal, wo mir seine ReAktion hätte zu denken geben müssen - aber wer denkt denn schon nach so kurzer Zeit daran, dass man zum alleinigen Mittelpunkt eines anderen Menschen geworden sein könnte.

Ich genoß die "freien Tage" - einfach, indem ich wieder mit meinen Katzen im Bett kuschelte und mich nichts und niemanden verpflichtet fühlte. Er bat um ein Gespräch - gelobte Besserung - dass er mich nicht mehr so bedrängen und mit Beschlag belegen - mich nicht mehr vereinnahmen und sich an mich klammern - würde - und ich gab ihm - und einer ev. Beziehung - eine zweite Chance.

Wobei ich eben noch vorm ersten Kuss kommuniziert hatte, dass ich mir keine echte Beziehung vorstellen könne, weil ich viel zu gerne allein in meinem Himmelreich hause - und auch seit über 4 Jahren keinen Menschen permanent um mich gebraucht hatte - von daher wär mir was "loses" weit lieber wie was "fixes".

Ok - er stimmte zu - wir verbringen die Wochenenden zusammen - unter der Woche könne ich jederzeit vorbei kommen - wenns auch nur "auf nen Kaffee" wäre - weil er wohnt auf meinem Heimweg von meiner Seminartätigkeit.

Die erste Woche gings ja fast gut - in der zweiten kochte er jeden Tag etwas, wo er wusste, dass ichs gerne esse - um mich so doch wieder jeden Tag in seine Wohnung zu "locken" - er wollte mich täglich sehen, mich täglich umarmen (festhalten) und lieben.

Nach weiteren 3 Wochen gabs die nächste Aussprache - mir war jetzt auch noch sein Bierkonsum einfach zu viel - mein Körper rebellierte nachhaltig - mit Brechdurchfall und/oder Reflux - immer dann, wenn er "ein Bierchen zu viel erwischt hatte" wehrte sich mein Körper dagegen, es zu Intimitäten kommen zu lassen.

Wir sprachen über sein "Problem" - er stritt es auch gar nicht ab, dass er eben "manchmal" zu viel erwischte - aber er sei deswegen kein Alkoholiker - weil er würde dadurch ja nur lustig - und wäre noch nie aggressiv geworden, wenn er mal "ein Spitzchen" hätte.

Naja, das, was er als "lustig" bezeichnete, war für mich die Art von Humor, mit der ich überhaupt nichts anfangen konnte und kann - und ich sagte ihm das auch. Ausserdem hatte ich in den 2 Monaten nichts gefunden, was uns beide interessiert hätte - unser einzig gemeinsames Interesse war Sex - dieser aber intensivst ;-)

Kurz und gut - er versprach mir, keinen Alk mehr zu trinken - ich erklärte ihm zum wiederholten Mal, er müsse jetzt nicht ganz abstinent werden - mir persönlich genüge es, wenn er nüchtern sei, wenn wir gemeinsam was unternehmen wollten und würden.

3 Wochen hielt er durch - dann warens mal 2 Seiderl zum kleinen Gulasch - ein paar Tage später warens "ein paar Bierchen zu viel", weil er doch Geburtstag hatte - nein - er war überhaupt nicht witzig - und ich brachte ihn auch nach Hause und fuhr allein heim.

Danach beganns - es war schon vor diesem Vorfall klar, dass wir uns Mittwoch und Donnerstag nicht sehen würden - weil ich unterwegs war - für eine Kollegin in Wiener Neustadt eingesprungen war - kurzfristig - und auch noch Abendtermine hatte.

Am Donnerstag schrieb ich kurz vor Mittag noch eine private Nachricht auf facebook, dass ich dann jetzt weg sei, weil eben Termine (detailliert aufgelistet) und erst wieder abends online und zu erreichen wäre.

Als ich aus der Schulung kam gegen 19:30 fand ich eine SMS vor, wo er nachfragte, was jetzt mit Freitag sei - ich rief ihn an, meinte, hätte ich ja eh mittags geschrieben, dass ich am Freitag um 8 bei ihm sei - und daran hätte sich nichts geändert - und fuhr heim.

Ich gestattete mir dann auch noch, mir ein entspannendes Bad zu gönnen - und war dann erst gegen 21 Uhr wieder vorm PC - und dann traf mich der Schlag - alle Stunde gabs eine private Nachricht - ab Mittag, wo ich ihm geschrieben hatte, was los sei:

Angefangen von - was ist jetzt wegen Morgen - über - nimmst jetzt wen anderen mit - und - keine Antwort ist auch eine Antwort - und die Krönung dann nach meinem Anruf - da stimme doch was nicht, da würd ich behaupten, ich sei auf Schulung und dann sass ich um 19:30 im Auto.

Ganz ehrlich - mich traf fast der Schlag - und dieser Terror besiegelte eigentlich das, was mir schon seit kurz nach Beginn an klar war - ich brauch das nicht - ich brauche niemanden, der mich kontrolliert - mich mit seiner Eifersucht verfolgt - und das alles vor allem dann, wenn er zu viel Bierchen intus hatte.

Ich hatte schon zuvor mehrmals gesagt, dass ich mir durchaus vorstellen könne, mit ihm eine echte Wochenendbezeihung zu führen - aber mit ihm, wenn er nüchtern war - der andere war für mich absolut indiskutabel - und absolut nicht lustig.

Naja, 3 Chancen - mehr hat noch niemand bekommen - mehr bekam auch er nicht - aber er ließ nicht locker - naja, vielleicht hat ers einfach auch nicht verstanden - aus welchen Gründen auch immer - nachdem ich defintiv Schluss gemacht und meine Sachen abgeholt hatte, kam dann eine SMS, dass ich mir das Wochenende Zeit nehmen solle um zu überlegen, wie es mit uns weitergehen könne - oder wie wir einen neuen Anfang schaffen könnten.

Auf meine Antwort - für mich gibt es kein uns mehr - kamen dann wüste Beschimpfungen und Beleidigungen - und 2 Tage später wieder heiße Liebesschwüre. Das war dann auch der Moment, wo ich ihn aus facebook aus meiner Freundesliste schmiss und blockierte.

Alle 2 Wochen kommt seither am Wochenende eine SMS, dass er hoffe, dass es mir gut gehe - dass ich glücklich und zufrieden sei - und gestern - Silvester - dann gegen 20 Uhr ein Anruf und eine Nachricht auf der Sprachbox - in einer ätzenden und zynischen Betonung, dass er mir alles Liebe wünschen würde.

Also wenn ich ehrlich bin, war ich auf 120 - am liebsten wär ich runter gefahren und hätte ihm eingeprügelt, dass ich von ihm absolut nichts mehr wolle und er sich endlich damit abfinden solle, dass ers - wieder mal - verbockt hat. Von mir aus soll er saufen, bis ers überstanden hat - aber mich endlich in Ruhe lassen.

***** cut *****

Doch ich geh ja auch davon aus, dass alles, was mir "geschieht", was mit mir zu tun hat - und so überlegte ich, was mich am Meisten an ihn gestört hatte.


Da war vor allem, dass er mich dauernd "Schatzi" und "Putzi" und "Puppi" nannte - obwohl ich ihm jedes Mal sagte, dass es mir dabei die Zehennägel aufkrampfen würde - und ich das hasse, wie nicht viel anderes auf der Welt - er ignorierte es - immer und immer wieder.

Er ahm mich nie ernst - sexuell schon - der Rest war einfach in seiner Welt nicht wichtig - für ihn wars immer so, dass er seine "Mädels" Putzi genannt hatte - das wird jetzt doch wohl auch bei mir so sein dürfen und können - schliesslich habe sich doch jeder in einer Beziehung auf Kompromisse ein zu lassen.

Wobei - tja, ich wollte nie eine Beziehung - von daher hatte ich auch keine Lust, mich auf den Kompromis ein zu lassen, von ihm als unmündiges Dummchen gesehen und auch so behandelt zu werden - und wenn Kompromisse, dann würds doch wohl nicht gar so schwer für ein ghstandenes Mannsbild sein, seine Partnerin als vollwertige Frau an zu erkennen.

Und dann kümmerte er sich rührend um Haus und Garten - naja, eh klar - wäre er doch sofort und jederzeit bei mir eingezogen - hätte ja auch nichts angenehmeres gegeben - er hätte sich um Haus und Garten gekümmert - ich mich ums finanzielle Auskommen - hatte ich doch schon irgendwann mal - und auch der flog letztendlich hochkant hier raus - allerdings nach viel längerere Zeit, weil da auch noch eine Ehe zwischen uns stand, die vorab beendet werden wollte.

Was ist also mein Thema - sind meine Themen - dass ich mich von meinen Lovern ausnutzen lasse - dass ich mich um ihr Wohlergehen kümmere - sogar dann, wenn sie mir schon körperliche Probleme machen - wenn mein Körper schon längst sagt, dass ichs mir nicht länger antun solle - aber irgendwas ist da, was mir dann anscheinend doch noch so viel gibt, dass ichs weiter tu.

Ja - ich lerne endlich, auch "Nein" zu sagen - offenischtlich immer schneller - diesmal waren es letztendlich "nur" 3 Monate - die letzte Ehe/Beziehung dauerte in Summe immerhin über 8 Jahre - wobei es erst im letzten Jahr dann so in etwa war wie eben jetzt auch.

2 Erkenntnisse

  1. Ich sollte früher und besser auf das hören, was mir mein Körper sagt - und wenn ich mit einem Mann zusammen bin und mir wird schlecht - oder mich stößt es sauer auf - also Brechdurchfall und/oder Reflux - dann sollte ich gleich die Notbremse ziehen und nicht erst abwarten, obs vielleicht wieder mal chronisch werden könnte.
  2. Ich bin keine Tussi, die man(n) sch..... tragen muss - also die man(n) bekocht und sich um Haus und Garten kümmert - auf der anderen Seite bin ich aber auch kein Selbstbedienungsladen, der täglich mit den Ziggis kommt, weil man(n) auch seine Fiannzen nicht im Griff hat.
  3. Ich brauche es einfach, mich um irgend jemand kümmern zu können - das ist jetzt unabhängig von einer Partnerschaft - ich hatte auch immer wieder "Klienten", die jederzeit vorbei kommen konnten und bei mir ein offenes Ohr und eine offene Tür vorfanden - obwohl nichts zurück kam.

Diese mein 2. und 3. Muster hat jetzt also nichts mit Beziehung und Partnerschaft zu tun - das ist einfach ein Wesenszug von und an mir - ich bemuttere gerne - wen auch immer. Aber das musste mir jetzt mal brutal überzeichnet gespiegelt werden, dass ichs erkennen konnte.

Wobei ich nie auf die Idee käme, es meinem Gegenüber in einer derart überzeichneten Form zu zeigen, dass ich ihn für bescheuert halte - ganz im Gegenteil - ich halte selten wem für bescheuert und lebensunfähig - meine Intention ist es, das Beste aus den menschen raus zu kitzeln - wenn sies zulassen - und sie dabei unterstützen, dies auch um zu setzen und aus zu leben.

Aber ich geb zu, die Grenze ist schon irgendwo möglicherweise auch von mir überschritten worden im Laufe der Zeit - aber nie in der Form, dass ich nicht zugehört hätte, was mein Gegenüber sagt und als Bedürfnis äussert - und ich werde dies auch in Zukunft nicht tun - schließlich weiß ich jetzt aus eigener Erfahrung, wie bescheuert man sich fühlen kann, wenn der Partner einfach ne bescheuerte Puppe in einem sieht.

Was mach ich jetzt aus diesen Erkenntnissen?

Naja, als Erstes werd ich mich mal intensiver um mich selbst kümmern - mich selbst bemuttern - und hegen und pflegen - mirs gut gehen lassen - morgen fahr ich zum göttlichsten aller Masseure - war allerdings schon zuvor ausgemacht gewesen - aber passt jetzt hervorragend - und ich werd mir diese Freuden heuer einfach öfter gönnen - mindestens 1x im Monat - 1,5 Stunden absolut EntSpannung und Genuss.

Das Nächste ist, ich werde meinen "Umgang" genauestens hinterfragen - wer tut mir wirklich gut - von wem kommt auch etwas zurück, wenn ich gebe.

Und ich werde noch mehr darauf achten, dass sich niemand von meinem "Helfen wollen" bedrängt fühlt - weil ich möchte es auch nie wieder erleben müssen - dieses Klammern ist einfach unerträglich - sowas braucht - glaub ich - niemand - naja, manche wahrscheinlich schon - aber ich möcht mich nur mehr mit Menschen umgeben, die ähnliche Distanzen brauchen wie ich.

Beziehung?

Nein danke - nie wieder - also nix klassisches - nicht zusammen wohnen heißt für mich genau das - nicht zusammen wohnen - es bedeutet nicht, dass wir dauernd zusammen sind aber jeder einen eigenen gemeldeten Wohnsitz hat - es bedeutet - dass wir eben nicht permanent zusammen picken, sondern jeder sein eigenes Leben lebt - und wir uns ab und zu auf gemeinsame Stunden treffen.

Ich will und brauche keine Bezeihung im klassichen Sinn - ich bin jetzt über 4 Jahre allein ganz gut zurecht gekommen - es gab Zeiten, wo ich nicht mehr weiter wusste - aber auch damals klammerte ich mich nicht verbissen an einen Mann, der mir mein Auskommen gesichert hätte - ich lieh mir Geld und brachte meine Angelegenheiten wieder selbst in Ordnung - und das wird so bleiben.

Und ich werde es auch nie wieder zulassen, dass sich jemand glaubt, von mir emotional abhängig machen zu können - ich würde gerne im Leben eines Mannes die 1. Geige spielen - aber er sollte der eigene Dirigent seines Lebensorchesters sein und bleiben - und nicht gleich alle Rechte abgeben und sich mir "unterwerfen".

Ich will einen Partner, zu dem ich bewundernd aufschauen kann - den ich für seine Interessen bewundern kann - der aber im Gegenzug auch meine Leistungen zu schätzen weiß. Er muss meine Interessen nicht teilen - weil ich möchte eh nicht dauernd mit ihm zusammen leben - das ist genau das, worums geht - gleichwertige Partner, die sich gegenseitig wert.schätzen und be.achten.

Jeder lebt sein Leben - und wenn sich unsere Wege treffen, dann sind wir ganz für einander da - sei es für ein paar Stunden - oder auch ab und zu für ein Wochenende - mehr brauch ich nicht und mehr will ich nicht.

Ich hab vor Kurzem auch mit einem jahrzehntelangen Freund drüber gesprochen - und ihm hatte ich es so erklärt - wenn ich mit jemanden "zusammen" bin - wenn ich mich jemals wieder emotional zu einem Mann hingezogen fühle - kann ich ihm garantieren, dass er ein sexuelles Alleinstellungsmerkmal hat - aber mein Leben lebe ich weiterhin auf meine Art.

Bei meiner Quartalsbeziehung kam nämlich auch noch hinzu, dass, da wir wirklich intensiven Sex hatten - dass er davon ausging, wenn ich mal einen Tag keinen von ihm bekommen hatte, dass ich mir Ersatz suchen würde - war wahrscheinlich auch der Alk - und das schlechte Gewissen - was ihn in dieser Hinsicht so unsicher und eifersüchtig machte - aber genau das hat mich dann eigentlich am meisten abgeturnt.

Falls ich jemals wieder irgendwas mit einem Mann anfang, dann eben "offen" - in Bezug auf die Intensität des Zusammenseins - sexuelle Exklusivität kann von meiner Seite auch bei nur einmal monatlich stattfindenden Treffen garantiert werden *lach* - ich halt jetzt schon eineinhalb Monate ohne aus - locker :-)

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