Das Weib sei dem Manne untertan

Tja, ich weiß, ist in der heutigen Zeit nur mehr ein Bibelvers, den niemand mehr kennt - für mich war es gelebte Realität - nicht nur in der Kindheit und Jugend, sondern eigentlich Zeit meines Lebens - zumindest so lange, wie ich glaubte, unbedingt eine Beziehung haben zu müssen - warum auch immer.

Ich nehm an, das kann sich heutzutage niemand mehr vorstellen, dass es wirklich Frauen gab - und gibt - die sich dem Willen ihres Mannes unter ordnen. 

Ich verrate dir ein Geheimnis - gibt es auch nicht - jede Frau, die behauptet, so etwas zu tun, verfolgt trotzdem ein ganz bestimmtes Ziel - und wenn es nur das ist, selbst keine Verantwortung übernehmen zu müssen.

Fangen wir mal bei meiner Mutter an - die war so arm, hatte einen Mann, der sich hinten und vorne bedienen ließ - sie musste sogar nächtens aufstehen, um ihm Milch zu wärmen, weil er dazu selbst nicht in der Lage war - oder sie dazu zwang - oder was auch immer.

Kurz gesagt, sie war Zeit ihres Lebens die Märtyrerin, die sich für ihre Familie aufopferte - und dies natürlich auch immer und immer wieder kommunizierte - obs wer hören wollte - oder auch nicht - und die das auch voll vor- und auslebte. 

Es hat das zu geschehen, was ihr Mann sagte - also ihr zweiter - mein Vater - den liebte sie heiß und innig - auch, wenn sie hinter seinem Rücken eben immer über ihn schimpfte - aber das war einfach sie - das ging jeder und jedem Anderen genauso - sie war die personifizeirte Negativität.

Aber wie kam es dazu, dass er so verwöhnt war - und sich bedienen ließ wie ein Pascha? 

Weil sie ihm jahrzehntelang bediente und verwöhnte - und - ihn von sich abhängig machen wollte - weil sie ihn nicht verlieren wollte - ich werde dazu auch noch was im Blog über die Human Design Matrix schreiben - demnächst ;-)

Sie tat es nicht aus bedingungsloser Liebe - oder aus anderen wohlmeinenden und positiven Gründen - sie tat es aus Eigennutz - wie auch vieles andere in ihrem Leben. Ich behaupte nicht, dass sie Alles, was sie tat, bewusst tat - oder manches einfach nur so "passiert" ist.

Dass er so ein verwöhnter Pascha wurde, war allerdings ganz sicher ihre eigene Schuld - und witzigerweise kam er ja auch ganz gut klar, wenn sie mal nicht zu Hause war - was selten passierte - weil sie ständig an seinem RockZipfel hing - aber ab und zu war sie im Spital - und er überlebte das absolut problemlos.

Ganz im Gegenteil, er hätte auch locker noch jemand anderen mitversorgt - weil - das weiß ich jetzt - meine KochKünste hab ich von ihm - ich kann und will es zwar nicht, aber wenns sein muss, ist es eigentlich kein wirkliches und nachhaltiges Problem.

Apropos KochKünste - als ich meinen 2.Ex kennen lernte, meinte der immer, dass ich ja nicht mal zu Essen gelernt hätte - also in dem Sinne von - ich hab noch nie was "Richtiges" gegessen - dem ich - rückblickend betrachtet - auch zustimmen muss.

Ich glaub, mein ältester Bruder ist nur Koch geworden, damit er das nicht mehr das essen musste, was sie kochte.

Wie auch immer - ich kannte es nicht anders - hatte auch erst ziemlich spät begonnen, das Märtyrertum meiner Mutter - und ihre Beweggründe - zu hinterfragen - für mich war das einfach gelebte Realität - wenn Partnerschaft, dann habe ich für meinen Mann da zu sein - so gut ich konnte - naja, Kochen war noch nie meine Stärke ;-)

Ok - meine 1. Ehe war passiert - und auch schnell wieder vorbei - danach lebte ich mal ne Zeit lang recht gut - bis ich dann meine 2. Beziehung und letztendlich Ehe einging - und nahm mich sofort wieder zurück - unterstützte ihn in allem, was ihm wichtig war.

Wie auch immer - ich werde es nie vergessen - den Tag, an dem sich mein leben endlich wirklich ver.änderte - ich war 49 - als mich zum ersten Mal jemand fragte, was ich möchte - und ich da stand und keine antwort hatte - hatte nie darüber nachgedacht, was ich wollte - sondern meine Männer so gut es ging untertützt.

Was ist will? Was ich wirklich will? 

Bleiben wir bei dem, was ich dmals wollte - schließlich hab ich geschrieben, dass es keine Frau gibt, die sich wirklich bedingungslos dem Willen ihres Partners unterordnet - ich träumte von einer glücklichen und erfüllten Beziehung.

Nein, keine wie meine Eltern, weil dass das nicht ganz stimmte, war mir schon irgendwie klar - obwohl ich es nicht benennen konnte - ich wollte geliebt werden - auch, wenn es auf Kosten meiner Gesundheit ging - auch, wenn es auf Kosten meiner eigenen Befindlichkeit ging.

Also gönnte ich mir meine Ehe ganze 14 Jahre +2 vorher, in der wir zusammen lebten - und bemühte mich, ihm eine gute Ehfrau zu sein. Mit ca. 40 stellte sich mir die Frage, ob ich für den Rest meines Lebens wirklich so weiter machen möchte - und die Antwort war ein klares = NEIN.

Ich lernte in einem Chat einen Mann kennen, der mich behandelte, als ob ich eine begehrenswerte Frau wäre - und ich verliebte mich in ihn - und beendete meine 2. Ehe - um letztendlich nach einem Jahr noch eine 3. an zu fangen, die dann auch nochmal 7 Jahre andauerte.

In der Zeit kam dann eben die Frage, was ich eigentlich wirklich wollte - und das brachte mich endgültig zum nachdenken - nie wieder jemanden dauernd um mich - ich wollte meine Freiheit - nach in Summe 24 Jahre Bezihung mit Männern, für die ich letztendlich zum Inventar gehörte.

Womit wir wieder bei der Titelzeile wären - das Weib sei dem Mann untertan - sie sollte ihm beistehen und ihn unterstützen - in allen Lebenslagen - und dann kommt da jemand und fragte - "Was willst eigentlich du?"

Nein, ich stand auf keines der Hobbies meiner Exen - aber ich hatte mitgemacht - ihnen zu liebe - beim LetztEx war es so, dass wir uns eigentlich gemeinsam was aufbauen wollten, wo mir dann eben die Luft ausging, als ich das Alles alleine stemmen durfte.

Und obwohl ich das Haus und den Kredit und die Schulden übernommen hatte - und auch gesundheitlich am Limit war - fühlte ich mich nach der letzten Scheidung trotzdem nachhaltig erleichtert.

Aber dieses - eine Frau braucht einen Partner - wo dann wieder der Titel schlagend wurde - war noch ganz tief drinnen in mir - deshalb habe ich dann auch noch ein paar kurze Anläufe gewagt - aber realtiv schnell immer den Wurm entdeckt, der da drinnen war.

Bis ich dann - endlich - Anfang 2017 den Entschluss fasste, dass ich dankend auf weitere Parnterschaftsversuche verzichte - und es mir reicht, mich selbst zu lieben - und endlich wirklich auf mich und meine Befindlichkeiten und Bedürfnisse mehr und mehr zu achten.

Ich gestehe, mir geht nicht wirklich was ab - aktuell fehlen mir meine Tochter und die Jungs, um mit ihnen nett Essen zu gehen - und ein paar Umarmungen zu bekommen - mehr brauche ich nicht - brauchte ich eigentlich noch nie - und eigentlich hatte ich noch nie so viel echte Beziehung, als ich habe, seit ich keine Partnerschaft mehr lebe.

BeitragsBild von Oberholster Venita auf Pixabay


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