Dieses Blog durchsuchen

Mittwoch, 30. Dezember 2015

zu.lassen und los.lassen

Diese eine Nacht, die zwar nicht den Schmerz der ganzen Menschheit beinhaltet hat - aber meinen - meinen Schmerz - meine Verletzungen - all das, was ich zugelassen hatte - weil ichs für "richtig" hielt - in Bezug auf Partnerschaft und Beziehung.

Der Moment, als ich ihn auf und in der Nachbarin vorfand - die Sekunde, in der meine Welt und meine kindlich naiv romantische Vorstellung von Partnerschaft - von einer Sekunde auf die Andere - verpuffte und zerplatzte wie eine Seifenblase.


Und es passte auch ins Weltbild meiner Eltern - mein Vater ging fremd - es wurde immer und immer wieder besprochen, dass er früher immer andere Frauen hatte - und dass auch nicht sicher sei, ob ich der einzig lebende Nachkomme meines Vaters wäre - es gehörte für mich von klein auf dazu  - es waren die üblichen Geschichten.

Dann wars ja wohl nur logisch, dass es auch überall anders so sein müsste - lügen und betrügen - keine Treue - nichts, was ich mir unter Beziehung vorstellen wollte - gleich in meiner ersten Beziehung wurde mir das Muster meiner Eltern gespiegelt.

Der Mann kann machen, was er will - die Frau hat zu "spuren" - sich ihm unter zu ordnen - alles zu tun, um die Familie aufrecht zu erhalten - wenn er mal irgendwas anderes tun wollte. Das wurde mir gelehrt - das wurde mir vorgelebt - das wurde mir gepredigt - und ich habe es ganz tief drinnen in mir geglaubt.

Und es blieb jahr(zehnte)lang genau so - es gab keine Beziehung ohne Schmerz - ohne Verletzung - ohne irgend einem Teil der Muster meiner Eltern - in mehr oder weniger ausgeprägter Form. Ja, ich bin 3x geschieden - meine Mutter wars nur 1x - ein Zustand, den sie genauso verdrängte wie viele anderen Dinge.

Ich habe mir die ganze Bandbreite gegönnt - vom besoffenen OneNightStand mit der Aussage, ich sei ne frigide, gefrustete Tussi und solle mich gefälligst etwas bemühen - bis hin zu jahrelangen Versuchen, Tote wieder zum Leben zu erwecken ;-)

Es gab manche schöne Momente - sie waren leider alle nur von kurzer Dauer - und ich hatte mich nie gewehrt, wenn jemand meine Grenzen überschritt - aber ich habe mich zurück gezogen - mich in mein eigenes Verlies eingegraben - um nicht ständig zu leiden.

Aber - wie schon erwähnt - ich habe es überlebt - ich bin daran gewachsen - letztendlich weiß ich schon seit geraumer Zeit um die Muster, die ich aus.lebte - aber ich wusste nicht, wie ich aus diesem Kreislauf ausbrechen konnte.

Ich habs aus eigener Kraft geschafft - ich hab dazu meine Fieberwahnwoche gebraucht - aber ich hab "die Muster durchbrochen" - ich bin aus eigener Kraft raus gekommen.