Rettersyndrom

Ich hab heut früh den Blogbeitrag einer ganz lieben Freundin gelesen - und er geht mir seither nicht mehr aus den Kopf - von wegen - warum manche Menschen genau das tun, was sie tun - und meine Erkenntnis des heutigen Tages:

Rettersyndrom


Nein, nicht helfen wollen - sondern retten müssen - als primären Lebenszweck - unabhängig davon, ob diese Person gerettet werden möchte oder nicht - sie retten alles und jeden - und wenn es wen gibt, der nicht gerettet werden bräuchte, dann wird er zuerst so fertig gemacht, dass er dann willig wird, gerettet zu werden.

Anders ausgedrückt:

Menschen mit Rettersyndrom machen sich als Täter teilweise auch selbst die Opfer, die sie dann zwangsbeglückend retten können. Und in diesem ihren Bemühen sind sie sehr nachhaltig und ausdauernd - würden sie ja auf der anderen Seite keinen Lebenssinn mehr haben, wenn sie nicht mehr retten könnten.

Speziell wars dieser Absatz, der mich nachhaltig angetriggert hatte:

Die andere Seite sind diejenigen, die sich das Gejammere anhören und mir dann davon erzählen. Mein Leben wäre echt leichter, wenn sie es lassen würden! Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß…. Doch bei zumindest einer Person dürfte ein persönliches Interesse dahinterstecken, doch dazu später mehr.

Er traf so voll mitten ins Schwarze - demonstrierte in kurzer prägnanter Art genau das aktuelle Thema in meinem Leben. Mich störte es schon immer, wenn mir jemand erzählte, was andere über mich reden - weil - genau - es interessiert mich eigentlich nicht.

Und es belastet mich auch nicht - solange ich es nicht täglich und immer und immer wieder vorgekaut bekommen - weil - ja, dann stört mich letztendlich das permanente Vorkauen dessen, was andere über mich erzhlen.

Wie wichtig ist das?

Und wie steht eine Person, die mir ständig erzählt, was andere über mich sagen - letztendlich zu mir? Warum dürfen die das? Also die anderen? Ständig über mich schimpfen? Bei dieser Person? Über mich?

Nochmals gefragt - wie steht die Person zu mir, wenn alle anderen über mich schimpfen dürfen?

Ich sags mal so - wenn ich wen mag, dann hat niemand in meiner Gegenwart über diese Person zu schimpfen. Dann weise ich sie in ihre Schranken, auch auf die Gefahr hin, dass ich dann nicht mehr Liebkind bin - bei der schimpfenden Person.

Ja - es stört mich schon seit fast einem Jahr - und heute isses so richtig kommuniziert worden, was genau mich stört - und ich habs für mich jetzt mal weiter gesponnen - und meine Erkenntnisse daraus gezogen - also speziell aus dem Satz:

Die andere Seite sind diejenigen,
die sich das Gejammere anhören und mir dann davon erzählen.

Letztendlich hatte ich meine Mutter vor meinem geistigen Auge - nein, stimmt nicht - meine Eltern - die immer zu allen lieb und nett und freundlich und zuckersüss waren - um - sobald die anderen bei der Tür draussen waren - sich umdrehten und hemmungslos über diese Personen herzogen.

Ich hab zu Lebzeiten meiner Eltern nie etwas anderes von ihnen gehört und gesehen - diese Falschheit, diese hemmungslosen und sinnlosen Lügen und Verleumdungen - das kotzt mich sowas von an - und ich will und werde mich nicht mehr mit Menschen abgeben, die derartiges exzessiv leben.

Wenn jemand zu jemand anderen zuckersüss ist - und wenn diese Person nicht mehr vor Ort ist - über diese Person herzieht - wie könnte ich sicher sein, dass sie es bei mir nicht genauso macht? Dass sie mir ins Gesicht einen auf lieb und nett - und - wie haben wir uns doch alle so lieb - und wenn ich mich umdrehe - mich verleumdet und über mich schimpft?

Doch ich schweife ab - was hat das mit dem Rettersyndrom zu tun?

Naja, ziemlich viel - weil, wenn ich jetzt kein klassisches Opfer bin, dass man retten kann - wie macht man mich zum rettenswürdigen Opfer? Indem man mich verleumdet und diskreditiert - indem man über mich schimpft - und mir gleichzeitig schön tut und einen auf - wir haben uns ja alle so lieb - macht.

Weil irgendwann komme ich dann möglicherweise in eine Situation, wo man mich dann endlich glaubt, als Opfer sehen zu können - und mich endlich retten zu dürfen. Zumindest könnte man dann eben immer und immer wieder kommunizieren, dass man sich ja wegen mir den Arsch aufgerissen hat - um mich zu retten.

Ja - schon wieder das uralte Muster meiner Mutter - die Märtyrerin par exzellence - und aktuell kommt sie grad wieder - die Märtyrerin, die sich ja für mich opfert - und ich so gemein bin, mich nicht retten lassen zu wollen - dies auch schon mehrfach kommuniziert habe - und es einfach ignoriert wird.

Fakt ist - nach den anhaltenden Bemühungen, mich endlich zu Fall zu bringen, stehe ich noch immer aufrecht - und gehe meines Weges - ganz im Gegenteil - ich bin gestärkter und mir meines Wertes bewusster wie schon lange nicht mehr.

Liebe RetterInnen, die glauben, mich unterkriegen zu können - lasst es stecken - ich laufe grad zu meiner Höchstform auf - und ich habe in den letzten Tagen meine Prioritäten neu überdacht und definiert.

Eins bleibt gleich - Menschen, für die ich mich verantwortlich fühle - die sozusagen "unter meinen Schutz stehen" - die lass ich von niemanden schlecht machen - oder diskreditierren - und Menschen, die eine ähnliche schleimende Art meiner Mutter haben, um die mach ich endlich wieder einen grossen Bogen.

Ich habs endgültig satt, auf deren Schleimspur aus zu rutschen. Rettet, wen auch immer sich lässt - mich braucht niemand zu retten - ich bin schon ein grosses Mädchen - ich kann mich selbst retten - und es fehlt grad nicht viel, dass ich meine gute selbst angeeignete Kinderstube vergesse ;-)

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