ist Stärken stärken wirklich immer "das Wahre"?

Da gibts ja den Spruch "Besser als seine Schwächen zu schwächen ist es, seine Stärken zu stärken". Ich habe den jahr(zehnt)elang berücksichtigt und auch gelebt - auch in Hinblick darauf, dass ich andere Menschen so sein ließ, wie sie waren - aber auch immer wieder deren Stärken wahrgenommen habe.


Aber ich musste im Laufe der letzten Jahre feststellen, dass es auf der einen Seite viele Menschen einfach nicht verkraften, wenn ich sie so sein lassen wollte, wie sie sind - weil sie es gewöhnt sind - und es offensichtlich auch brauchen - dass sie permanent fertig gemacht werden.

Und auf der anderen Seite können viele einfach nicht damit umgehen, wenn sie sein und bleiben dürften, wie sie sind - weil sie oftmals auch gar keine Ahnung haben, wer oder was sie sind - oder sein möchten.

Ich habe in den letzten Jahren immer wieder Menschen zur Verzweiflung gebracht, weil ich ihnen nicht sagte, was sie zu tun - oder zu lassen haben - weil ich davon ausging - jeder ist perfekt, so wie er/sie ist - und es mir nicht zusteht, Forderungen zu stellen, dass jemand irgendwie sich verbiegen solle, nur, um mir zu gefallen.

Sei es der DannDochNichtLover, der zwar keine Erfahrung mit nix hatte - aber einen auf groß und wichtig machte, was er denn alles von mir erwarte, damit er mir zu Diensten sein könnte und würde - oder auch die Tussi, die ihren Größenwahn immer intensiver fröhnte, je weniger ich sie permanent zurecht und in ihre Schranken gewiesen hatte.

Ich denke seit geraumer Zeit darüber nach, ob es wirklich gut ist, andere Menschen so sein - und bleiben - zu lassen, wie sie sind - sie in ihrem SoSeinWieSieSind auch noch zu bestärken - weil der Großteil kann einfach nicht damit umgehen - kommt damit nicht zurecht.

Die Menschheit ist es gewöhnt - und braucht es auch - dass ihnen permanent gesagt wird, was sie zu tun haben - dann können sie zwar dagegen raunzen - aber sie haben wenigstens etwas - nämlich das Raunzen darüber, weil andere nicht so spuren, wie sie es sich einbilden, dass sie es gerne haben würden, wenn man sie lassen täte, wie sie wollen könnten.

Ja - es fasziniert mich grad nachhaltig - weil ich hab mich immer irgendwie geweigert, mit Jugendlichen zu arbeiten - weil beim letzten grossen Projekt hatte ich mir nach kurzer Zeit nen Nerv eingeklemmt und war dann auch ausgestiegen, weil ich irre Schmerzen hatte und es auch irgendwie "als Zeichen" gesehen hatte.

Seit etwas mehr als nem Monat bin ich wieder in einem Projekt mit Jugendlichen - am Donnerstag stand ich dann wieder "an der Front", weil eine Kollegin zum Arzt musste - und als die Rückenschmerzen wieder anfingen fragte ich mich, was das jetzt wieder solle.

Nein, diesmal steig ich nicht aus - ich hab mir auch keine Injektionen geholt - ich habs jetzt übers verlängerte Wochenende auf meine Art gelöst - weil eins ist mir auch klar geworden in den letzten Wochen - Jugendlichen kann man noch beibringen, wie sie mit ihren Stärken umgehen können - die kann man langsam hinführen zu ihrer ganzen Größe und Macht.

Der Großteil der heutigen Erwachsenen ist sowieso schon verdorben - von dem zu sehr beeinflusst, was sie erlebt haben - und hoffnungslos dem gegenüber, was sie noch alles erreichen könnten, wenn sie es zulassen würden.

Meine Erfahrung - wenn ich einen Erwachsenen so annehme, wie er ist, versetze ich sie/ihn oftmals in eine Zwangslage, der sie sich nicht stellen wollen - und/oder können - sie haben noch nie drüber nachgedacht, wer sie eigentlich sind - oder sein könnten.

Sie leben in ihrem Trott - geben den Eltern schuld, dass sie so wurden, wie sie sind - schimpfen auf die Regierung und die Gesetze - oder das AMS - und sehen das auch lebenslang als Entschuldigung, nichts aus sich machen zu müssen - oder wollen - oder dürfen.

Und wenn ich sie so sein lassen möchte, wie sie sind - muss ich sie in ihrem Elend ersticken lassen - was mir dann wieder weh tut - weil es mir um das Potential einiger Menschen einfach leid ist. Also kann ich sie nur entweder ver.ändern - oder mich von ihnen fern halten.

Ausschlaggebend für diese meine Überlegungen war vorige Woche ein Gepsräch, wo eine Teilnehmerin dachte, einen auf "arm" machen zu können, indem sie mir erklärte, ihre Mutter liebe sie ja nicht - und das mir *lach*.

Sie hatte mit viel gerechnet aber nicht mit "Ja - und? Passiert auch anderen und die bleiben nicht im Selbstmitleid hängen sondern nehmen ihr Leben trotzdem - oder grad erst recht - selbst in die Hand - und er.schaffen ihre Zukunft selbst."

Ich mein, grad mir - kommt mir mal mit - meine Mutter liebt mich nicht - ich kann mitreden - aber ich hatte nie die Ambition, in dieser selbstbemitleidenden Opferrolle verharren zu müssen - sondern ich hab mich - mehrfach - aus jedweder selbst eingebrockten Suppe gezogen.

Von daher hab ich jetzt - während meiner 2-tägigen Schmerzpause - mal ernsthaft in Erwägung gezogen, in Zukunft mit meinem - andere sein lassen, wie sie sind - mal nimma so kategorisch vor zu gehen, sondern einfach auch mal wieder nachhaltig zu kommunizieren, wenn mir was absolut nicht passt :-)

Ich mein, ich hatte es schon mal gemacht - bei Dingen und Menschen, die mir wichtig und wertvoll waren und sind - und spannenderweise haben die es aber auch annehmen können - sie können allerdings auch damit umgehen, wenn ich sie jetzt nicht wirklich ver.ändern möchte, sondern sie in ihrer vollen Pracht wahrnehme.

Achja, erinnert mich an etwas im Vorjahr - hab da grad ein DejaVu - da gab es einen Menschen in meinem Leben, in dem ich mehr gesehen hatte als wie sich er gesehen hatte - nein, ich wollte ihn nicht in die Kiste schmeissen - sondern ich wollte seine Stärken stärken - er war aber eigentlich noch größenwahnwitziger als vermutet - und hats als Liebeserklärung gedeutet.

Er ging davon aus, ich könne ohne ihn nicht leben - nur, weil ich freiwillig viel für ihn getan hatte - er dachte echt, ich würde ihn in irgend einer Form vereinnahmen wollen - oder was auch immer - auf die Idee, dass mich das Projekt an sich begeisterte - kam er nicht - weil er sich selbst als unwiderstehlichen Frauenheld sah.

Von daher - Frau tut was - Frau muss verliebt sein - Frau will ne Beziehung - Frau vereinnahmt - also schnell weg - spielen wir wieder das A...L...., dass man immer ist - und macht einen auf - ich bin ja gar nicht da - und das Geld, welches ich ihr schulde, das kriegst sie auch nicht wieder, weil schliesslich hat sie mich ja mit ihrer Liebe belästigt - oder so in der Art :-)

Naja, was solls - er wird glücklich werden damit - oder dran ersticken - es braucht mich nicht mehr zu betreffen - ich hab nicht nur ein neues Projekt - sondern gleich zwei davon - wovon mir jedes sogar wesentlich mehr Spaß macht als das damals - und ich hab auch jeweils GeschäftsPartner, die damit klar kommen, dass ich mich voll rein fallen lasse - ohne Beziehungsängste zu bekommen und laut schreiend davon zu laufen.

Das Leben ist voll geil - und meine Lernerfahrung aus 2 Tage Schmerzen - ich hatte in meinem Wahn, alle Menschen so an zu nehmen, wie sie sind - wieder mal auf einen vergessen - mich - weil auch ich bin, wie ich bin - und wer das nicht aushält ist neben mir sowieso fehl am Platz.

Und das hab ich jetzt in beiden meiner aktuellen Projekte erleben dürfen - es gibt immer jemanden, der mich nicht sein lassen möchte, wie ich bin - der alles besser weiß und mich bevormunden möchte - aber die Betonung liegt seit Kurzem auf - möchte - wollen können darf jeder - nur nutzen wirds ihm nix ;-)

An die, die genauso ver.rückt sind wie ich - es ist echt voll geil, dass es euch gibt - jede und jeden einzelnen von euch - ich liebe euch - es ist sooooo schön, mit euch zusammen arbeiten zu dürfen - real und/oder virtuell - DANKE.

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