Februar 2015 ==> Struktur und Ordnung

Gestern haben die Raunächte begonnen - 12 Tage, in denen die Weichen für das neue Jahr gestellt werden. Heute haben wir den 26.12.2014 - dieser Tag entspricht dem Monat Februar 2015




Ich stelle ihn hiermit unter das Motto Struktur und Ordnung


Es war schon 2014 immer wieder Thema - ich unterstelle mal, es wird mich/uns auch durch das Jahr 2015 begleiten. Wer schon mal bei mir zu Hause war, weiß, dass ich eher die Chaotin bin - vor allem, was meinen Schreibtisch und meinen Chaosraum betrifft.

Nichts desto trotz brauche ich gewisse Strukturen und Ordnung - ich muss sie nicht vorgegeben bekommen - ich kann sie (mir) auch selbst schaffen - in einem für mich annehmbaren und erträglichen Rahmen.

Ein Beispiel - Mitte September 2014 kam die Anfrage des Firmengründers von boniup, wie meine Zugangsdaten zum System seien - ich gab sie ihm und fragte dann nach, wozu er sie brauche - und er antwortete - "die EDV schaltet dich morgen für den Support frei".

Jetzt ist das ja nichts, was man einfach so nebenbei macht - den Support für eine Firma, die an die 10.000 Mitglieder hatte, die alle jetzt 2 Monate nicht ins System kamen - und wo - also ich zumindest - eine heftige Lawine an Anfragen - erwartete.

Also war meine nächste Frage - dann sollten wir mal skypen und ausmachen, wer was macht und wie du dir vorstellst, dass ich meinen Teil erfülle. Die Antwort überraschte mich zwar kurzfristig, aber ließ mich letztendlich auch zu Höchstleistungen auflaufen:

"Du bist der Support. Mach, was möglich ist, ich kann mir vorstellen, dass du da irgend eine Form von Automatisation rein bekommst, die ein relativ einfaches Arbeiten ermöglicht." Für mich reichten diese Vorgaben - ich schluckte mal kurz - mein Hirn ratterte - und meine kurzfristig getroffene EntScheidung - aus dem Bauchgefühl heraus war - "OK".

Ich bin - arbeitstechnisch - ein "fauler Hund" - nein, heißt nicht, dass ich mich vor einer Arbeit "drücke", sondern, dass ich mit den vorhandenen Ressourcen mir meine Arbeit weitgehendst erleichtere und vereinfache.

Im vorliegenden Fall hieß das, nach der 3. gleichlautenden - oder ähnlich formulierten - Anfrage - machte ich mir mal ne Word-Datei mit der Bezeichnung "Standardphrasen" - wo ich mir eben genau derartige immer wieder vorkommende Antworten abspeichere.

Seit Mitte September liegt diese Datei permanent offen am Desktop - es kommen neue Formulierungen dazu - die alten bleiben drinnen sehen.

Ich wusste nach einigen Wochen auch, dass mir genau diese Datei in dem Fall reicht - wenn andere Fragen kommen, beantworte ich die einfach aus dem Stegreif - aber die Hauptthemen, die etwas ausführlicher beantwortet werden müssen, die kopier ich einfach immer und passe sie an die/den jeweiligen FragestellerIn an.

Auf der anderen Seite habe ich für meine HelpDesk-Gruppe auf Facebook eigene Hilfedateien zusammen geschrieben, die mittlerweile auch auf meinem WebSpace liegen, damit auch jene drauf zugreifen können, die nicht auf Facebook sind.

Das ist meine Form von Struktur und Ordnung - ich mache sie mir selbst - für mich - für meine Arbeit - und ich erstelle sie auch für andere, damit die nicht das Rad neu erfinden müssen, welches ich sowieso schon in meiner laufenden Arbeit erfunden habe, um mir das Leben zu erleichtern.

Auf der anderen Seite kann ich aber nicht damit umgehen, wenn jemand - zumindest jemand, wo ich eigentlich vorausgesetzt hätte, dass er meiner Art zu Arbeiten ähnlich sein könnte - dann alles punktgenau vorgekaut und dreimal schriftlich dokumentiert braucht.

Da gabs mal ne reale Besprechung von 7 Personen, wo etwas ausdiskutiert und beschlossen wurde - für 6 davon war das Ergebnis absolut ident - und sie trugen es nach aussen - die 7. Person las das Protokoll - und fand auf Anhieb einen Punkt, wo ihr nicht klar war, wie der gehandhabt werden würde, weil der nicht explizit angeführt war.

Ok - 6 Personen wars sonnenklar, der 7. Person nicht - und mittlerweile ist mir bewusst, dass da irgend eine eingeschränkte Art der Wahrnehmung vorhanden ist. Letztens hatte ich mit einer ganz lieben Freundin diskutiert, wo ich weiß, dass die fallweise mit ähnlichen Themen "kämpft".

Und ja, ist so - manchen Menschen muss mal einfach alles immer und immer wieder bis ins letzte Detail - auf 5 unterschiedliche Arten vorkauen - bis sie überhaupt bereit sind, darüber nach zu denken, ob sie sich damit beschäftigen wollen könnten.

Ganz ehrlich - bei sowas zucke ich diagonal aus.

Wenn ich mir vorstelle, dass ich ähnlich gestrickt wäre - ich würde heute noch drüber diskutieren, ob ich die Supportanfragen "per sie" oder "per du" beantworten solle, weil es könnte ja vielleicht irgendwann mal wer irgend ein Problem damit haben, dass ich sie/ihn einfach "duze".

Ja - und?

Dann isses ihr/sein Problem - unsere Firmenphilosophie ist, dass wir das kollegiale "du" pflegen, wenn jemand das nicht möchte - Sellerie - sie/er darf mich gerne "per sie" anschreiben oder ansprechen. Wie egal ist die "Ansprache", wenn jemanden schnell und unbürokratisch geholfen wird?

Es geht - mir - in meiner Arbeit - immer - um das Ergebnis - um das Endziel, auf das ich/wir hin arbeiten - da kanns auch durchaus mal passieren, dass ich meinen Chef anzicke, weil er mich von etwas abhält, was in meiner Welt eine höhere Priorität hat als in seiner - aktuell.

Eben grad jetzt in Bezug auf Support - wenn wer mit Bannalitäten kommt, während sich bei mir die Problemfälle häufen, dann muss diese Person damit rechnen, dass von meiner Seite ein knappes und deutliches - JETZT NICHT - kommt - und es gibt Menschen, die wissen, wenn sie ne Stunde später nochmal nchfragen, obs jetzt besser sei - sie möglicherweise eine ganz andere Antwort bekommen.

Ist in meinem anderen - realen Vollzeitjob - manchmal der Fall - ich telefoniere - das Festnetz klingelt, ein.e Teilnehmer.in sitzt bei mir im Büro - und dann kommt eine Kollegin und möchte was - schaut mich kurz an - erkennt an meinem Blick, dass es grad kein günstiger Zeitpuntk ist - schiebt wieder ab und kommt später wieder.

Ein anderer Kollege kommt, sieht mich mit 2 Telefonen, einer/m TeilnehmerIn - bleibt stehen und wartet, bis ich mit meiner Arbeit fertig bin, um jetzt endlich sein dringendes Problem zu erledigen und um Nichtigkeiten, die keinem wirklich auch nur perihper tangieren, stundenlang mit ihm aus zu diskutieren.

Das geht gar nicht - da zucke ich gelegentlich einfach aus - vor allem, wenn ich auch verbal kommuniziere - über die nonverbalen Signale hinaus - dass ich grad gestresst bin und keine Zeit habe - wenn dann wer penetrant neben mir stehen bleibt, kann es sein, dass ich relativ wenig freundlich re.agiere - damit muss man(n) einfach leben - oder einfach in Zukunft später nochmal vorbei kommen.

Ich mache jetzt seit über 3 Monaten den Support - ich alleine - die ersten eineinhalb Monaten hab ich fast rund um die Uhr gearbeitet - mir ein System zurecht gelegt, mit dem ich gut klar komme - die Hauptreibungspunkte erkannt und großteils ausgeschalten - und jetzt isses eigentlich reine Routine, die in ca. einer Stunde pro Tag erledigt ist.

Nein, ich verstelle mich nicht - ich achte nicht auf irgendwelche von irgendewen aufgestellten Regeln der Kommunikation - ich schreibe, wie mir der Schnabel gewachsen ist - manchmal skype ich auch, wenn sich jemand schwer tut, das nach zu vollziehen, was ich ihm geschrieben habe.

Und ich hatte in Summe in etwa 5 Beschwerden, denen meine Art der Kommunikation nicht zusagten, die mich als unfreundlich und/oder unhöflich bezeichneten - das ist ein Schnitt, mit dem ich problemlos leben kann, ohne ernsthaft drüber nach zu denken, wie ich meine Kommunikationsfähigkeit ev. verbessern können könnte.

Die Entscheidungsträger der Firma sind nicht nur froh über meine Arbeit, sondern auch durchwegs begeistert von meinen Leistungen und von meiner Geduld und Ausdauer - da kann ich mich um die paar Kollateralschäden nicht wirklich kümmern, die grad irgendwie über irgendwas gefrustet sind und glauben, dies an mir abladen zu müssen.

Doch ich schweife ab - mir gings hier und heute um Struktur und Ordnung - ja, ich lebe das Chaos - aber ich beherrsche es auch - mit meiner From von Struktur und Ordnung - solange ich alles finde, was ich suche, fühle ich mich in meinem persönlichen Chaos wohl - und wenns nicht mehr der Fall ist, muss ich fallweise auch im Aussen wieder etwas Struktur und Ordnung rein bringen :-)

Struktur


Ordnung

© ChrisTina Maywald
die Monatsmandalas stammen aus meinem Kalender 2008
die Themenmandalas sind aus meinem Buch
Ceteem® EnerQi - 49 Mandalas mit meditativen Texten

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