Ich will wieder MEIN Leben zurück

Die meisten, die hier ständig mitlesen wissen, dass ich es mir nach meiner letzten Scheidung im Jahr 2008 zuerst mal um mein Überleben kümmern musste - und dann langsam auch wieder begann, mich für das Thema Beziehung zu interessieren.



Irgendwie waren dann aber beide meiner potentiellen Lover eher ein Griff ins Klo, denn irgendwas "fürs Leben". Ja, ich bin eine starke Frau - und ich hätte auch gerne einen Mann auf meiner Seite, der mir auf gleicher Augenhöhe gegenübertritt - und keinerlei Suchtproblematik in der Hinterhand mitbringt.

Ja, ich bin Workaholic - und das wäre auch die einzige Sucht, die ich akzeptieren würde - aber ich hab weder Lust, mir nen Alkoholiker ins Haus zu holen, noch jemanden, der nicht aufhören kann zu zocken - oder sein Leben überhaupt nicht im Griff hat.

Da bleib ich lieber alleine in meinem Himmelreich.

Wobei, ich hab auch nicht vor, mir irgend jemanden ins Haus zu holen - für mich wär so ne Fernbeziehung, wo wir uns einmal im Monat oder so treffen - und dann ein paar Tage ganz für uns sind - und diese gemeinsame Zeit so wirklich exzessiv geniessen - das Optimale.

Den Rest der Zeit könnten wir dann beide unserer Workaholic-Sucht nachgehen ;-)

Ja, schreib ich bewusst, weil jemand anderer wird mich auf Dauer nicht aushalten - es kann nur jemand sein, der dies - und mich - versteht - und ähnliche Interessen hat - oder, wo wir ein gemeinsames Projekt auf die Beine stellen.

Es ist zwar nett, einen Menschen zu haben, der mich bekocht und immer für mich da ist - weil er sowieso seit Jahren arbeitssuchend gemeldet ist - aber auf Dauer halte ich das nicht aus. Ich brauche jemanden an meiner Seite, der auch wirklich arbeiten will - und tut - in welcher Form auch immer.

Beruf Langzeitarbeitslos ist nicht meine Welt - ja, ich war zwischendurch auch immer wieder arbeitssuchend gemeldet, weil es im Trainingsbereich nun mal nur befristete Dienstverträge gibt - also als unselbständig Tätige.

Den einen Teil hatte ich jetzt für geraume Zeit - das, gemeinsam ein Projekt auf die Beine stellen - aber irgendwie hab ich mich dann darin verloren - und es kam auch immer wieder zu hitzigen Diskussionen, wenn meine Meinung - naja, eigentlich waren es immer Warnungen - mit Füßen getreten wurde.

Und dann fuhr ich am 13.12.2016 nach Deutschland zu einem Meeting - und in der darauffolgenden Nacht wurde mir schlagartig - mit einer ungeahnten Heftigkeit - bewusst, dass ich nahe dran war, mich in etwas zu verlieren, was schon lange nicht mehr das war, was ich gerne hätte.

Ich fuhr 1500 km innerhalb von 36 Stunden - und auf der Heimfahrt stieg ein Satz in mir hoch - immer lauter - immer heftiger:

Ich will wieder MEIN Leben zurück

Es folgten dann einige heftige Tage, in denen ich auch noch auf mich allein gestellt war - neben meinem Vollzeitjob - in einem Projekt, welches am Kippen war - und ich gab noch einmal alles, trotz des Satzes, der dauernd durch mein Hirn geisterte.

Mitte Januar 2017 war es dann so weit, dass ich für mich die EntScheidung getroffen hab - ich will nicht nur, ich tus auch

Ich hole mir MEIN Leben zurück

Ich opfere mich nicht weiter auf für Menschen, die es teilweise sowieso nicht zu würdigen wissen, was ich für sie tue - und mich noch beschimpften und verhöhnten. Das war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte.

Ja, für mich war es ein schwerer innerer Kampf - bis ich dann tatsächlich das Mail schrieb, dass ich aussteige - definitiv und end.gültig - und es wurde wohlwollend an- und aufgenommen - also von jenen, die ich auch in Zukunft gerne zu meinen Freunden und lieben Bekannten zähle.

Die Spreu hat sich vom Weizen getrennt - und vor allem eins

Ich hab MEIN Leben wieder

Ich hab mich neu eingekleidet - ich hab mir neue Gartenmöbel gekauft - nach 16 Jahren mit den alten - und ich werde bis zum 10.4.2017 noch einiges an Sperrmüll zusammen sammeln, um es dann zu ent.sorgen.

Auch dieses reale EntRümpeln tut mir grad unheimlich gut - und es geht mir auch gar nicht ab, wenn ich nicht täglich einen Blogbeitrag schreibe - ich ordne grad MEIN Leben neu - so, wie es mir gefällt - und danach werde ich überlegen, ob ich ein neues Projekt starte - aber jetzt bin endlich mal ich mir am Wichtigsten.

Noch etwas ist mir grad aufgefallen - ich habe vorgestern und gestern meinen Strandkorb zusammen gebaut - und bin dann drauf gekommen, beim Zusammenstellen, dass ein Teil verkehrt herum ist - dafür war ich dann gestern aber schon zu müde.

Das ändere ich dann am Wochenende - und im Prinzip isses auch wie im anderen Leben - er schaut schon ganz schön aus - aber es ist der Wurm drinnen - und beim Strandkorb liegt es in meinem EntscheidungsBereich, ihn nochmal komplett zu zerlegen - naja, den oberen Teil - um ihn richtig herum nochmals zu bauen - damit man sich dann darin ent.spannen kann.

Im übertragenen Sinn - ich entscheide, wann und wie etwas geändert wird - und ich werde mich danach eben auch in der Rente ent.spannen können, weil das, was es letztendlich werden wird, etwas ist, wo ich mich in einem stabilen Rahmen bewege.

Ja, ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe - aber ich weiß auch, dass und wie ich ihn ausbessern kann - damit ich eine stabile und erholsame (Ruhe)Möglichkeit habe, wenn ichs mir gutgehen lassen möchte - und dort kann ich dann auch bequem mit meinem Schleppdepp workaholicen - weil mich im Strandkorb auch nicht die Sonne blendet beim arbeiten.

Schaut doch ganz gemütlich aus - und trotzdem ist es - jetzt noch - mehr Schein als Sein - aber spätestens am morgen Nachmittag wird er (teilweise) nochmals zerlegt, damit ich am Wochenende schon die Sonne geniessen kann in meinem Körbchen ;-)


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