fallen lassen

Ich hatte grad ein langes Telefonat mit einer lieben Freundin, die mir in ihrem Denken und Verstehen ziemlich ähnlich ist - und wo wir immer vom Hunderdsten ins Tausendste kommen - und ich möcht ein Thema zum Anlass nehmen, es hier nochmals auf zu rollen.

Für mich ist es mehrfach bewiesene Tatsache, dass ich in meinem Leben die Emotion "Liebe" sehr wohl und sehr bewusst steuern kann. Ich hatte schon mehrfach drüber geschrieben, dass ichs mir nicht vorstellen kann, einfach "in etwas rein zu kippen" und die Welt um mich zu vergessen.


Doch - ich kanns - wenn die Rahmenbedingungen passen - aber wenn die nicht (mehr) zutreffen, dann stirbt auch ne eventuelle Verliebtheit - in mir - von einer Sekunde auf die andere. Sie kann zu einer wirklich guten und aufrichtigen Freundschaft werden, aber ich könnte mir nicht mehr vorstellen, mit dieser Person so "richtig zusammen zu sein".


Beispiel - ich bin mit einem charmanten und zuvorkommenden Mann unterwegs - wir flirten - wir halten Händchen - wir unterhalten uns angeregt - ich könnte mir durchaus auch "mehr" vorstellen - meine Umwelt kommuniziert mir auch, dass ich in seiner Ggenwart "auflebe", dass es mir sichtlich "besser" geht, sobald er in meiner Nähe ist.

Jupp - war so - bis zu dem Zeitpunkt, wo mir bewusst wurde, dass es da ein Thema gibt, was für mich ein absoluter Ausschliessungsgrund für "Liebe" und "fallen lassen" und überhaupt auch nur Ansätze von "mehr" ist - Süchte - sei es Alkohol oder auch jedes andere Rauschmittel.

So gross kann die bisher aufgebaute "Liebe" gar nicht sein, dass mich sowas nicht schlagartig und sofort "abturnen" würde. Es hindert mich allerdings nicht daran, mit dieser Person weiterhin befreundet zu bleiben - wenn sie sich halbwegs zivilisiert aufführt.

Heißt jetzt so viel wie - wenn der Kontakt weiterhin "normal" bleibt, kann ich auch über solche - und auch ganz anders geartete "Unzulänglichkeiten" hinweg sehen. Klingt vielleicht überheblich, ist aber so - ich mag manchmal auch Menschen, obwohl ich ihre Fehler kenne - weil ich Freunde so akzeptiere, wie sie sind - und nicht möchte, dass sie sich ändern - und schon gar nicht wegen mir.

Da gabs lange Zeit einen Mann in meinem Leben, wo mir immer wieder gesagt wurde - pass auf, weil dies und jenes - und ich antwortete meist drauf - "Nö - stimmt nicht - ist noch viel schlimmer - und es ist mir bewusst - aber ich mag ihn trotzdem - auf meine Art".

Auf der anderen Seite - nicht mal, wenn ich sowas wie ne annähernd normale Beziehung haben wollen täte, würde ich mich mit jemanden, von dem ich weiß, dass ich mich nicht jederzeit auf ihn verlassen kann - auf irgendwelche intimeren Vergnügungen einlassen.

Solange ich davon ausgehe - und ausgehen kann - dass mein Gegenüber im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist - kann ich mich fallen lassen - geniessen - und auch Genuss schenken - wenn ich weiß, dass mein Gegenüber "ein Bier zu viel hat" - oder was auch immer - kann ich mich nicht mehr fallen lassen - und von daher machts dann auch keinen Spaß mehr - mir - und ich stell das Ganze lieber gleich und ganz ab.

Heißt jetzt auch weiter - ich verliebe mich nie von einer Sekunde auf die andere - ich will mein Gegenüber mal kennen lernen - bevor ich "aufmache" und diese Person - in welcher Form auch immer - in mein Leben lasse - und manchmal komme ich dann trotzdem drauf, dass ich mich getäuscht hatte - und dann mach ich einfach wieder zu - das ist für mich überhaupt kein Thema.

Auf der anderen Seite kann ich jemanden auch mögen, wenn ich weiß, dass er Dinge tut, die ich für mich nicht gutheisse - aber ich würd mir nie was intimeres mit dieser Person anfangen. Konkret - nächtlicher Flirt - Einladung zu einem Urlaub - ich antworte wahrheitsgemäß - "muss ich mir überlegen".

Er meinte - "falsche Antwort - das heißt - wann fliegen wir?" - nö - nicht mit mir - ich bin zwar flexibel und spontan - aber nur mit und bei Menschen, die ich wirklich gut kenne - denen ich vertraue. Ohne Vertrauen geht bei mir gar nix - ich hatte voriges Jahr mal "zu früh" aufgemacht - und wurde dann brutal zu Boden geschmettert - seit diesem Zeitpunkt hat man(n)s wieder wesentlich schwerer ;-)

Heißt jetzt nicht, dass es nicht Männer in meinem Leben gibt, wo ich nicht auch wieder "aufmachen" und mich fallen lassen könnte und würde - oder auch tue - aber das sind durchwegs solche, die ich wirklich schon sehr lange kenne - und mit denen ich auch schon viele Gespräche geführt habe.

Auf der anderen Seite habe ich persönlich jetzt bisher auch kein grösseres Problem gehabt, auch Menschen zu mögen, wo ich genau wusste, dass sie Wasser predigen und Wein (oder Bier) trinken ;-) Aber wenn ich sie mag, isses ok - wegen mir braucht sich keiner ver.ändern - er sollte nur auch nicht davon ausgehen, dass ich mir mit ihm "mehr" vorstellen möchte und könnte.

Nein, gibt keinen akuten Fall, wo das zutrifft - war nur so ne Art Aha-Erlebnis während des Telefonates eben - weil für mich ist es ganz klar, dass ich meine Emotionen beherrschen und steuern kann - und es bisher wirklich nur wenige Menschen geschafft hatten, dass ich wirklich so bin, wie ich bin - mit allen Facetten meines Seins.

Wenige haben es letztendlich "ausgehalten" - auch mich wirklich so zu be.lassen, wie ich bin - und ohne dem spielt sich nix mehr ab. Wenns passt, passts . und wenn nicht kann ich nur meine Freundschaft anbieten - ich will mich nicht mehr mit weniger als "Alles oder nix" zufrieden geben *lach*.

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