lebensbedrohliche Wespenallergie

Mich hatte ja im Vorjahr eine Sumsi in den Kopf gestochen als ich im Wald herum werkelte - ich hatte sicher darüber geschrieben - irgendwo hier ;-) Der Mann meiner Freundin chauffierte mich ins Spital und ich wurde an eine Infusion angehängt.



Keine Atemnot - keine sonstigen Beschwerden - "nur" Pusteln an den Händen und am ganzen Oberkörper. Da ich keine 6 Stunden blöd rumstehen, bzw. liegen wollte, wurde ich nach der Halbzeit auf Revers entlassen mit der Empfehlung, einen Allergietest zu machen.

Sollte ich allergisch sein, gäbe es da ein Notfallset, welches ich immer bei mir führen müsse.

Als ich das meinem quasi Brüderchen erzählte, zuckten er und seine Frau aus und bedrängen mich seither, dass ich mich unbedingt immunisieren lassen müsse - dauert 3 Jahre - einmal wöchentlich wird Wespengift gespritzt - zu Beginn bekommt mans mit Infusionen, welche einem erheblich zusetzen - fast so wie eine Chemo - meinte er, der sichs gegönnt hatte.

Ich gestehe, klang nicht so, als ob ichs mir unbedingt gönnen müsste.

Die Nächste, die ich darauf ansprach war meine langjährigste Freundin - sie meinte - nur 80 % reagieren darauf und denen hilft es - sie gehört zu den 20 %, die diese ganze Tortur über sich haben ergehen lassen - und gebracht hats nichts.

Heute erzählte ichs dann auch noch meinem ältesten Freund, der meinte, er hält von sowas nichts - bei ihm hatten sie es auch gemacht und wirklich gebracht hats nichts.

Mit diesen Vorinformationen bestückt begab ich mich heute zur Befundbesprechung zu meiner Hautärztin, die mir - wie ich gestehen muss - vom ersten Moment an nicht sonderlich sympatisch war - im Vorjahr, als ich zu ihr kam wegen dieser Testung.

Als ich nach einer einstündigen Wartezeit endlich vorgelassen wurde, meinte sie - wissen sie, dass sie eine lebensbedrohliche Wespenallergie haben? Ich darauf - nein, weil deshalb habe ich ja den Allergietest machen lassen, um das heraus zu finden.

Sie schrieb mir sofort ein Rezept für 2 Arten von Pillen und diesen EPI-Pen, von dem ich schon wusste, weil er im Befund vom Spital angeführt ist.

Danach meinte sie, sie schreibt mir auch gleich eine Überweisung ins LKH Wiener Neustadt - dort solle ich mich noch intensiver testen lassen - und dort könne ich dann auch gleich eine Immunisierung machen lassen.

Nach meiner Frage - ist das das, wo man 3 Jahre lang das Gift verabreicht bekommt - und ihrer Bejahung - meinte ich, sie könne sich die Überweisung sparen, das interessiere mich nicht - ich glaub, das war eines der wenigen Male ihrer Laufbahn, wo sie momentan absolut nicht wusste, was sie sagen sollte.

Nach dem ersten Schock versuchte sie es dann, dass ich mit meiner Hausärztin reden solle - und unbedingt mit einem Spezialisten, weil es ist im Falle des Falles unbedingt nötig, dass ich mir diese Notfallsspritze in den Oberschenkel ramme - und danach 2x2 Pillen einwerf - und danach sollte dringend der Notarzt verständigt werden.

Ich meinte lapidar - ja, hab eh immer das Handy mit, wenn ich im Garten werkle, schaute sie mich wieder ernst an und meinte - naja, so ein Wespenstich kann tödlich für mich sein - und es ist nicht sicher, dass ich selbst anrufen könne.

Naja, meinte ich, dann isses auch egal, weil ich lebe allein - und wenn ich nicht anruf, ruft keiner an.

Meine Freundin erzählte mir danach von einem Notfallset vom Roten Kreuz - finde ich eine gute Idee - werde ich mir zulegen - diese Info machte echt Sinn für mich heute.

Zurück zum Befund - lebensbedrohliche Wespenallergie.

Natürlich habe ich mir den Befund auch angeschaut, den sie mir mitgegeben hat - da steht in der Diagnostik:

Klasse 0 = negativ
Klasse 1-2 = schwach positiv
Klasse 3 = positiv
Klasse 4-6 = stark positiv

Dann steht bei mir bei Bienengift Klasse 0 = und bei Wespengift Klasse 3.

Ich hoffe nur, dass niemand 4-6 hat, wenn 3 schon als lebensbedrohlich eingestuft wird.

Ich weiß, beim 2. Mal kanns weit tragischer werden als beim 1. Mal - hat sie mir heut auch mehrfach gesagt, dass ich möglicherweise selbst nichts mehr machen kann wenn mich wieder son Tier beehrt.

Wenn ich mal das 1. Mal Revue passieren lasse, dann hat es damals ca. 45 Minuten gedauert - vom Stich - bis ich im Spital war und an die Infusion angeschlossen wurde.

Ich wurde gestochen - ich ging ins Haus - googelte nach Wespenstich - rief dann die Notfallnummer an, um zu fragen, was ich tun sollte - dann rief ich meine Freundin an, ob sie mich zum Arzt bringen kann - von ihr zu mir dauert ca. 10 Minuten - und ins Spital dann weitere ca. 20 Minuten.

Also ich schätze, ich hatte beim 1. Mal eben fast ne Stunde überlebt - ohne bleibende Schäden - ich hatte keine Atemnot und keine Schluckbeschwerden - der Ausschlag war nur äusserlich - auf den Armen und am Oberkörper.

Ausserdem gehe ich davon aus, dass mich diese Sumsi nur gestochen hat, weil sie sich in meinen Haaren verfange hatte und hektisch wurde - seit diesem Tag gehe ich nur mehr mit Kapperl raus - d.h. es sollte sich nie wieder eine Wespe in meinem Haar verfangen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ich an einem weiteren Wespenstich sterbe ist - meiner Meinung nach - äusserst gering - wenn ich immer die Spritze und die Pillen mit habe, sobald ich raus gehe. In diesem Sinne - auf ein neues Jahr ohne Sumsis, die sich unbedingt mit mir anlegen wollen ;-)

Ich gehe lieber davon aus, dass wir weiterhin in friedlicher Zweisamkeit leben können und werden.


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