Wie wirklich ist deine Wirklichkeit wirklich?

Der (Unter)titel meines bislang letzten veröffentlichten Buches lautet

Weltbilder bilden Welten

Von Don Quijote bis Pippi Langstrumpf





Da ich Letztens mal wieder an ihn denken musste, möchte ich in diesem Zusammenhang mal wieder auf obige Frage eingehen.

Ich hatte ja schon der Öfteren darüber geschrieben, dass nicht nur jeder Mensch mit seinen eigenen Filtern auf die Welt blickt - sondern auch - die eigenen Vorstellungen und Lernerfahrungen als eigene Realtiät erlebt.

Wenn man jetzt gar nicht auf die Idee kommt, dass andere Menschen andere Erfahrungen - andere Vorstellungen - andere Lernerfahrungen - und daher andere Filter haben könnten, mit dem sie auf die Welt blicken, dann ist die eigene Wirklichkeit selbstverständlich wirklich - und das einzig Reale.

wirk.lich = erwas wirkt

In dem Fall, dass, was man selbst aus den eigenen Erfahrungen, Vorstellungen, Lernerfahrungen und Filtern wahr nimmt ==> WahrNehmung der WIRKlichkeit.

Bleiben wir mal bei Don Quijote und Pippi Langstrumpf - zwei Wesen, wie sie unterschiedlichster nicht sein können.

Auf der einen Seite Don Quijote, der unter anderem mit Windmühlen kämpft, weil er sie für Riesen hält,welche seiner Dulcinea bedrohlich werden könnten. Seiner Dulcinea, die ihn weder kennt, noch ihn zu ihrem Schutzbefohlenen abkommandiert hat. Heutzutage würde man ev. sogar sagen, er stalkt sie.

Auf der anderen Seite Pippi Langstrumpf - das starke Mädel, welches alleine lebt mit ihrem Pferd und ihrem Affen - und ihren beiden braven FreundInnen eine ganz andere Sicht auf ihre Welt - und ihre Wirklichkeit - zeigt.

Beides sind Extreme - und es wird selten Menschen geben, die in einem dieser Extreme leben - meist gibt es irgendwelche Grauschattierungen zwischen diesem Gegensätzen. Doch ich finde genau die beiden wichtig, sie sich anzuschauen - weil sie eben gegenseitige Pole darstellen.

Frust und Leid und Kampf gegen Freude und Spaß und Spiel.

Bei Beiden ist auch sehr gut zu sehen, dass ihnen jeweils ihre Einstellung immer und immer wieder bestätigt wird - das, was sie von der Welt glauben - das wirkt. Erinnert mich jetzt auch noch an die Geschichte

Der Tempel der tausend Spiegel

Es gab in Indien den Tempel der tausend Spiegel. Er lag hoch oben auf einem Berg und sein Anblick war gewaltig. Eines Tages kam ein Hund und erklomm den Berg. Er stieg die Stufen des Tempels hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel.

Als er in den Saal der tausend Spiegel kam, sah er tausend Hunde. Er bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine, knurrten furchtbar und fletschten die Zähne.

Voller Panik rannte der Hund aus dem Tempel und glaubte von nun an, dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden bestehe.

Einige Zeit später kam ein anderer Hund, der den Berg erklomm. Auch er stieg die Stufen hinauf und betrat den Tempel der tausend Spiegel. Als er in den Saal mit den tausend Spiegeln kam, sah auch er tausend andere Hunde. Er aber freute sich. Er wedelte mit dem Schwanz, sprang fröhlich hin und her und forderte die Hunde zum Spielen auf.

Dieser Hund verließ den Tempel mit der Überzeugung, dass die ganze Welt aus netten, freundlichen Hunden bestehe, die ihm wohlgesonnen sind.
gefunden: auf der CD des Buchs
Erfolgsprinzipien der Optimisten
v. Nikolaus B. Engelmann

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