Liebe ist nur ein Wort

In den letzten Tagen postet ein lieber Bekannter auf Facebook ständig etwas über Liebe - und ich sitz nur da und denk mir - schön wärs - aber ich kanns einfach nicht mehr glauben, dass es so etwas wirklich gibt - nicht nach dem, was ich schon alles erleben durfte / musste unter der Begrifflichkeit = Liebe.

Sei es, dass ich damals eben so voll verliebt war - um dann drauf zu kommen, es war nur mein offenes EmotionalZentrum, in dem ich die Gefühle des Anderen spürte.

Oder damals der geilste Sex meines Lebens - wo ich dann im Rückblick erkannte, wir hatten uns den Kanal der Feinfühligkeit elektromagnetisch geschlossen - allerdings war mir das von Beginn an viel zu viel - ich brauche Luft zum Atmen - auch in einer Beziehung.

Oder eben der, der nach dem ersten Mal Sex meinte, er liebe mich - dabei ging es ihm nie um mich - sonst hätte er meine Bedürfnisse respektiert und akzeptiert - wobei es aber auch nachvollziehbar war, warum er ständig um mich sein wollte - weil, solange er in meiner Nähe war, vergaß er auf seinen eigentlichen Liebling = das kühle Blonde.

Und auch die emotional noch kälteren Typen, die einfach Sex als körperliche Betätigung ohne irgendwelche Emotionen abhandelten - es zwar toll fanden, wenn sie nach Ewigkeiten wieder einmal ejakulierten - aber das wars dann auch schon mit "Emotionen".

All das hat in meiner Definition von Liebe nichts mit Liebe zu tun - sondern einfach nach Befriedigung der eigenen sexuellen Gelüste. Oder auch nach irgendwelchen Interaktionen zwischen zwei Menschen - natürliche und nachvollziehbare Anziehund aufgrund der jeweiligen Umstände.

Und letzte Nacht - naja, eher beim Aufwachen in den vormittäglichen Stunden - hatte ich dann wieder mal so ein nachhaltiges Aha-Erlebnis:

Sex war noch nie wirklich wichtig für mich - ganz im Gegenteil - oftmals wars nur eine lästige "Pflicht" - die eben zu einer Beziehung dazu gehört - und wenn wer nach einer kurzen Stichprobe sofort aufspringt und sich waschen geht, vergeht mir jegliche Lust auf irgendwas.

Also das war und ist mir ja nicht neu - aber mir wurde (wieder mal?) bewusst, dass ich offensichtlich eine Jägerin bin - und sobald die Beute erlegt ist, wird sie uninteressant. 

Es geht - mir - um den Reiz des Flirtens - des Verführens - nicht des Sieges - ja, genau das war die Erkenntnis - ich brauch den abschliessenden Sex nicht - das Abenteuer ist das Wesentliche - für mich - das gibt mir den Kick - das bringt Leben in die alten Knochen ;-)

Ich denke da jetzt nur an meine letzte "Beziehung" - eigentlich war er "unerreichbar" - ich war viel zu alt - er war zu begehrt und gut situiert - dachte ich damals - trotzdem waren da diese Ameisen im Bauch - gepaart mit Schmetterlingen - jedes Mal, wenn ich seine Stimme hörte - oder seine Zeilen las.

Bei unseren ersten beiden realen Treffen war er einerseits unnahbar - und andererseits fürsorglich und mir gegenüber offen und mitteilsam - aber er ließ mich nicht wirklich "an sich ran" - das änderte sich dann zwar im Laufe der Zeit - aber nur virtuell - nur, wenn wir uns nicht real trafen.

Ich werde nie das erste Mal mit ihm vergessen - es war so  - so - so  - unmöglich - kein Kuss - keine Umarmung - reine "Technik" - ja, klar, bin ich auch darin versiert - und kann nem Mann zum Fliegen bringen - aber es macht absolut keinen Spaß - also mir nicht.

Sex als Körperertüchtigung ist nicht meine Welt - da gehe ich lieber in den Garten und fälle einen Baum - da hab ich mehr Befriedigung dadurch.

Sorry, ist so ;-)

Ich werde auch nicht geil, wenn ich nen nackten Mann seh - so schön und stattlich gebaut kann der Typ gar nicht sein, dass ich dahin schmelze - darum kann ich das ganze Getue um die Chippendales und wie die ganzen Stripper alle heissen - so überhaupt nicht nachvollziehen.

Oder auch damals der Typ, der mich anrief, ob wir uns nicht treffen könnten - und dann sass er da und hatte sein bestes Stück aus der Short hängen - und dachte, dass mich das anturnt - ok - ich trank ne cola und fuhr wieder heim - nicht meine Welt.

Auf der anderen Seite der eine Anruf von ihm - der mich jetzt auch nicht vom Hocker riss - und kurz darauf mit seinem Telefon der Anruf eines mir Fremden, dass er mich gerne kennen lernen möchte - ja, es war schon nach Mitternacht - aber ich stand nochmal auf - zog mich an - und fuhr zum Treffpunkt - und es war eine echt schöne Nacht - ohne Sex - mit vielen und tiefen Gesprächen.

Oder eben auch letztens - da gibts diesen einen Mann, der mich fallweise anstarrt - als ich ihn dann aber mal grüßte, tat er leicht verschreckt - wobei ich jetzt nicht weiß, ob er mich nicht erkannt hat - oder glaubt, ich würde seine Blicke nicht merken.

Und er schwanzelte wieder um mich rum - schaute zu mir rüber, während er mit seinem Chef eine Ziggi rauchte - beobachtete mich - schaute irritiert weg, wenn ich ihn direkt anblickte - aber es war genau dieser Reiz, der es ausmacht.

Auch, wenn wir nie ein Wort mit einandere wechseln werden - oder würden - diese Spannung ist etwas ganz Tolles - für mich - und das wars eigentlich auch bei dieser meiner letzten "Beziehung" - solange es niemand wissen durfte - und wir uns auch nicht real trafen, war alles Bestens - und er reizte mich.

Real reizte er mich dann in einer ganz anderen Art und Weise, die nicht sehr stimulierend war ;-)

Bild von Free-Photos auf Pixabay

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