Freunde

Ja - es gibt sie doch - die echten und wahren Freunde. Hatte ich lange Zeit daran gezweifelt, ob es sowas überhaupt gibt - bin ich jetzt wieder voll aufgefangen in einem wohligen Netz derselben.

Wie grad beschrieben war mir gestern ein kleiner Junge ins Auto gelaufen - und irgendwie waren meine Nerven zwar stabil, solange es nötig war - aber dann hab ich sie einfach weg geschmissen und mich in die Arme eines starken Mannes geflüchtet.

Doch beginnen wir beim Beginn - Unfall - danach fuhr ich zu dem termin weiter, wo ich eigentlich um 16 Uhr hätte sein sollen. Ich hatte kurz angerufen, dass ich Unfall hatte und mich später melden würde - bin dann aber einfach hin gefahren, weil mir nach ner Zigarette und Kaffee war - und ich wusste, dort 2 Raucherinnen an zu treffen - ich habs einfach gebraucht.

Auf dem Weg parkte ich mich noch kurz ein und rief einen lieben Freund an, erreichte ihn nicht, sprach ihm aber aufs Band - und während des Termines rief er zurück, und es war mir gleich klar, dass er das Band nicht abgehört hatte - also schilderte ich in kurzen Worten, was passiert ist - und dass er bitte am Heimweg von seinem Termin bei mir vorbei kommen solle, weil ich am Abend nicht allein sein möchte.

Keine 5 Minuten später rief meine Tochter an und fragte, wie es mir ginge - ich war total verwirrt, weil ich hatte sie absichtlich nicht gleich angerufen, damit sie sich keine Sorgen macht. Sie meinte, ihre Freundin hätte angerufen und gesagt, dass ich nen Unfall hatte und sie mich fragen solle, wie es mir geht.

Ich beruhigte sie und versprach, sofort an zu rufen, sobald ich wieder zu Haus sei. Als ich nach meinem Termin zur Einvernahme am Posten war rief dann mein Freund an, er hätte jetzt Zeit, ich sagte, ich meld mich, wenn ich weg fahr - was ich dann auch tat - und wir ziemlich gleichzeitig vorm Haus eintrafen - also er kam grad, als ich die Kardinalschnitten aus dem Auto gekratzt hatte.

Als ich zu Hause stehen blieb rief auch ein ganz lieber anderer Freund an, der mir sofort anbot, er käme noch am Abend raus und würde bei mir bleiben, wenn ich es möchte - ich lehnte dankend ab, weil eben grad das Auto stehen blieb.

Ich hab dann mal in seinen Armen ne Runde geheult und er hat mich ganz fest gehalten und gestreichelt, bis ich mich wieder halbwegs beruhigt hatte - dann hat noch ein anderer Bekannter angerufen - der wollt wissen, wie der Mittagstermin ausgegangen war - ich sagte nur, hab keine Kopf dafür, mir war ein Kind ins Auto gerannt - und ich meld mich wieder.

Dann rief ich meine Tochter an - währenddessen rief die Freundin des vorgenannten bei dem an, der neben mir stand und bat ihn, bei mir vorbei zu schauen, weil ich dürfte nen Unfall gehabt haben - und er beruhigte sie, weil er eh schon neben mir stand.

Gegen 23 Uhr rief dann noch mein wiener Freund an und fragte, ob eh noch immer alles ok sei und wenn ich was brauche, kann ich auch heut früh anrufen, damit er her kommt.

Das war irgendwie voll schön - dass es so viele Menschen gibt, die Anteil nehmen daran, wie es mir geht.

Interessant war dann auch die Auflösung des Rätsels, warum die Freundin meiner Tochter wusste, dass ich nen Unfall hatte, weil die war "zu,.fällig" bei dem Fotoshooting, bei dem auch der Freund war, der letztendlich dann den Abend mit mir verbrachte.

Das Schönste ist die Gewissheit, nicht allein zu sein, auch, wenn ich allein lebe - es gibt viele Menschen, die jederzeit und schnellstmöglich kommen würden, wenn ich sie darum bitten würde.

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