Verlustängste

Wenn ich nichts tun kann, werde ich erst recht krank - mein Spruch seit Jahr(zehnt)en. Ja, ich hab mich lange Zeit damit abgelenkt, viel zu tun zu haben, damit ich nicht genau das machen muss, was ich jetzt tat - Innenschau.

Mich hatte 2007 eine Mann gefragt, was ich eigentlich gerne hätte - also schon auch, aber nicht nur - sexuell - und ich wusste eigentlich keine wirkliche Antwort - seither bemüh(t)e ich mich, auf dieses Thema nicht mehr hinschauen zu müssen - naja, bis jetzt :-)


Doch bleiben wir mal beim "Heiligen Abend" - an dem ich dann schon den 3. Tage mehr gelegen war als sonst was - mich voll schwach und unfähig fühlte - und kurz vorm Auszucken stand - naja, sagen wir mal so - nicht nur kurz davor - ich schmiss mal wieder kübelweise die Nerven weg.

Und ich schrieb dem Mann, den ich liebe, ein böses Mail - irgendwie wars ein Hilfeschrei, auf den natürlich absolute Funkstille folgte - was mich auf mich selbst zurück warf - und mich in meine erste Hölle dieser Woche schickte.

Ich musste davon ausgehen, dass ich mal wieder alles selbst verbockt habe - dass ich dadurch, dass ich wagte, meine Befindlichkeiten und Bedürfnisse zu kommunizieren, den einzigen Menschen, der mir wirklich etwas bedeutet - also ausser Tochter und FreundInnen - vor den Kopf gestossen - und dadurch verloren - habe.

Die Nacht war heftig - und feucht - die Tränen wollten nicht versiegen - die Fieberschübe warfen mich im Bett hin und her - die Schmerzen wurden schier unerträglich - jedes Mal, wenn ich husten musste dachte ich, dass ich sterbe - und ich hustete oft.

Mein Leben - und meine Beziehungen - liefen nochmal vor mir ab - jedes Mal, wenn ich begann, meine Bedürfnisse zu kommunizieren, bedeutete das das Ende einer Beziehung - weil ich es ja wagte, mich nicht den Anordnungen des Mannes unter zu ordnen.

Nein - bitte keine Kommentare jetzt speziell dazu - waren meine Überlegungen der Fiebernacht - ich kann auch anderes - allerdings hatte das letztendlich auch nie funktioniert - aber dieses Thema kam hoch - ließ´mich nicht mehr los - ich hatte auch ihn jetzt "verloren", weil ich es wagte, meine eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren.

Eine Frau hat sich zu fügen - dem Willen des Mannes zu gehorchen - wenn sie ihn wirklich liebt, tut sie alles, was er will - und was ihm angenehm ist - egal, ob sie auch Gefallen daran findet - oder es eben nur ihm zu Gefallen tut.

Sei es, zuzuschauen, wie er sich auf einer anderen vergnügt - bis hin zu, seine Arbeit zu machen, damit es ihm besser gehe - und er sie nur ja nicht verlassen würde. Eine Frau hat sich dem Willen ihres Mannes vollkommen unterzuordnen - wenn sie ihn wirklich liebt.
Also - ich mein, so weit, dass, wenn sie sich nur vergnügen möchte - sie sich dann nicht unterordnen braucht - so weit war ich zwischenzeitlich eh schon - aber offensichtlich war diese jahre- und jahrzehntelange Predigt dann doch ganz tief drinnen in mir verankert - und - ich gestehe - ich hatte - genau das - noch nie wirklich bewusst hinterfragt.

Aber nun kam es verstärkt und unvorbereitet hoch - im Fieberwahn - ich ging davon aus, es kann nicht sein, was nicht sein darf - und was mir bisher auch alle meine Beziehungen immer und immer wieder bestätigt hatten - sobald ich es wage, in einer Beziehung meine Bedürfnisse zu kommunizieren - war dies das Ende derselben.

Mir war bewusst, dass ich durch meinen Fauxpax, mich so zu zeigen, wie ich bin - in etwas wie einer Beziehung - dieses mal wieder zerstört hatte - und das an Heilig Abend. Es war ein heulend Abend - ich war verzweifelt und wusste nicht mehr, was ich tun könne - bis ich dann vor Erschöpfung doch noch einschlief.

Und am 25.12. folgte dann ein Gespräch - und seine Aussage - so in etwa - geh Spatzl, ich weiß doch, dass es dir Scheisse geht, lieb dir trotzdem - und das schleuderte mich dann fast noch mehr. Ein Mann, der nicht laut schreiend davonläuft, wenn ich ich bin? Und das war auch nicht das erste Mal, aber bisher wars noch nie so heftig gewesen.

Darf doch sein, was nicht sein darf? Darf ich ich sein? Auch, in einer Beziehung? Was genau würde das jetzt für den Rest meines Lebens bedeuten?

War es jahrzehntelang unnötig, mich zu verbiegen? Mich anzupassen? Dem jeweiligen Partner die Wünsche von den Augen abzulesen? Warum hab ich mirs dann angetan? Was hat es mir gebracht? Wozu wars gut?

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